Dominikanische Republik


Santo Domingo

Am Sonntag, den 31.05.1998 (Pfingstsonntag) brachen wir todesmutig (unserer Reiseleiterin Eva mußte ich versprechen, mich auf jeden Fall am Montag zu melden, ob wir noch leben) mit einem Leihwagen in die Hauptstadt Santo Domingo auf. Den Tourverlauf (ca. 220 km einfache Strecke) könnt ihr der folgenden Karte entnehmen (die sich vergrößern läßt):

Karte

Leihwagen Am Samstag Nachmittag konnte ich den Leihwagen (links oben) abholen, am Sonntag Morgen ging es dann gegen 8:00 Uhr los. Die Strecke von Bavaro nach Higuëy ist sehr, sehr schlecht - viele Schlaglöcher. Am besten folgt man einem einheimischen Bus, der die Strecke kennt, und fährt Slalom um die Löcher.

Nach Higuëy wird dann die Straße besser. Es ging weiter durch das Tal des Chavón (rechts) nach La Romana. Mitten in der Stadt kreischten die beiden Mädels auf einmal "Stop, halt an, es ist rot!" - aber ich habe überhaupt nichts gesehen... Reaktion: Quietschende Bremsen rechts und links und Gehupe (was aber in den Städten auf der Dominikanischen Republik eigentlich normal ist). Dann erst habe ich gemerkt, daß es in den Städten auch Ampeln gibt. Die hängen allerdings nur oben (nicht an der Seite wie bei uns) und außerdem auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Kreuzung. Also hatte ich wieder was gelernt: ich mußte in den Städten nicht nur auf die Straße (Schlaglöcher, Abwasserrinnen) aufpassen, sondern gleichzeitig nach oben sehen, ob nicht irgendwo eine Ampel auftaucht - ganz schön anstrengend.

Über die Autostraße 3 ging es dann über San Pedro de Macrois und Boca Chica die Karibikküste entlang nach Santo Domingo. Das letzte Stück verlief dann über eine Dominikanische Autobahn (links). Das Wort "Autobahn" sollte man aber nicht zu wörtlich nehmen, auf der gibt es auch Bushaltestellen, Leute die über die Straße laufen usw...

Chavón
Autobahn
Auto In Santo Domingo angekommen haben wir dann erstmal zwangsweise eine Stadtrundfahrt gemacht um uns zu orientieren. Immerhin haben wir so eine ganze Menge der Stadt gesehen. Sehr schockiert waren wir über die typischen Autos in der Hauptstadt (links), das hat uns dann doch zu denken gegeben. Nachdem ich mich durch die Ciudad Colonial gequält hatte (wichtigste Verkehrsregel: immer hupen und nie stehenbleiben) haben wir den Leihwagen am Nationalpalast (rechts, auf dem Stadtplan unten Nummer 1) abgestellt. So konnten wir zumindest sicher sein, daß der Wagen gut bewacht war (auch wenn die schwerbewaffneten Soldaten etwas skeptisch geschaut haben...). Nationalpalast

Stadtplan

Ciudad Colonial Ciudad Colonial Nachdem wir den Wagen abgestellt hatten, machten wir uns auf in Richtung Hafen. Wir durchquerten die Haupteinkaufsstraße der Ciudad Colonial (Altstadt, Bilder links), durch die ich vorher mit dem Leihwagen gefahren bin. Interessant war, daß fast alle Häuser riesige Satellitenantennen hatten (rechts).

Wir wissen bis heute nicht, was der Pfingstsonntag in der Dominikanischen Republik für eine besondere Bedeutung hat, auf jeden Fall war die Einkaufsstraße mächtig belebt (auf dem Stadtplan Nummer 2) und es wurden ohne Ende Geschenke eingekauft. Teilweise hatten wir arge Schwierigkeiten, uns durch die Menge zu quetschen.

Zu Mittag haben wir dann noch in einem typischen Dominikanischen Schnellimbiß gegessen, was dank meiner beschränkten Spanisch-Kenntnissen gar nicht so einfach war.

Ciudad Colonial
Rast Der Weg zum Hafen war noch sehr beschwerlich. Kaum hatten wir die Hauptstraße verlassen, wurden die Straßen auch schon menschenleer. Lediglich ein paar Kinder winkten uns zu: "¡Hola, americanos!"

Es war in der Mittagszeit sehr, sehr schwül, so daß wir am Hafen angekommen erst einmal ein Rast im Schatten einlegen mußten (links, Nummer 3 auf dem Stadtplan). So blieb mir dann die Zeit, mich über die Sehenswürdigkeiten im Reiseführer zu informieren.

Wie wir feststellen konnten, waren wir ganz in der Nähe des Alcázar de Colón. So machten wir uns also auf den Weg, den Platz hinauf (rechts oben), wo wir dann zur Alcázar de Colón (rechts unten, Stadtplan Nummer 4) gelangten. Es handelt sich um einen aus Korallenstein erbauten, gotisch-maurischen Palast des Vizekönigs Diego Colón. Er wurde 1510 erbaut und wurde später zum Sitz der spanischen Kolonialregierung. Leider hatte der Palast am Sonntag geschlossen, so daß wir keine Besichtigung durchführen konnten.

Treppenaufgang

Alcázar de Colón

Ficus Am Ende des Platzes konnten wir dann wieder einen der riesigen Ficus-Bäume bewundern (links, ja, das ist tatsächlich ein Ficus, der allerdings in meinem Büro wohl kaum Platz hätte).

Dort mußten wir uns wieder einmal orientieren (rechts), um zu sehen, wie wir wieder zu unserem Auto kommen konnten und was wir noch auf dem Weg alles sehen konnten, denn Barbara war wegen der Hitze und Schwüle so fertig, daß sie nur noch wieder ins Hotel wollte (wir waren zu dem Zeitpunkt auch schon gute 2 Stunden in Santo Domingo unterwegs).

Guido und Petra
Kloster Auf dem Rückweg kamen wir noch an der Ruine des Klosters Monasterio de San Francisco vobei (Bilder rechts und links, auf dem Stadtplan Nummer 5), des ersten auf der Dominikanischen Republik erbauten Dominikaner-Klosters.

Nachdem wir die Haupteinkaufsstraße wieder erreicht hatten, konnten wir uns auf den Weg zu unserem Leihwagen machen. Barbara mußte in einem kleinen Kiosk noch etwas zu trinken haben, so daß ich mich wieder einmal mit meinem Spanisch herumschlagen mußte. Vor dem Nationalpalast haben wir (beobachtet von den Wachen) dann eine kurze Rast eingelegt und dann ging es auf den Heimweg. Zunächst habe ich mich in Santo Domingo aber fürchterlich verfranzt und wir landeten mitten in einer Favela (ärmliche Vorstadt). Die Bewohner schauten uns an, als hätten sie noch nie ein Auto gesehen und Barbara fragte schon ängstlich: "Seid ihr sicher, daß wir hier noch richtig sind?"

Kloster

Ich meinte: "Willst du aussteigen und fragen?" worauf ich ein erschrecktes "Nein! Fahr bloß weiter, fahr bloß weiter!!!" erntete *grins*.

Auf der Rückfahrt wurden wir kurz hinter Santo Domingo dann noch von der Polizei angehalten (die stehen in den Zufahrten zu den Städten auf beiden Seiten der Straße). Aber auch die Polizei dort ist sehr freundlich: Zunächst wurden wir alle per Handschlag freundlich begrüßt und dann fragte der Polizist uns: "¿Turistas?" Ich schlug mich dann mal wieder mit Spanisch durch, er wollte wohl wissen, wo wir herkamen und als ich ihm antwortete "Alemania" war er vollauf begeistert "¡Ah, muy bien!" - und faselte noch etwas davon, daß die Deutschen die besten Freunde auf der Insel wären und verabschiedete uns mit einem "¡Buen viaje!".

Nach etwa 3 Stunden Fahrt, teilweise durch heftige Regenschauer, sind wir dann totmüde im Hotel angekommen (vor allem ich, durch die massive Konzentration während des Fahrens), haben zu Abend gegessen und sind in die Betten gefallen.




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