Dominikanische Republik


Boca de Yuma

Am Mittwoch, den 27.05.1998 führten wir unseren ersten Ausflug durch. Es war der Ausflug Boca de Yuma (deutscher Untertitel Land und Leute). Los ging es mit dem Bus um 7:15 Uhr ab Treffpunkt Riu Hotels. Den ungefähren Verlauf der Tour könnt ihr der folgenden Karte entnehmen:

Karte

Die Stationen im Einzelnen:

  1. Abfahrt Hotel Riu Naiboa
  2. Taino-Museum in Otra Banda
  3. Higüey
  4. Zuckerrohrfelder
  5. Altos de Chavón
  6. La Romana
  7. Boca de Yuma
  8. Ranch
  9. Rückfahrt

1. Abfahrt am Hotel Riu Naiboa

Nachdem alle Teilnehmer im Bus saßen ging es gegen 7:40 Uhr los. Unser Reiseführer hieß Pedro Pablo, aber wir sollten doch Peter Paul zu ihm sagen. Pedro war ein echt witziger Typ, zuerst nahm er uns alle auf dem Arm, weil er uns die Tour nach Santo Domingo ausführlich beschrieb und dann meinte, daß wir wohl alle im falschen Bus wären *G*. Waren wir aber nicht und nach etwa 1 Stunde Fahrt hatten wir unsere erste Station erreicht.

2. Taino-Museum in Otra Banda

Taino-Museum Taino-Gottheit Im Taino-Museum (ganz links) gab es einiges über die Ureinwohner der Dominikanischen Republik, die Tainos, zu erfahren. Die Tainos wurden von den Spaniern bei der Kolonialisierung bis auf wenige Menschen komplett ausgerottet. Zu sehen gab es unter anderem Figuren, die die Tainos als Gottheiten verehrten (links). Vor dem Museum gab es dann eine Seltenheit: Barbara mit Hund (normalerweise nimmt sie beim Anblick von Hunden ganz schnell reißaus, aber der hier war wohl "klein" genug) (rechts). Barbara

3. Higüey

Pedro Pablo Higüey Nach kurzer Weiterfahrt erreichten wir die Provinzhauptstadt Higüey. Die Dominikanische Republik besteht aus 29 Provinzen, ähnlich den Staaten der USA. Higüey wurde 1494 von Juan de Esquivel, dem Eroberer Jamaikas gegründet. Unter Ponce de León siedelten die ersten Spanier an. Heute hat Higüey etwa 35.000 Einwohner und den bedeutensten Markt im Umkreis (rechts oben und ganz links, im Hintergrund zu sehen, im Vordergrund Pedro Pablo). Bekannt ist Higüey als der Wallfahrtsort in der Dominikanischen Republik mit der Basílica Nuestra Señora de la Altagracia (der Kathedrale, links). Diese Kathedrale wurde 1992 in Anwesenheit des Papstes eingeweiht.

Die Fahrt setzen wir nach dem Besuch der Kathedrale über Land fort und bekamen den ersten Eindruck der weiten Zuckerrohrfelder der Dominikanischen Repuiblik (rechts unten).

Markt von Higüey

Zuckerrohrfeld

4. Zuckerrohrfelder

Zuckerrohr-Verladung Mitten in der Weite der Zuckerrohrfelder wurden wir dann mit der Arbeitsweise bei der Verladung des Zuckerrohres bekannt gemacht (rechts oben und links): Auf den Feldern arbeiten hauptsächlich Haitianer, die eine Tonne Zuckerrohr für 38 Pesos (etwas über 5 DM) ernten und daher auch in ärmlichsten Verhältnissen leben. Der Zuckerrohr wird per Ochsenkarren zu den Verladestationen gebracht und dort per Kran in die Waggons verladen, die dann per Eisenbahn in die Fabriken, z.B. in La Romana, gebracht werden.

Auch durften wir einmal frisch geschälten Rohzuckerrohr probieren (man kann die Stangen lutschen oder knabbern, darf aber nicht reinbeißen). Barbara tut dies (rechts unten) mit einiger Skepsis (böse Zungen behaupten, sie versuche Blockflöte auf Zuckerrohr zu spielen).

Zuckerrohr-Verladung

Barbara mit Zuckerrohr

5. Altos de Chavón

Altos de Chavón

Altos de Chavón
Die nächste Etappe der Tour war das Künstlerdorf Altos de Chavón. Altos de Chavón liegt hoch über dem Río Chavón und ist eine detailgetreue Nachbildung eines mediterranen Dorfes aus Kalksandstein aus dem 16. Jahrhundert. In Altos de Chavón ist ein Ableger der Parsons School of Design (New York) untergebracht. In dieser Schule lernen StipendiatInnen aus aller Welt in einmalig schöner Umgebung.

Links oben ist die Kirche San Estanislao im Zentrum von Altos de Chavón zu sehen. Darunter und rechts ein Blick auf den Río Chavón. Auf diesem Fluß wurden übrigens die Flußszenen des Filmes Apocalypse Now gedreht.

Chavón

Chavón

Auf der Weiterfahrt von Altos de Chavón nach La Romana gab es dann schon erste Anzeichen für das Ereignis, was die gesamte Tour unvergeßlich machen sollte. Auf der Feuerwache von Altos de Chavón mußte der Busfahrer eine Menge Wasser nachfüllen, da die Kühlwasserpumpe einen Defekt bekommen hatte (was auch dazu führte, daß die Klimaanlage des Busses bei der Abfahrt aus Altos de Chavón zunächst nicht benutzt werden konnte und wir somit wie die Schweine im Bus schwitzten, da es zudem grade Mittagszeit war).

6. La Romana

Nachdem wir dann doch La Romana erreicht hatten (drittgrößte Stadt, ca. 96.000 Einwohner, Provinzhauptstadt), ging es dort für uns in einem Restaurant zum Mittagessen, während der Busfahrer mit dem Bus zur Reparatur der Kühlwasserpumpe fuhr. La Romana ist eine wohlhabende Stadt, was es den kubanischen Zuckerrohrfabrikanten und der Gulf & Western Company verdankt, die in den 20er Jahren große Ländereien für den Zuckerrohranbau aufkaufte.

Den Name La Romana verdankt die Stadt einer römischen Waage, die im 1851 erbauten Hafen stand. Heute steht in La Romana die größte Zuckerrohrfabrik des Landes, die Central de la Romana. Sie erkennt man schon von weitem an den hohen Schornsteinen, die eine Menge Dreck in die Luft pusten. So konnten wir die Fabrik noch lange auf dem Segeltrip von Bayahibe nach Saona sehen. Bei der Fahrt nach Santo Domingo mußten wir ebenfalls an der Fabrik vorbei und bemerkten den "starken Nebel" (Abgase der Fabrik).

In La Romana besuchten wir schließlich noch eine Zigarrenmanufaktur (rechts), die in einem Krankenhaus (!) untergebracht war.

Tabakmanufaktur

7. Boca de Yuma

Boca de Yuma

Pelikan

Nach lägerer Fahrt (etwa 1 Stunde) erreichten wir Boca de Yuma ("Mündung des Yumaflusses"). Da wir alle schon ziemlich kaputt waren (vor allem Dank der Panne bei Altos de Chavón) verlief dieser Teil der Strecke sehr ruhig, die meisten schliefen. Nur Pedro Pablo mußte uns ab und zu stören, indem er aus auf Zitronenbäume oder Avocado-Plantagen aufmerksam machen mußte.

Boca der Yuma ist ein typisches Fischerdorf an - wie der Name schon sagt - der Müdung des Yuma. Wir besichtigten kurz die Festungsanlagen (links oben) und machten danach eine kleine Bootsfahrt über den Yuma, auf der wir die Mangrovenwälder (rechts) und graue Pelikane (links unten) bewundern konnten. Danach ging es wieder in den Bus zur (eigentlich) letzten Etappe.

Yuma

8. Ranch

Merengue Der (eigentlich) letzte Halt war eine Pferderanch auf dem Weg von Boca de Yuma nach Higüey. Zunächst wurden wir alle in eine kleine offene Hütte gepfercht, wo wir dann den Landestanz, den Merengue tanzen lernen sollten (links). Zum Glück gab es vorher reichlich Cuba Libre, so daß wir alle gut drauf waren. Auch ich hatte das Vergnügen, zweimal mit einer kaffeebraunen Schönheit (der gleichen) tanzen zu dürfen *bg*.

Nach diesem animierten Tanzspektakel konnten wir dann einen Ritt durch die Zuckerrohrfelder machen. Da wir für unsere große Reisegruppe weder genug Pferde noch genügend Platz in den Kutschen hatten, blieben Barbara, Petra und ich (weil wir ziemlich fertig waren und daher sowieso keinen Bock mehr hatten) mit zwei Anderen aus unserer Gruppe da (rechts oben). Barbara brauchte auch etwa 10 Minuten, um das Fohlen endlich so zu beruhigen, daß das Foto rechts unten entstehen konnte. Nach etwa 15 Minuten kam unsere Gruppe wieder und wir setzen die Rückreise fort, die allerdings unterbrochen werden sollte (siehe unten).

Guido und Petra

Barbara mit Fohlen

9. Rückfahrt

Gruppenfoto

Steinmaus

Auf der Rückfahrt wurden von Pedro Pablo die 4 übriggebliebenen Flaschen Rum in einem Quiz verlost. Er stellte eine Frage aus allem, was er im Laufe des Tages erzählt hatte und wer die Antwort wußte, sollte es laut in den Bus rufen und gewann eine Flasche. Die erste ging an die Mannheimer neben mir. Die zweite Frage setzte er an mit "Wieviel Provinzen...", worauf ich schon "29" in den Bus schrie (wohlgemerkt, schrie, nicht rief...). So hatte ich also die zweite Flasche gewonnen. Die dritte heimste Petra ein (sie kannte den amtierenden Präsidenten), die vierte Sabine (Jochen und Sabine haben wir auf der Tour kennengelernt, Sabine kannte noch den Namen des Dorfes La Otra Banda). Fröhlich ging es also weiter...

Denkste! Wer sich an Punkt 5 (Altos de Chavón) erinnert, der weiß vielleicht noch von den Problemen mit der Kühlwasserpumpe des Busses. Nach etwa 10 Minuten Fahrt blieb dann der Bus endgültig (an der mit x markierten Stelle auf der Karte) liegen. Was tun? Da es sich um eine recht belebte Kreuzung handelte, konnte Pedro Pablo von Einheimischen Rum und Cola besorgen lassen. Währed "Alte und Memmen zuerst" in die vorbeikommenden Busse verteilt worden, blieb ein harter Kern (links oben) bis zum Schluß zurück. Dank des Bordfunks kam dann nach etwa einer 3/4 Stunde ein PKW und ein Kleinbus, in die wir uns reinquetschten. Weil wir nichts besseres wußten, wollte Pedro uns unbedingt spanische Lieder beibrigen (u.a. das WM-Lied von Ricky Martin), und so... haben wir ihm auch einige deutsche Lieder beigebracht und verbrachten die gesamte eineinhalb-stündige Rückfahrt singend, es war ein Riesenspaß...

In Higüey mußten wir erstmalig Bier "nachtanken", dann nochmals an der Tankstelle zu unserem Hotel (siehe Fotos). Angekommen sind wir dann erschöpft aber super-fröhlich gegen 20:30 Uhr im Hotel, haben zu Abend gegessen und sind alle nur noch totmüde ins Bett gefallen.

Barbara und Pedro



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