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Jenses Gedichteseite (21-30)



<BR><BR> <MENU><OL> <LI> <a href=#Gedicht21>Peter Huchel: Soldatenfriedhof </a> <LI> <a href=#Gedicht22>Marie Luise Kaschnitz: Hiroshima </a> <LI> <a href=#Gedicht23>Kurt Tucholsky: Park Monceau </a> <LI> <a href=#Gedicht24>Kurt Tucholsky: Das L&auml;cheln der Mona Lisa </a> <LI> <a href=#Gedicht25>Kurt Tucholsky: Krieg dem Kriege </a> <LI> <a href=#Gedicht26>Kurt Tucholsky: Das Dritte Reich </a> <LI> <a href=#Gedicht27>Kurt Tucholsky: Joebbels </a> <LI> <a href=#Gedicht28>Kurt Tucholsky: An das Publikum </a> <LI> <a href=#Gedicht29>Ludwig Uhland: Schw&auml;bische Kunde </a> <LI> <a href=#Gedicht30>Hugo von Hofmannsthal: Die Beiden </a> <LI> <a href=gedic1.html> vorige Gedichte (1 - 10) </a> <LI> <a href=Gedicht2.html> vorige Gedichte (11 - 20) </a> <LI> <a href=Gedich4.html> n&auml;chste Gedichte (31 - 40) </a> <LI><a href=gedich5.html>n&auml;chste Gedichte (41 - 50) </a> <LI><a href=gedich6.html>weitere 10 Gedichte (51 - 60) </a> <!-- <LI><a href=gedich7.html>weitere 10 Gedichte (61 - 70) </a> <LI><a href=gedich8.html>weitere 10 Gedichte (71 - 80) </a> <LI><a href=gedich9.html>weitere 10 Gedichte (81 - 90) </a> <LI><a href=gedich10.html>weitere 10 Gedichte (91 - 100) </a> ---> <LI> <a href=index.html> Zur&uuml;ck auf Jenses Homepage </a> </OL></MENU><p> <!-- TopSponsor --> <CENTER><A HREF="http://www.topsponsor.de/cgi-bin/click.exe?131" TARGET="_top"><IMG SRC="http://www.topsponsor.de/cgi-bin/show.exe?131" ALT="TopSponsor" BORDER=1 WIDTH=400 HEIGHT=40></A></CENTER><CENTER><FONT SIZE=-2>Mitglied bei <A HREF="http://www.topsponsor.de" TARGET="_top">TopSponsor</A></FONT></CENTER> <!-- TopSponsor --> <p> <BODY BGCOLOR="WHITE" TEXT="BLUE"> <BR><BR><Font Size "+1"><B><a Name=Gedicht21>Gedicht 21</a></Font></b><BR><BR> <B>Peter Huchel (1903-1981): Soldatenfriedhof</B><BR><BR> Die Luft ist br&uuml;chig.<BR> F&uuml;nftausend Kreuze<BR> In Reih und Glied,<BR> Streng ausgerichtet<BR> Auf Vordermann.<BR><BR> Nach dem Abendappell<BR> Gehen Sie in die Stadt.<BR> Sie bev&ouml;lkern Ruinen<BR> Und schwarze Br&uuml;cken,<BR> Werfen Laub in die Grachten.<BR><BR> Sie besuchen den Dom<BR> Und verdunkeln den Heiland.<BR> Aber es glimmen die silber-<BR> Beschlagenen Ecken des Me&szlig;buchs.<BR> Und das Stigma der Abendr&ouml;te<BR> Brennt auf den D&auml;chern.<BR><BR> Als Fensterschatten<BR> Lehnen sie an der Wand der Bar.<BR> Sie hauchen Eis in die Gl&auml;ser.<BR> Sie blicken aus Gitarren<BR> den Frauen nach.<BR><BR> Kurz vor Mitternacht<BR> Hallt gr&auml;berhin<BR> Des Todes Clairon,<BR> Das trostlose Trommeln,<BR> Die gro&szlig;e Retraite,<BR> Der Zapfenstreich.<BR><BR> In erster Helle<BR> Stehen sie wieder<BR> Starr im Geviert.<BR> F&uuml;nftausend Kreuze.<BR> Streng ausgerichtet<BR> Auf Vordermann.<BR><BR> (von 1963)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht22>Gedicht 22</B></FONT></a><BR><BR> <B>Marie Luise Kaschnitz (1901-1974): Hiroshima</B><BR><BR> Der den Tod auf Hiroshima warf<BR> ging ins Kloster, l&auml;utet dort die Glocken.<BR> Der den Tod auf Hiroshima warf<BR> sprang vom Stuhl in die Schlinge, erw&uuml;rgte sich.<BR> Der den Tod auf Hiroshima warf<BR> fiel in Wahnsinn, wehrt Gespenster ab<BR> hunderttausend, die ihn angehen n&auml;chtlich<BR> Auferstandene aus Staub f&uuml;r ihn.<BR><BR> Nichts von alledem ist wahr.<BR> Erst vor kurzem sah ich ihn<BR> im Garten seines Hauses vor der Stadt.<BR> Die Hecken waren noch jung und die Rosenb&uuml;sche zierlich.<BR> Das w&auml;chst nicht so schnell, da&szlig; sich einer verbergen k&ouml;nnte<BR> im Wald des Vergessens. Gut zu sehen war<BR> das nackte Vorstadthaus, die junge Frau<BR> die neben ihm stand im Blumenkleid<BR> das kleine M&auml;dchen an ihrer Hand<BR> der Knabe der auf seinem Kopf die Peitsche schwang.<BR> Sehr gut erkennbar war er selbst<BR> vierbeinig auf dem Grasplatz, das Gesicht<BR> verzerrt von Lachen, weil der Photograph<BR> hinter der Hecke stand, das Auge der Welt.<BR><BR> (von 1957)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht23>Gedicht 23</B></FONT></a><BR><BR> <B>Kurt Tucholsky (1890-1935): Park Monceau</B><BR><BR> Hier ist es h&uuml;bsch. Hier kann ich ruhig tr&auml;umen.<BR> Hier bin ich Mensch - und nicht nur Zivilist.<BR> Hier darf ich links gehn. Unter gr&uuml;nen B&auml;umen<BR> sagt keine Tafel, was verboten ist.<BR><BR> Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen.<BR> Ein Vogel zupft an einen hellen Blatt.<BR> Ein kleiner Junge gr&auml;bt sich in der Nasen<BR> und freut sich, wenn er was gefunden hat.<BR><BR> Es pr&uuml;fen vier Amerikanerinnen,<BR> ob Cook auch recht hat und hier B&auml;ume stehn.<BR> Paris von au&szlig;en und Paris von innen:<BR> sie sehen nichts und m&uuml;ssen alles sehn.<BR><BR> Die Kinder l&auml;rmen auf den bunten Steinen.<BR> Die Sonne scheint und glitzert auf ein Haus.<BR> Ich sitze still und lasse mich bescheinen<BR> und ruh von meinem Vaterlande aus.<BR><BR> (von 1924)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht24>Gedicht 24</B></FONT></a><BR><BR> <B>Kurt Tucholsky: Das L&auml;cheln der Mona Lisa</B><BR><BR> Ich kann den Blick nicht von dir wenden.<BR> Denn &uuml;ber deinem Mann vom Dienst<BR> h&auml;ngst du mit sanft verschr&auml;nkten H&auml;nden<BR> und grienst.<BR><BR> Du bist ber&uuml;hmt wie jener Turm von Pisa,<BR> dein L&auml;cheln gilt f&uuml;r Ironie.<BR> Ja ... warum lacht die Mona Lisa?<BR> Lacht Sie &uuml;ber uns, wegen uns, trotz uns, mit uns, gegen uns - <BR> oder wie -?<BR><BR> Du lehrst uns still, was zu geschehen hat.<BR> Weil uns dein Bildnis, Lieschen, zeigt:<BR> Wer viel von dieser Welt gesehen hat - <BR> der l&auml;chelt, legt die H&auml;nde auf dem Bauch<BR> und schweigt.<BR><BR> (von 1928)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht25>Gedicht 25</B></FONT></a><BR><BR> <B>Kurt Tucholsky: Krieg dem Kriege</B><BR><BR> Sie lagen vier Jahre im Sch&uuml;tzengraben.<BR> Zeit, gro&szlig;e Zeit!<BR> Sie froren und waren verlaust und haben<BR> daheim eine Frau und zwei kleine Knaben,<BR> weit, weit -!<BR><BR> Und keiner, der ihnen die Wahrheit sagt.<BR> Und keiner, der aufzubegehren wagt.<BR> Monat um Monat, Jahr um Jahr ...<BR><BR> Und wenn mal einer auf Urlaub war,<BR> sah er zu Haus die dicken B&auml;uche.<BR> Und es fra&szlig;en dort um sich wie eine Seuche<BR> der Tanz, die Gier, das Schiebergesch&auml;ft.<BR> Und die Horde alldeutscher Skibenten kl&auml;fft:<BR> "Krieg! Krieg!<BR> Gro&szlig;er Sieg!<BR> Sieg in Albanien und Sieg in Flandern!"<BR> Und es starben die andern, die andern, die andern ...<BR><BR> Sie sahen die Kameraden fallen.<BR> Das war das Schicksal bei fast allen:<BR> Verwundung, Qual wie ein Tier, und Tod.<BR> Ein kleiner Fleck, schmutzigrot -<BR> und man trug sie fort und scharrte sie ein.<BR> Wer wird wohl der n&auml;chste sein?<BR><BR> Und ein Schrei von Millionen stieg auf zu den Sternen.<BR> Werden die Menschen es niemals lernen?<BR> Gibt es ein Ding, um das es sich lohnt?<BR> Wer ist das, der da oben thront,<BR> von oben bis unten bespickt mit Orden,<BR> und nur immer befiehlt: Morden! Morden! - <BR> Blut und zermalmte Knochen und Dreck ...<BR> Und dann hie&szlig; es pl&ouml;tzlich, das Schiff sei leck.<BR> Der Kapit&auml;n hat den Abschied genommen<BR> und ist etwas pl&ouml;tzlich von dannen geschwommen.<BR> Ratlos stehen die Feldgrauen da.<BR> F&uuml;r wen das alles? Pro patria?<BR><BR> Br&uuml;der! Br&uuml;der! Schlie&szlig;t die Reihn!<BR> Br&uuml;der! das darf nicht wieder sein!<BR> Geben Sie uns den Vernichtungsfrieden,<BR> ist das gleiche Los beschieden<BR> unsern S&ouml;hnen und euren Enkeln.<BR> Sollen die wieder blutrot besprenkeln<BR> die Ackergr&auml;ben, das gr&uuml;ne Gras?<BR> Br&uuml;der! Pfeift den Burschen was!<BR> Es darf und soll so nicht weitergehn.<BR> Wir haben alle, alles gesehn,<BR> wohin ein solcher Wahnsinn f&uuml;hrt - <BR><BR> Das Feuer brannte, das sie gesch&uuml;rt.<BR> L&ouml;scht es aus! Die Imperialisten,<BR> die da dr&uuml;ben bei jenen nisten,<BR> schenken uns wieder Nationalisten.<BR> Und nach abermals zwanzig Jahren<BR> kommen neue Kanonen gefahren. -<BR> Das w&auml;re kein Friede.<BR> Das w&auml;re Wahn.<BR> Der alte Tanz auf dem alten Vulkan.<BR> Du sollst nicht t&ouml;ten! hat einer gesagt.<BR> Und die Menschheit h&ouml;rts, und die Menschheit klagt.<BR> Will das niemals anders werden?<BR> Krieg dem Kriege!<BR> Und Friede auf Erden.<BR><BR> (von 1919)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht26>Gedicht 26</B></FONT></a><BR><BR> <B>Kurt Tucholsky: Das Dritte Reich</B><BR><BR> Es braucht ein hohes Ideal<BR> der nationale Mann,<BR> daran er morgens allemal<BR> ein wenig turnen kann.<BR> Da hat denn deutsche Manneskraft<BR> in segensreichen Stunden<BR> als neueste Errungenschaft<BR> ein Ideal erfunden:<BR> Es soll nicht sein das erste Reich,<BR> es soll nicht sein das zweite Reich ...<BR><BR> Das dritte Reich?<BR> Bitte sehr! Bitte gleich!<BR><BR> Wir d&uuml;rfen nicht mehr massich sein -<BR> wir m&uuml;ssen durchaus rassisch sein - <BR> und freideutsch, jungdeutsch, heimatwolkig<BR> und b&uuml;ndisch, v&ouml;lkisch, volkisch, volkig ... <BR> und &uuml;berhaupt.<BR> Wers glaubt,<BR> wird selig. Wer es nicht glaubt, ist<BR> ein ganz verkommener Paz- und Bolschewist.<BR><BR> Das dritte Reich?<BR> Bitte sehr! Bitte gleich!<BR><BR> Im dritten Reich ist alles eitel Gl&uuml;ck.<BR> Wir holen unsre Br&uuml;der uns zur&uuml;ck:<BR> die Sudetendeutschen und die Saardeutschen<BR> und die Eupendeutschen und die D&auml;nendeutschen ...<BR> Trutz dieser Welt! Wir pfeifen auf den Frieden.<BR> Wir brauchen Krieg. Sonst sind wir nichts hienieden.<BR> Im dritten Reich haben wir gewonnenes Spiel.<BR> Da sind wir unter uns.<BR> Und unter uns, da ist nicht viel.<BR> Da herrscht der Bakel und der S&auml;bel und der Stock -<BR> da gl&auml;nzt der Orden an dem bunten Rock,<BR> da wird das Rad der Zeit zur&uuml;ckgedreht - <BR> wir rufen "Vaterland!", wenns gar nicht weiter geht ...<BR> Da sind wir alle reich und gleich<BR> im dritten Reich.<BR> Und wendisch und kaschubisch reine Arier.<BR> Ja, richtig ... Und die Proletarier!<BR> F&uuml;r die sind wir die Original-Befreier!<BR> Die danken Gott in jeder Morgenfeier -<BR> Und merken gleich:<BR> Sie sind genau so arme Luder wie vorher,<BR> genau solch schuftendes und graues Heer,<BR> genau so arme Schelme ohne Halm und Haber -<BR> Aber:<BR> im dritten Reich.<BR> Und das sind wir.<BR> Ein Blick in die Statistik:<BR> Wir fabrizieren viel. Am meisten nationale Mistik.<BR><BR> (von 1930)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <center><a href="http://www.purehardcore.com/clicks/Jense.cgi"> <IMG SRC="phc030.gif" WIDTH=468 HEIGHT=60 BORDER=0> <B><font face=arial size=2>CLICK HERE FOR THE BEST HARDCORE!!</font></B></a> </center><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht27>Gedicht 27</B></FONT></a><BR><BR> <B>Kurt Tucholsky: Joebbels</B><BR><BR> Wat w&auml;rst du ohne deine M&ouml;belpacker!<BR> Die stehn, bezahlt un treu, so um dir rum.<BR> Dahinter du: een arma Lauseknacker,<BR> een Baritong fort Jachtenpublikum.<BR> Die Weiber - hach - die bibbern dir entjejen<BR> un m&ouml;chten sich am liebsten uffn Boden lejen!<BR> Du machst un tust und jippst da an ...<BR> Josef, du bist'n kleener Mann.<BR><BR> Mit dein Klumpfu&szlig; - seh mal, bein andern<BR> da sacht ick nischt; det kann ja jeda ham.<BR> Du wi&szlig;t als Recke durch de Jejend wandern<BR> un pa&szlig;t in keen Sch&uuml;tzenjrahm?<BR> In Sportpalast sowie in deine Presse,<BR> Riskierst du wat? - De Schnauze vornean.<BR> Josef, du bist'n kleener Mann.<BR><BR> Du bist mit irgendwat zu kurz gekommen.<BR> Nu r&auml;chste dir, nu lechste los.<BR> Dir hamm se woll zu fr&uuml;h aus Nest jenommen!<BR> Du bist keen Heros, det markierste blo&szlig;.<BR> Du hast'n Buckel, Mensch - du bist nich richtich!<BR> Du bi&szlig;t blo&szlig; laut - sonst biste jahnich wichtig!<BR> Keen Sch&uuml;tze - een Porzellanzerschmei&szlig;er,<BR> keen F&uuml;hrer biste - blo&szlig;'n Rei&szlig;er,<BR> Josef,<BR> du bist een jro&szlig;er Mann -!<BR><BR> (von 1931)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht28>Gedicht 28</B></FONT></a><BR><BR> <B>Kurt Tucholsky: An das Publikum</B><BR><BR> O hochverehrtes Publikum,<BR> sag mal: bist du wirklich so dumm,<BR> wie uns das an allen Tagen<BR> alle Unternehmer sagen?<BR> Jeder Direktor mit dickem Popo<BR> spricht: "Das Publikum will es so!"<BR> Jeder Filmfritze sagt: "Was soll ich machen?<BR> Das Publikum w&uuml;nscht diese zuckrigen Sachen!"<BR> Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht:<BR> "Gute B&uuml;cher gehn eben nicht!"<BR> Sag mal, verehrtes Publikum:<BR> bist du wirklich so dumm?<BR><BR> So dumm, da&szlig; in Zeitungen, fr&uuml;h und sp&auml;t,<BR> immer weniger zu lesen steht?<BR> Aus lauter Furcht, du k&ouml;nntest verletzt sein;<BR> aus lauter Angst, es soll niemand verletzt sein;<BR> aus lauter Besorgnis, M&uuml;ller und Cohn<BR> k&ouml;nnten mit Abbestellung drohn?<BR> Aus Bangigkeit, es k&auml;me am Ende<BR> einer der zahllosen Reichsverb&auml;nde<BR> und protestierte und denunzierte<BR> und demonstrierte und prozessierte ...<BR> Sag mal, verehrtes Publikum:<BR> bist du wirklich so dumm?<BR><BR> Ja, dann ...<BR> Es lastet auf dieser Zeit<BR> der Flucht der Mittelm&auml;&szlig;igkeit.<BR> Hast du so einen schwachen Magen?<BR> Kannst du keine Wahrheit vertragen?<BR> Bist also nur ein Grie&szlig;brei-Fresser -?<BR> Ja, dann ...<BR> Ja, dann verdienst dus nicht besser.<BR><BR> (von 1931)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht29>Gedicht 29</B></FONT></a><BR><BR> <B>Ludwig Uhland (1787-1862): Schw&auml;bische Kunde</B><BR><BR> Als Kaiser Rotbart lobesam<BR> Zum heil'gen Land gezogen kam,<BR> Da mu&szlig;t' er mit dem frommen Herr<BR> Durch ein Gebirge, w&uuml;st und leer.<BR> Daselbst erhub sich gro&szlig;e Not,<BR> Viel Steine gab's und wenig Brot,<BR> Und mancher deutsche Reitersmann<BR> Hat dort den Trunk sich abgetan.<BR> Den Pferden war's so schwach im Magen,<BR> Fast mu&szlig;te der Reiter die M&auml;hre tragen.<BR> Nun war ein Herr aus Schwabenland,<BR> Von hohem Wuchs und starker Hand,<BR> Des R&ouml;&szlig;lein war so krank und schwach,<BR> Er zog es nur am Zaune nach,<BR> Er h&auml;tt es nimmer aufgegeben<BR> Und kostet's ihn das eigne Leben.<BR> So blieb er bald ein gutes St&uuml;ck<BR> Hinter dem Heereszug zur&uuml;ck;<BR> Da sprengten pl&ouml;tzlich in die Quer<BR> F&uuml;nfzig t&uuml;rkische Reiter daher,<BR> Die huben an, auf ihn zu schie&szlig;en,<BR> Nach ihm zu werfen mit den Spie&szlig;en.<BR> Der wackre Schwabe forcht sich nit,<BR> Ging seines Weges Schritt vor Schritt,<BR> Lie&szlig; sich den Schild mit Pfeilen spicken<BR> Und t&auml;t nur sp&ouml;ttlich um sich blicken,<BR> Bis einer, dem die Zeit zu lang,<BR> Auf ihn den krummen S&auml;bel schwang.<BR> Da wallt dem Deutschen auch sein Blut,<BR> Er trifft des T&uuml;rken Pferd so gut,<BR> Er haut ihm ab mit e i n e m Streich<BR> Die beiden Vorderf&uuml;&szlig;e zugleich.<BR> Als er das Tier zu Fall gebracht,<BR> Da fa&szlig;t er erst sein Schwert mit Macht,<BR> Er schwingt es auf des Reiters Kopf,<BR> Haut durch bis auf den Sattelknopf,<BR> Haut auch den Sattel noch zu St&uuml;cken<BR> Und tief noch in des Pferdes R&uuml;cken;<BR> Zur Rechten sieht man wie zur Linken<BR> Einen halben T&uuml;rken heruntersinken.<BR> Da packt die andern kalter Graus,<BR> Sie fliehen in alle Welt hinaus,<BR> Und jedem ist's, als w&uuml;rd ihm mitten<BR> Durch Kopf und Leib hindurchgeschnitten.<BR> Drauf kam des Wegs 'ne Christenschar,<BR> Die auch zur&uuml;ckgeblieben war,<BR> Die sahen nun mit guten Bedacht,<BR> Was Arbeit unser Held gemacht.<BR> Von denen hat's der Kaiser vernommen,<BR> Der lie&szlig; den Schwaben vor sich kommen,<BR> Er sprach: "Sag an, mein Ritter wert!<BR> Wer hat dich solche Streich gelehrt?"<BR> Der Held bedacht sich nicht zu lang:<BR> "Die Streiche sind bei uns im Schwang,<BR> Sie sind bekannt im ganzen Reiche,<BR> Man nennt sie halt nur Schwabenstreiche."<BR><BR> (erschien 1814)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> <FONT SIZE="+1"><B><a Name=Gedicht30>Gedicht 30</B></FONT></a><BR><BR> <B>Hugo von Hofmannsthal: Die Beiden</B><BR><BR> Sie trug den Becher in der Hand<BR> - ihr Kinn und Mund glich seinem Rand -<BR> so leicht und sicher war ihr Gang,<BR> kein Tropfen aus dem Becher sprang.<BR><BR> So leicht und fest war seine Hand:<BR> er ritt auf einem jungen Pferde,<BR> und mit nachl&auml;ssiger Geb&auml;rde<BR> erzwang er, da&szlig; es zitternd stand.<BR><BR> Jedoch, wenn er aus ihrer Hand<BR> den leichten Becher nehmen sollte,<BR> so war es beiden allzu schwer:<BR> denn beide bebten sie so sehr,<BR> da&szlig; keine Hand die andre fand<BR> und dunkler Wein am Boden rollte.<BR><BR> (von 1896)<BR><BR><a href=#Anf>Zur&uuml;ck zur Inhaltsangabe</a><BR><BR> </BODY> <BR><A Href=index.html> <IMG SRC="eyes02r.gif" BORDER=0 WIDTH=27 HEIGHT=27> Zur&uuml;ck zur Homepage <IMG SRC="eyes02l.gif" BORDER=0 WIDTH=27 HEIGHT=27></A><BR> <BR><A href=gedicht2.html> <IMG SRC="eyes02.gif" BORDER=0 WIDTH=115 HEIGHT=31>Vorige Gedichte (11-20) <IMG SRC="eyes02.gif" BORDER=0 WIDTH=115 HEIGHT=31></a><BR> <BR><A href=gedich4.html> <IMG SRC="eyes02.gif" BORDER=0 WIDTH=115 HEIGHT=31> N&auml;chsten Gedichte (31-40) <IMG SRC="eyes02.gif" BORDER=0 WIDTH=115 HEIGHT=31></a><BR> <BR>Bei Fragen und Anregungen sowie Vorschl&auml;ge E-Mail an <A HREF="mailto:roswitha.guenther@sz-online.de"> <IMG SRC="email09.gif" BORDER=0 WIDTH=107 HEIGHT=35> Jens G&uuml;nther</A><BR><BR><BR> <!-- EuroSponsor --><BR> <CENTER><A HREF="http://eurosponsor.de/web-sponsor/nt-bin/click.exe?102e" TARGET="_top"><IMG SRC="http://eurosponsor.de/web-sponsor/nt-bin/show.exe?102e" ALT="EuroSponsor" BORDER=1 WIDTH= HEIGHT= ></A></CENTER> <CENTER><FONT SIZE=-2>Mitglied bei <A HREF="http://www.eurosponsor.de" TARGET="_top">EuroSponsor</A></FONT></CENTER> <BR><!-- EuroSponsor --> </HTML>