Desöfteren habe ich von der Bahnhofsrestauration berichtet, jetzt soll
auch mal von der dazu gehörenden Bahn die Rede sein.
Sontheim an der Brenz
liegt an der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnstrecke Nr. 318 von
Ulm nach Aalen, weiter über Crailsheim, Bad Mergentheim nach Wertheim.
Erwähnen möchte ich aber besonders
die Nebenbahnverbindung der Königlich Bayerischen Staatsbahn Nr. 411 von
Sontheim über Bächingen nach Gundelfingen. Erwähnenswert deshalb, weil hier
eine Lokomotive eingesetzt war, die der Volksmund liebevoll Glaskastl
oder Kaffeemühle nannte. Ihre genaue Bezeichnung war PtL 2/2, gebaut
von der Firma Krauss in München. Sie war für den 1-Mann-Betrieb ausgelegt,
konnte mit 170 Tonnen Last etwa 40 km/h schnell fahren und war beliebt wegen
ihrer Wirtschaftlichkeit. Insgesamt 48 Stück wurden zwischen 1905 und 1914
gebaut. Und eine bediente also die Nebenbahn hinüber ins Bayrische nach
Gundelfingen. Am 1.Mai 1911 wurde die Strecke eröffnet, und es dampfte dort
bis zum 3.Juni 1956.



Der ein oder andere Sontheimer Bürger wird sich
bestimmt noch an diese Bahnverbindung erinnern, und auch an die Personenwagen
der Holzklasse (3.Klasse), die im Winter geheizt wurden mit den Holzstücken, die die
Fahrgäste selbst mitgebracht hatten.
Die nachfolgenden farbigen Darstellungen stammen aus dem
Modellbahn-Katalog der Fa. Märklin.


Sollte jemand der geneigten Leser noch Bilder von der Eisenbahn
und dem alten Bahnhof, Fahrpläne oder gar Fahrkarten haben, so würde ich
mich über deren Überlassung sehr freuen; also kramt mal in Fotoalben, auf
den Speichern oder im Keller.
Bahnhof Sontheim
a.d. Brenz in 1904
Das Glaskastl im Bahnhof von Sontheim
1948
Der Bahnposten zwischen Sontheim und
Bergenweiler
links: Bahnhof
Sontheim
rechts: Bahnhofsrestauration
Eröffnung der Bahnlinie Augsburg -
München
Im Nürnberger Museum für Post und Kommunikation wird gerade ein
uralter Eisenbahnwaggon restauriert.
Hier die neuesten Informationen dazu:
Ältester Bahnpostwagen Deutschlands
Das Nürnberger Museum hat seine umfangreiche Bahnpostwagensammlung durch ein
weiteres einzigartiges Exponat ergänzt: ein dreiachsiger Bahnpostwagen aus dem Jahr 1888.
Dieser wurde damals im Auftrag der preußischen Postverwaltung von der Breslauer
Aktiengesellschaft für Eisenbahnbedarf hergestellt.
Bis Mitte der siebziger Jahre bei der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn als Bahndienstwagen
im Einsatz, konnte der Wagen 1982 von der Deutschen Gesellschaft für
Eisenbahngeschichte erworben werden, bis er 1997 in das Eigentum der Museumsstiftung
für Post und Telekommunikation überging.
Im Nürnberger Museum für Post und Kommunikation hat er jetzt seinen endgültigen
Standort gefunden. Nach dem Antransport mittels Tieflader folgt jetzt die Phase der
vorsichtigen Restaurierung. Teilweise in schlechtem Zustand ist der Wagen dennoch
einzigartig: Sowohl die alten Gleitlagerachsen wie auch die historische Innenausstattung sind
noch vorhanden. In den nächsten Monaten wird ein Restaurierungskonzept von einem
Restaurator erstellt. Wenn alles termingerecht abgewickelt werden kann, wird der
Bahnpostwagen voraussichtlich im nächsten Jahr (2000) der Öffentlichkeit auf dem Freigelände
unweit des Museums vorgestellt.
Technische Daten:
Hersteller: Breslauer AG für Eisenbahnbedarf
Länge über Puffer: 11,63 m
Wagenkastenlänge: 10,00 m
Wagenkastenbreite: 2,63 m
Gewicht (leer): 17,0 t
Zuladung: 6,0 t
Gattung: 3-achsiger Bpw
Bauart: Untergestell (Stahl/Holz)
Kastengerippe Holz
Baujahr: 1888
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