Mein kleines geologisches Wörterbuch
erhebt absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Es ist daher ohne weiteres möglich,
daß ihr nicht alles erklärt findet, was ihr erklärt haben
wollt. Wenn ihr der Meinung seit, daß noch einige wichtige Begriffe
fehlen, oder ihr wegen einer bestimmten Frage gar nicht mehr schlafen könnt,
dann schickt mir eure Vorschläge und/oder eure Frage doch einfach
per E-Mail. Ich werde dann mein
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A
Aa-Lava
hawaiisch, Lava mit rauher zackiger Oberfläche; siehe auch Fladen-Lava
und Lava
Abdruck
Abformung von pflanzlichen bzw. tierischen Körpern oder Körperteilen
in Gesteinen
abiotisch
lebensfeindlich; siehe auch biotisch
Ablation
ist die durch Sonneneinstrahlung hervorgerufene Abschmelzung an Schneemassen
oder Gletschern
Abrasion
ist die durch Meeresbrandung hervorgerufene Abtragung an Steilküsten;
sie führt zur Bildung von flachen, nur wenig unterhalb des Meeresspiegels
liegenden Abrasionsebenen
Abraum
ist das beim Abbau von nutzbaren Mineralen und Gesteinen anfallende,
nicht nutzbare Material
Abschiebung
Verwerfung; Bezeichnung für eine durch tektonische Zerrungsbewegungen
hervorgerufene relative Absenkung einer Gesteinsscholle gegen eine andere
Absetzen, Abstoßen
bergmännischer Ausdruck für das Abschneiden eines Flözes
oder einer Gesteinsschicht an einer anderen Gesteinsmasse oder einer tektonischen
Fläche
Abtragung
Sammelbegriff für die durch Wasser, Eis und Luft hervorgerufene
Zerstörung von Gesteinen an der Erdoberfläche
abyssal
Tiefseebereich mit Meerestiefen bis rund 5000 Meter; siehe auch bathyal
und neritisch
Agglomerat
vulkanisches Auswurfprodukt aus fest verbackenen Gesteinsbrocken (Schweißschlacken)
Akaustobiolithe
Sammelbegriff für alle nicht brennbaren biogenen Gesteine
Aktinolith
"Strahlstein", Mineral der Amphibolithgruppe; siehe auch Amphibol
Akzessorium
mineralischer Anteil in Gesteinen mit weniger als 1 Prozent der Gesamtmenge
Alaunschiefer
durch Schwefelkies (Pyrit) dunkel gefärbte schiefrige Pelite,
bei deren Verwitterung Alaun entsteht
Algonkium
stratigraphischer Begriff für das Jungpräkambrium; entspricht
etwa dem Proterozoikum
Alkalifeldspat
Sammelbegriff für die Gruppe der Kalifeldspäte mit hohem
Natrium-Anteil
allitische Verwitterung
Gesteinsverwitterung in semihumidem bis semiaridem Klima, bei der es
zur vollständigen Lösung und Abfuhr von Siliziumdioxid mit anschließender
Ausfällung von Aluminiumhydroxiden kommt; siehe auch siallitisch
allochthon
sind Gesteinskomponenten (Minerale und Fossilien), die aus ortsfremdem
Material bestehen
allodapisch
Begriff für detritische Kalke, die in Tongesteine eingeschaltete
sind
allothigen
Bezeichnung für Gesteinskomponenten in magmatischen Gesteinen,
die ihren Ursprung in anderen Bildungsräumen hatten, also diesem Magma
fremd sind; siehe auch authigen
alluvial
Bezeichnung für junge Ablagerungen, wie z.B. junge Schwemmlandböden
oder Auelehme in Niederungen oder Tälern
alpinotyp
Bezeichnung für die auf starke Einengung zurückgehenden tektonischen
Erscheinungen in Faltengebirgen; siehe auch germanotyp
Amphibole
Gruppe chemisch komplizierter gesteinsbildender Minerale, die
OH-Gruppen enthalten (Bändersilikate), allgemeine Formel
A2B5[(OH,F)|Si4O11]2
A: Ca, Na, K; B: Mg, Fe, Al; (Beispiel: Hornblende)
Anaerobier
sind alle ohne Luftsauerstoff lebenden Organismen
Anatexis
bezeichnet das Wiederaufschmelzen von Gesteinen
Andesit
junges magmatisches Ergußgestein mit intermediärer Zusammensetzung;
entspricht hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung dem Pophyrit und
Diorit
Angewandte Geologie
Teilgebiet der Geologie, das sich mit der Anwendung geologischer Ergebnisse
und Methoden beschäftigt; siehe auch Hydrogeologie, Ingenieurgeologie,
Lagerstättenkunde, Baugrunduntersuchungen
Anstehendes
Begriff für den jeweils den Betrachter interessierenden Gesteinsuntergrund
in weitgehend ursprünglicher Beschaffenheit
Anthrazit
Steinkohlen-Inkohlungsstufe; Bezeichnung für eine hoch inkohlte
Steinkohle mit einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von weniger
als 10 Prozent
anthropogen
vom Menschen verursacht bzw. erzeugte
Antiklinale
geologischer Sattel; durch Faltung hervorgerufene tektonische Form
mit nach unten divergierenden Faltenschenkeln; siehe auch Syklinale
Antiklinorium
Bezeichnung für ein Faltenbündel, bei dem der Faltenspiegel
von den beiden Rändern des Bündels zur Mitte hin ansteigt; siehe
auch Synklinorium
antithetisch
beschreibt Schollentreppen, bei denen die Schichten gegensinnig zu
den Verwerfungen einfallen
äolisch
Begriff für durch den Wind bedingte Erscheinungen; siehe auch
Deflation, Düne, Korrasion, Löß
Apatit
Mineral, Kalziumhosphat, abgeleitet aus dem griechischen Begriff für
"trügerisch", da dieses Mineral früher mit Beryll und Turmalin
verwechselt wurde
aphotisch
ist der lichtlose Bereich in Gewässern in dem kein Pflanzenwachstum
mehr möglich ist
Aplit
ist ein vorwiegend aus Feldspat und Quarz bestehendes, helles Ganggestein;
siehe auch Pegmatit
Aquifer
Grundwasserleiter
Aquiclude
Begriff für einen wasserundurchlässigen Gesteinskörper
Aquifuge
Begriff für einen wasserundurchlässigen Gesteinskörper
Aquitarde
Begriff für einen Gesteinskörper, der im Vergleich zu einem
benachbarten Gesteinskörper geringer wasserdurchlässig ist
Aragonit
Mineral, rhombische Modifikation des Kalziumkarbonates; siehe auch
Kalzit
Archaikum
Zeitabschnitt der Erdgeschichte von etwa 4,0 bis 2,5 Milliarden Jahre
Arenit
Bezeichnung für klastische Karbonatgesteine, deren Einzelkörner
eine Größe zwischen 0,63 und 2 mm aufweisen; siehe auch Lutit,
Mikrit, Rudit
arid
Bezeichnung für ein Klima, bei dem die Verdunstung höher
ist als der Niederschlag
Arkose
feldspatreicher Sandstein, (> 25 Prozent)
artesisch
beschreibt einen Sachverhalt, bei dem gespanntes
Grundwasser selbständig ausfließt; dies kann passieren, wenn
ein Grundwasserleiter zwischen zwei undurchlässigen Schichten lagert
und die Grundwasserentnahmestelle tiefer als der freie Grundwasserspiegel
im Grundwasserleiter liegt
Asphalt
natürlicher aus Kohlenwasserstoffen zusammengesetzter Stoff, der
durch bestimmte Umwandlungsprozesse aus organischem Material entsteht;
siehe auch Erdwachs, Ozokerit
Asphaltsee
seenartige Ansammlung von aus dem Untergrund ausgetretenem Aspalt
Asthenosphäre
Zone geringer Materialfestigkeit innerhalb des oberen Erdmantels unterhalb
der Lithosphäre (zwischen 100 bis 300 Kilometer Tiefe); siehe auch
Erdmantel, Erdkruste, Erdkern
Ästuar
Begriff für eine Flußmündung, die durch den freien
Zutritt von Ebbe und Flut vom Gezeitenstrom trichterartig erweitert wurde;
z.B. Mündung der Elbe, Themse oder Weser
atlantischer Küstentyp
Begriff für die im Bereich des atlantischen Ozeans herrschenden
plattentektonischen Verhältnisse; siehe auch pazifischer Krustentyp
Atoll
ringförmiges Korallenriff, das auf einem ehemaligen submarinen
Vulkan aufsitzt
Aufschiebung
tektonische Aufwärtsbewegung einer Gesteinsscholle gegenüber
einer anderen, bei der die Bewegungsfläche steiler als 45 ° steht;
siehe auch Überschiebung
Aufschluß
Begriff für eine durch die Kräfte der Natur oder künstlich
durch den Menschen geschaffene Stelle, an der sonst durch Boden oder Pflanzenbewuchs
verdecktes Gestein unverhüllt zutage tritt
Aulakogen
Begriff für eine schmale tiefe asymmentrische Furche in der Kristallinbasis
einer alten Plattform
Ausbiß
gelegentlich auch Ausstrich genannter Schnitt eines flächigen
geologischen Körpers (Schicht) mit der Erdoberfläche
Ausfrieren
Begriff für ein durch Gefrier- und Auftauvorgänge hervorgerufenes
Phänomen, wobei ein Stein aufgrund der Volumenzunahme mit dem gefrorenen
Boden angehoben wird, jedoch beim Auftauen erst dann zurücksinkt,
wenn seine Basis aufgetaut ist
Ausstrich
siehe Ausbiß
Auswurfmassen
sind durch vulkanische Gasenergie geförderte Lockermassen, wie
z.B. Aschen, Bims, Bomben
authigen
sind die während der Gesteinsbildung entstandenen Komponenten
eines Gesteins; siehe auch allothigen
autochthon
sind Gesteine oder pflanzliche und tierische Reste, die sich noch am
Ort ihrer Bildung bzw. an ihrem ehemaligen Lebensort befinden
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B
Bänderton
Begriff für ein feinkörniges Sediment, das infolge regelmäßiger
Wechsellagerung von hellen und dunklen Tonlagen im Querschnitt feingebändert
aussieht; Bändertone entstehen durch jahreszeitlich schwankende Wasser-
und Sedimentzufuhr, wobei die helleren Lagen aus dem Frühjahr (Zeit
der Schneeschmelze) und die dunklen Lagen aus dem Hochsommer und Frühwinter
stammen; eine helle und eine dunkle Lage bilden zusammen jeweils eine 0,5-1
cm dicke Jahresschicht (Warve)
Baryt
Mineral; Bariumsulfat; wegen seines hohen spezifischen Gewichtes auch
Schwerspat genannt
Basalt
junges magmatisches Ergußgestein mit basischer Zusammensetzung;
entspricht hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung dem Diabas und dem
Gabbro
Batholith
Begriff für ein Tiefengesteinsmassiv (Pluton), dessen Begrenzungsflächen
nach unten hin divergieren
bathyal
lichtarmer Bereich des Meeres von 200 bis 1000 Meter Wassertiefe
Bauxit
ist das bei der allitischen Verwitterung entstehende fossile Endprodukt
(Tonerdehydrat); wichtigster Aluminiumrohstoff
Belastungsmarken
sind wulstige Ausbauchungen an einer Schichtunterfläche; sie entstehen
dadurch, daß sich Teile eines Sandsedimentes aufgrund ungleicher
Belastung in unterlagernde wasserhaltige Schlammsedimente eindrücken
BENIOFF-Zone
benannt nach dem Geophysiker H. Benioff; eine im Grenzbereich zwischen
zwei konvergierenden tektonischen Platten festgestellte Zone, in der sich
die Erdbebenherde auf einer vom Ozean zum Kontinent hin geneigten Fläche
anordnen
Benthos
beschreibt die Gesamtgemeinschaft aller am Meeresboden lebenden Organismen
Bentonit
ist ein durch Wassereinlagerung stark quellfähiges Tonmineral,
Schichtsilikat
Bergkristall
durchsichtiger, wie Eis aussehender Quarz
Bernstein
von altdeutsch "börnen" = brennen; gelbliches bis bräunlichrotes
fossiles Harz (brennbar); sehr häufig in der sogenannten "Blauen Erde"
im Samland (Ostpreußen); aufgrund seines relativ geringen spezifischen
Gewichtes wird Bernstein schon bei nur geringen Strömungen in Salzwasser
schwebend transportiert und insbesondere bei Sturm an den Strand gespült
Beryll
Mineral; Berylliumsilikat
Bimsstein
helles schaumiges vulkanisches Glas; aufgrund seiner hohen Porosität
ist Bimsstein so leicht, daß er in Wasser schwimmt
Bindemittel
chemische oder mineralische Stoffe, die die Körner und Komponenten bei klastischen Sedimentgesteinen verkitten; man unterscheidet kalkiges Bindemittel: CaCO3,
kieseliges Bindemittel: SiO2, ferritisches Bindemittel: FeO(OH) und Tonminerale
biogen
ist ein Sediment, das aus organischen Komponenten entstanden ist
Biolith
aus Pflanzen oder tierischen Resten gebildetes Sediment; man unterscheidet
brennbare Kaustobiolithe und nicht brennbare Akaustobiolithe
Bioherm
Riff; untermeerische Erhebung aus koloniebildenden Organismen (z.B.
Korallen, Schwämme, Algen), die vor allem in die Höhe wachsen;
siehe auch Biostrom
Bioklast
Bezeichnung für einen zerbochenen oder isolierten Organismenrest
Biostratinomie
Wissenszweig, der versucht, aus der Lage und dem Zustand eines Organismenrestes
die dynamischen Vorgänge im Zeitraum zwischen dem Tod und der Einbettung
des Organismus zu rekonstruieren
Biostrom
Riff; untermeerische Erhebung aus koloniebildenden Organismen (z.B.
Korallen, Schwämme, Algen), die vor allem in die Breite wachsen; siehe
auch Bioherm
biotisch
lebensfreundlich; siehe auch abiotisch
Biotit
Mineral; Schichtsilikat; dunkler Glimmer
Biotop
ist der von einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) bewohnte Lebensraum
Bioturbation
Wühlgefüge; Bezeichnung für die durch wühlende
Organismen im Boden erfolgende Durchmengung, durch die eine ehemals vorhandene
Schichtung verwischt oder verändert werden kann
Biozönose
Vergesellschaftung aller Lebewesen, die einen gemeinsamen Lebensraum
(Biotop) bewohnen
Bitumen
natürliche aus Kohlenwasserstoffen zusammengesetzte brennbare
Stoffe, die bei bestimmten Umwandlungsprozessen aus organischem Material
entstehen; sie können fest (Erdwachs, Asphalt), flüssig (Erdöl)
und gasförmig (Erdgas) sein
Bocca
Begriff für eine kleine, meist an den Flanken eines Vulkans liegende
Ausbruchsöffnung
Boden
oberste Verwitterungsschicht eines Gesteins zusammen mit den enthaltenen
organischen Beimengungen; die Bodenbildung ist meistens klimabedingt
Bodenmechanik
beschreibt die wichtigsten physikalischen Eigenschaften von Böden
als Baustoff und Baugrund
Bogheadkohle
Bezeichnung für im wesentlichen aus Algen aufgebaute Kohle
Bohnerz
Begriff für aus festländischen Verwitterungslösungen
abgeschiedene bohnenförmige, häufig konzentrisch aufgebaute Konkretionen
aus Limonit (Brauneisenstein), die zusammen mit braunen oder roten Lehmen
in Spalten oder Höhlen von Kalkgesteinsvorkommen auftreten
Bohrung
zur Untersuchung oder Erschließung von Gesteinsschichten angelegter
anthropogener Aufschluß
Bombe
Begriff für einen aus einem Vulkan ausgeworfenen glühenden
Lavafetzen, der im Flug durch Rotation eine zumeist kugelige Form annimmt
und erstarrt zu Boden fällt
Bonebed
Bezeichnung für eine meist nur geringmächtige Anhäufung
von Wirbeltierknochen und -zähnen; häufig auch als Knochenbreccie
bezeichnet
boreal
beschreibt einen Bereich oder eine Zeit kalten Klimas
Boudinage
aus dem französischen für "Blutwurst"; beschreibt ein Gesteinsgefüge,
bei dem feste Schichten durch Zugbeanspruchung in einzelne meist kantengerundete
ellipsoidische Körper zerrissen werden, während das Gefüge
der übrigen Gesteinsmasse diese "Würste" quasi umfließt
brackisch
Bezeichnung für den Grenzbereich Süßwasser-Salzwasser;
man unterscheidet polyhalines (> 10 Gramm Salz je Liter), mesohalines (1
bis 10 Gramm Salz je Liter) und oligohalines (0,1 bis 1 Gramm Salz je Liter)
Brackwasser
Braunkohle
niedrig inkohlte Kohle von dunkelbrauner bis schwarzbrauner Farbe;
Anteil an flüchtigen Bestandteilen von etwa 40 Prozent; siehe auch
Hartbraunkohle, Steinkohle, Weichbraunkohle
Breccie
verfestigtes Trümmergestein mit eckigen und kantigen Bruchstücken
Brodelboden
siehe Kryoturbation
Bruchschill
Begriff für Anhäufungen von zerbrochenen Organismenklappen,
-schalen und -gehäusen; vor allem in flachmarinen Bereichen anzutreffen
Brunnen
zur Entnahme oder Beobachtung von Grundwasser angelegte, röhrenförmig
ausgehobene oder gebohrte Vertiefung
Büßerschnee
durch Abschmelzung entstandene Oberflächenform auf Gletschern
oder Schneeflächen, die an gebückt schreitende Büßer
erinnert; siehe auch Penitentes
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C
Caldera
kesselartige Vertiefung an Vulkanen; wird entweder durch Einsturz über
einer entleerten Magmenkammer oder aber durch heftige Explosionsausbrüche
hervorgerufen
Canyon
aus dem spanischen für "Röhre"; eine durch einen Fluß
sehr tief eingeschnittene Schlucht in Tafelländern; z.B. Colorado-Canyon
mit Erosionstiefen von mehr als 2000 Metern
Coccolithenschlamm
Tiefsee-Kalkschlamm; besteht vorwiegend aus maximal 0,01 mm großen
scheibenförmigen Kalkkörpern (Coccolithen) diese saßen zu Lebzeiten auf den kugelförmigen gallertigen Körpern planktonischer Flagellaten (Coccolithophorida); die weißen Kreidefelsen von Rügen bestehen zu einem großen Teil aus Coccolithen
CONRAD-Diskontiniutät
nach dem Geophysiker V. Conrad benannte seismische Unstetigkeitsfläche
in einer Tiefe von 10 bis 20 Kilometern, an der eine sprunghafte Geschwindigkeitszunahme
von P-Wellen eintritt
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D
Deckgebirge
Gesteinskomplex, der sich im tektonischen Baustil und meist auch im
Grad der Metamophose von dem darunter liegenden Grundgebirge deutlich abhebt;
die Deckgebirgsbasis ist zumeist durch eine deutlische Auflagerungsdiskordanz
gekennzeichnet
Deflation
beschreibt die ausblasende Tätigkeit des Windes; siehe auch Korrasion
und Steinsohle
Deklination
magnetische Mißweisung; bezeichnet den Winkelunterschied zwischen
der geographischen Nordrichtung und der zum magnetischen Erdpol zeigenden
Kompaßnadel
Dendriten
Begriff für netzförmig verästelte, bäumchenförmige
dunkle Mineralabsätze auf Gesteins-, Schicht- und Kluftflächen;
werden häufig als fossile Pflanzenreste gedeutet, sind aber nur Pseudofossilien
Dendrochronologie
Altersbestimmungsmethode durch vergleichende Dickenmessung der Jahresringe
von Bäumen
Detritus
allgemeiner Begriff für Gesteinsschutt oder zerriebene Organismenreste
Devon
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
395 und 345 Millionen Jahre
Diabas
altes magmatisches Ergußgestein mit basischer Zusammensetzung;
entspricht hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung dem Basalt und dem
Gabbro
Diagenese
bezeichnet die Umbildung von Lockersedimenten in Festgesteine durch
mehr oder minder langzeitige Wirkung von Temperatur, Druck, chemischer
Lösung und Abscheidung;
Diamant
Hochdruckmodifikation des reinen Kohlenstoffs
Diapirismus
im weiteren Sinne ein Prozeß, bei dem höher bewegliches
bzw. weniger dichtes Material aus tiefen Bereichen aufdringt und dabei
die überlagernden Schichten durchbricht
Diatomeenschlamm
kieselsäurereiches Tiefseesediment; besteht überwiegend aus
den Gehäusen mikroskopisch kleiner Kieselalgen (Diatomeen); im Süßwasser
abgelagerte Diatomeenschlämme heißen Kieselgur oder Diatomit
Diatomit
im Süßwasser gebildete kieselsäurereiche Ablagerungen,
die aus Gehäusen von Kieselalgen bestehen; aufgrund seiner Porosität
früher als Träger für Nitroglycerin verwandt (Dynamit)
Diatrema
siehe Durchschlagsröhre
Differentiation
Trennung eines Stamm-Magmas in mehrere Teilmagmen; insbesondere durch
die Trennung bereits auskristallisierter Teile von der Restschmelze, wodurch
sich die chemische Zusammensetrzung des Restmagmas ändert
Diorit
intermediäres magmatisches Tiefengestein; entspricht hinsichtlich
der chemischen Zusammensetzung dem Andesit
disharmonische Faltung
Begriff für die durch Unterschiede in der Verformbarkeit hervorgerufene
unterschiedliche Intensität und Art der Faltung einzelner Schichten
eines Schichtpaketes bei gleichzeitiger Faltungsbeanspruchung
Diskordanz
Begriff für das winklige Abstoßen von Schichten eines Gesteinskörpers
gegenüber denjenigen seines Hangenden (Winkeldiskordanz); auch für
durch Sedimentationsunterbrechungen oder Erosion erzeugte Schichtlücken
verwendet (Erosionsdiskordanz)
Dolinen
sind schlot- oder schüsselartige Karsttrichter mit unterschiedlichem
Umriß; sie entstehen durch Einsturz unterirdischer Lösungshohlräume;
siehe auch Erdfall, Karst, Polje
Dolomit
Mineral; Kalzium-Magnesium-Karbonat
Dom
allgemeine Bezeichnung für eine konvexe geologische Struktur mit
allseitig nach außen gerichtetem Fallen und rundem Grundriß
Drucklösung
durch Auflast oder tektonische Spannungen hervorgerufene chemische
Lösung in Gesteinen; siehe auch Stylolithen
Drumlin
aus dem gaelischen; elliptische aus Grundmoränenmaterial bestehende
Hügel, die in Richtung der ehemaligen Eisbewegung eines Gletschers
gestreckt sind
Druse
mit Kristallen ausgekleideter, jedoch nicht vollständig ausgefüllter
Hohlraum in Gesteinen
Dünen
sind durch Wind aufgeschichtete Sandhügel unterschiedlicher Höhe
und Länge; die Form der Dünen hängt im wesentlichen von
der Windstärke sowie von der Vegetation und der Feuchtigkeit des "überwehten"
Geländes ab
Durchläufer
sind Vertreter fossiler Pflanzen oder Tiere, die nahezu ohne morphologische
Veränderungen lange geologische Zeiträume überdauert haben
Durchschlagsröhren
sind nahezu senkrechte Gebilde mit unterschiedlichem Durchmesser, die
durch vulkanische Gase z.T. explosionsartig ausgeblasen und mit vulkanischen
Lockermassen und Nebengesteinsbrocken gefüllt worden sind; hierzu
gehören die häufig Diamanten führenden Pipes in Südafrika
Durit
siehe Streifenart
Dysodil
Begriff für eine aus feingeschichtetem Faulschlamm entstandene
Blätter- oder Papierkohle
dysphotisch
ist der schwach durchlichtete Bereich in Gewässern mit nur kümmerlichem
oder fehlendem Pflanzenwachstum
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E
Edukt
Ausgangsgestein eines Metamorphites
Effusion
bezeichnet den Ausfluß vulkanischer Lava; siehe auch Eruption,
Extrusion
eggische Streichrichtung
nach dem Egge-Gebirge; Bezeichnung für die NNW-SSE-Streichrichtung
Einfallen
bezeichnet den Winkel zwischen einer durch tektonische Vorgänge
geneigten Schicht gegenüber der Horizontalen
Einsprengling
größerer, in vielen Fällen idiomorph ausgebildeter
Einzelkristall in magmatischen Gesteinen
Eiskeile
sind vertikale, nach unten zugespitzte eisgefüllte Bodenspalten
in Dauerfrostgebieten; als fossile Eiskeile sind sie mit Sediment aus überlagernden
Schichten verfüllt
Eiszeit
siehe Glazial
Ejektion
Auswurf; siehe auch Eruption
Emersion
Begriff für einen durch Landhebung oder Meeresspiegelsenkung hervorgerufenen
Aufstieg des Landes über den Meeresspiegel; siehe auch Submersion
Endmoräne
Begriff für das bogenförmig vor einem Gletscher aufgetürmte
Gesteinsmaterial; dieses besteht aus zusammengeschobenem oder ausgeschmolzenem
Material
endobiontisch
sind alle im Meeresboden lebenden Tiere
endogen
Bezeichnung für geologische Erscheinungen, die durch erdinnere
Kräfte hervorgerufen werden; siehe auch Magmatismus, Tektonik, Metamorphose
en echelon
Bezeichnung für tektonische Elemente; meist fiederartig ausgebildete
Spalten, die im Bereich von Scherzonen diagonal zur eigentlichen Scherrichtung
verlaufen
epibiontisch
sind alle auf dem Meeresboden lebenden Tiere
epigenetisch
allgemeiner Begriff für jene Bildungen, die jünger sind als
ihre Umgebung
epikontinental
sind Flachmeere, die Teile der Festländer zeitweilig überflutet
haben
Epirogenese
Begriff für tektonische Vorgänge, die über einen langen
erdgeschichtlichen Zeitraum andauern und trotz intensiver Auf- und Abbewegungen
der Erdkruste das Gesteinsgefüge intakt lassen
Epizentrum
ist der senkrecht über einem Erdbebenherd (Hypozentrum) liegende
Bereich an der Erdoberfläche; stellt zumeist auch den Bezirk mit der
größten Erdbebenstärke dar; siehe auch MERCALLI-Skala
Erdbeben
aus dem Erdinnern kommende natürliche Erschütterung der Erdoberfläche
Erdfall
infolge unterirdischer Auslaugung von Salz oder Gips durch plötzlichen
Einsturz an der Erdoberfläche entstehender Trichter; siehe auch Doline
Erdgeschichte
siehe Historische Geologie
Ergußgesteine
Vulkanite; magmatische Gesteine, die aus erstarrter, bis an die Erdoberfläche
vordringender Lava entstanden sind; siehe auch Tiefengesteine, Plutonite
Erdkern
innerer Teil der Erde unterhalb der WIECHERT-GUTENBERG-Diskontinuität
ab etwa 2900 Kilometer Tiefe
Erdkruste
äußere Erdschale von der Erdoberfläche bis zur MOHOROVICIC-Diskontinuität
in etwa 30-50 Kilometer Tiefe
Erdmantel
mittlere Erdschale; liegt zwischen der Erdkruste und dem Erdkern
Erg
Bezeichnung für große Dünenfelder in der Sahara
Erosion
Begriff für die durch physikalische, chemische und biologische
Vorgänge hervorgerufene Auflockerung und Abtragung von Gesteinen
erratischer Block
Bezeichnung für einen großen ortsfremden Gesteinsblock,
der durch Gletscher von seinem Ursprungsgebiet zu seinem heutigen Fundort
transportiert worden ist
Eruption
Sammelbegriff für vulkanische Ausbruchstätigkeit; siehe auch
Effusion, Extrusion
Erz
alter bergmännischer Ausdruck für Mineralaggregate oder Gesteine,
aus denen Metalle oder Metallverbindungen dargestellt werden können
Esker
englische Bezeichnung für einen Kiesrücken; entspricht dem
Begriff Os
Eßkohle
Steinkohlen-Inkohlungsstufe; Bezeichnung für eine Steinkohle mit
einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen zwischen 14 und 19 Prozent
euhalin
ist Meerwasser mit einem Salzgehalt zwischen 30 und 40 Gramm je Liter
eulitoral
Meeresbereich zwischen Hochwasser- und Niedrigwasserlinie
eupelagisch
sind Meeresablagerungen, die in einer Wassertiefe von mehr als 2700
Metern abgelagert wurden
euphotisch
ist der gut durchlichtete Bereich in Gewässern, in denen Pflanzenwachstum
möglich ist
euryhalin
sind marine Lebewesen, die große Schwankungen des Salzgehaltes
des Meerwassers ertragen können ohne zu sterben; siehe auch stenohalin
eurytherm
sind Organismen, die Schwankungen der Temperatur in weiten Grenzen
ertragen können ohne zu sterben; siehe auch stenotherm
eustatische Meeresspiegelschwankung
überwiegend klimatisch gesteuerte, aber auch durch die Sedimentation
beeinflußte Eigenschwankungen des Meeresspiegels ohne wesentlichen
Einfluß von tektonischen Bewegungen
eutroph
sind nährstoffreiche Gewässer, in denen aufgrund geringer
Sauerstoffversorgung größere Mengen organischer Substanz abgelagert
werden
euxinisch
sind Sedimente, die in einem sehr sauerstoffarmen Milieu abgelagert
wurden; dabei steigt der Schwefelwasserstoff-Spiegel aus dem Sediment in
das Wasser auf und macht eine Bodenleben mit höher organisierten Lebewesen
unmöglich
Evaporation
ist der Vorgang der chemischen Abscheidung von Stoffen bei der Eindampfung
von Lösungen, wobei zunächst die schwer löslichen Salze
ausgefällt werden
Exhalation
Ausatmung; beschreibt das Ausströmen vulkanischer Dämpfe
und Gase
exogen
sind alle geologischen Erscheinungen, die durch von außen auf
die Erde einwirkende Kräfte hervorgerufen werden
Exploration
allgemeiner Begriff für die Erkundung neuer bergbaulicher Abbaufelder
in bereits bekannten Lagerstätten; siehe auch Prospektion
Extrusion
Sammelbegriff für das Auspressen zähflüssiger Gesteinsschmelzen
aus Vulkanen
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F
Fahlband
bergmännischer Ausdruck für eine durch Kupfer- und Schwefelkies
mehr oder weniger stark imprägnierte Zone in metamorphen Gesteinen
Falte
beschreibender Ausdruck für die Verkrümmung einer ehemals
horizontal gelagerten Gesteinseinheit; je nach Form unterscheidet man Knickfalten,
Biegefalten oder Fließfalten etc.
Faltenspiegel
abstrakter Begriff; bezeichnet eine gedachte Fläche, die alle
Faltenscheitel einer ausgewählten Bezugsschicht innerhalb eines gefalteten
Bereiches umhüllt
Fanglomerat
Schichtflutenkonglomerat; durch starke plötzliche Niederschläge
in ariden Gebieten hervorgerufene Ablagerung aus meist nur mäßig
gerundeten Gesteinskomponenten in einer feinkörnigen Grundmasse
Fazies
Bezeichnung für den Habitus, den ein Sediment bei seiner Bildung
bezüglich seines petrographischen Aufbaus oder seines charakterisierten
Fossilinhaltes erhalten hat
Faziesfossil
ausgestorbene Pflanzen oder Tiere, deren Auftreten an bestimmte Lebensräume
gebunden ist
Feldspat
wichtige Gruppe gesteinsbildender Minerale in magmatischen und metamorphen Gesteinen; man unterscheidet Alkalifeldspäte und Plagiolase
Feldspatvertreter
sogenannte Foide (z.B. Leucit, Nephelin); häufig in basischen Magmatiten auftretende Gruppe von kieselsäureuntersättigten Gerüstsilikaten, welche anstelle von Feldspäten auftreten können und nie zusammen mit Quarz vorkommen
Fettkohle
Steinkohlen-Inkohlungsstufe; Bezeichnung für eine Steinkohle mit
einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen zwischen 19 und 28 Prozent
Findling
siehe erratischer Block
Fladen-Lava
gasarme Lava, die beim Erstarren eine fladenähnliche Form annimmt
Flammkohle
Steinkohlen-Inkohlungsstufe; Bezeichnung für eine Steinkohle mit
einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen zwischen 40 und 43 Prozent
flaserig
Bezeichnung für ein Gesteinsgefüge, das an angeschnittene
Muskelfasern erinnert; sehr oft in metamorphen Gesteinen (Gneise) aber
auch in Sedimentgesteinen
Flexur
Bezeichnung für eine zumeist bruchlos verlaufende, S-förmige
Schichtenverbiegung im Bereich zweier sich gegenläufig verschiebender
Schollen
Fließerde
Bezeichnung für einen infolge starker Durchnässung gebildeten
Bodenbrei, der bereits bei geringem Gefälle bergabwärts fließt;
siehe auch Solifluktion
Flint
Feuersteine; kryptokristalliner Quarz
Flöz
bergmännischer Ausdruck für eine Gesteinsschicht, die wirtschaftlich
wichtige Stoffe enthält oder fast vollständig aus diesen besteht
flüchtige Bestandteile
der bei der trockenen Destillation freiwerdende Gasgehalt einer Kohle;
siehe auch Inkohlung
Fluidalgefüge
Begriff für ein durch Einregelung von Kristallen oder Gasblasen
hervorgerufenes Gefüge in magmatischen Gesteinen, das die Fließrichtung
der ehemaligen Schmelze zum Zeitpunkt der Erstarrung wiedergibt
fluviatil
von Flüssen ausgearbeitet, fortgetragen, abgelagert oder angereichert
fluvioglazial
Bezeichnung für Wirkungen und Ablagerungen der Gletscherschmelzwässer
fluviomarin
sind Sedimente, die von Flüssen unmittelbar in den marinen Bereich
eingebracht wurden
Flysch
Sammelbegriff für Sedimente, die während einer Gebirgsbildung
von über den Meeresspiegel herausgehobenen Schwellen in vorgelagerte
Senken und Becken verfrachtet wurden; siehe auch Molasse
Fossilien
sind in Gestein eingeschlossene Überreste (Versteinerungen) von Tieren und Pflanzen oder deren Lebensspuren aus der geologischen Vergangenheit
fossile Regentropfen
in Gesteinsschichten eingedrückte rundliche Spuren; sie wurden
von Regentropfen erzeugt, die auf das noch unverfestigte Sediment gefallen
sind; sie stellen wichtige paläoklimatologische Zeugen dar
fossiles Grundwasser
Grundwasser, das vor langer Zeit an seinen jetzigen Lagerungsort gelangt
ist, wobei häufig heute kein Nachfluß mehr erfolgt
Frittung
Härtung von Sand- und Tonstein durch thermische Einwirkung; z.B.
durch Kontakt mit magmatischen Schmelzen
Frostsprengung
mechanische Verwitterung; beim Gefrieren von in Gesteinshohlräumen
enthaltenem Wasser kommt es zu einer Volumenzunahme des Eises und hierdurch
zu einer mechanischen Auflockerung des Gesteins
Fucoiden
in Ton- und Mergelsteinen auftretende, verzweigte Spuren ohne kohlige
Substanz, die offenbar Lebensspuren von Tieren darstellen
Fulgurit
Blitzröhre; entsteht durch Blitzeinschlag wobei das Gesteinsmaterial
im Erdboden geschmolzen und verkittet wird
Fumarole
vulkanische Gas-Dampf-Exhalation
Fusit
siehe Streifenart
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G
Gabbro
magmatisches Tiefengestein; Plutonit mit basischer Zusammensetzung;
entspricht hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung dem Diabas und dem
Basalt
Gang
bergmännischer Ausdruck für mit Mineralabsätzen oder
Gesteinen gefüllte Spalten in der Erdrinde
Ganggesteine
siehe Pegmatit
Gangtrum
bergmännischer Ausdruck für einen geringmächtigen, nicht
weit aushaltenden Gang
Gasflammkohle
Steinkohlen-Inkohlungsstufe; Bezeichnung für eine Steinkohle mit
einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen zwischen 35 und 40 Prozent
Gaskohle
Steinkohlen-Inkohlungsstufe; Bezeichnung für eine Steinkohle mit
einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen zwischen 28 und 35 Prozent
Gefüge
beschreibender Begriff für die Lage von Gesteinsbestandteilen
im Raum
Gefügekompaß
Gerät zur räumlichen Messung des Streichens und Einfallens
von Flächen (Schichten, Klüfte etc.) und Linearen (Faltenachsen,
Striemung etc.)
gekritztes Geschiebe
Bezeichnung für von Gletschern transportierte Gesteinsbrocken,
die durch gegenseitiges Aneinanderreiben Schrammen (Kritzen) bekommen
Geognosie
früher verwandte Bezeichnung für den Begriff Geologie
Geoid
Bezeichnung für die Gestalt der Erde ohne Berücksichtigung
des vorhandenen Oberflächenreliefs
geologische Karte
zweidimensionale Darstellung der an der Erdoberfläche vorhandenen
Gesteine einschließlich ihrer Lagerung
Geomorphologie
Lehre von den auf die Erdoberfläche wirkenden physischen Vorgänge
und den dadurch geschaffenen Formen
geothermische Tiefenstufe
bezeichnet den Tiefenabschnitt in Richtung auf den Erdmittelpunkt bei
dem die Temperatur um 1°Celsius zunimmt; die geothermische Tiefenstufe
liegt durchschnittlich bei 33 Metern, d.h. etwa 3° Wärmesteigerung
auf 100 Meter
germanotyp
Bezeichnung für die auf starke Zerrungsvorgänge zurückgehenden
tektonischen Erscheinungen in konsolidierten Gebieten (Bruchtektonik);
siehe auch alpinotyp
Geröll
durch stark bewegtes Wasser transportiertes und abgelagertes Gesteinsbruchstück,
das durch gegenseitiges Anschlagen und Aufschlagen auf den Untergrund stark
abgerieben wird und dadurch kantengerundet wird
Geschiebe
Bezeichnung für von Gletschern transportierte Gesteinsbrocken
Geschiebemergel
Bezeichnung für das unterhalb eines Gletschers abgelagerte Sediment;
es besteht aus einer meist ungeschichteten feinkörnigen Grundmasse
aus zerriebenen tonig-kalkigen Gesteinen, in der mehr oder minder zahlreiche
Geschiebe unterschiedlicher Größe eingelagert sind
Geschiebelehm
aus Geschiebemergel durch Entkalkung hervorgegangenes Gestein
Geysir
aus dem isländischen; Bezeichnung für eine heiße Quelle,
die ihr Wasser in mehr oder minder gleichen Zeitabständen springbrunnenartig
auswirft
Gips
Mineral, Kalziumsulfat
Glaukonit
dunkelgrünes, im marinen Bereich gebildetes Mineral; Eisen-Magnesium-Silikat
Glazial
Kaltzeit oder Eiszeit; Zeitraum zwischen zwei Warmzeiten; charakterisiert
durch kälteres Klima und dadurch bedingter Bildung von ausgedehnten
Inlandeismassen; siehe auch Kaltzeit
glaziomarin
Bezeichnung für das von Treibeismassen mitgeführte und bei
deren Abtauen im Meer abgelagerte Sedimentmaterial
Gleithang
Flachufer in Flußkrümmungen; Bereich in dem stärker
sedimentiert als abgetragen wird; siehe auch Prallhang
Gleitstriemung
Bezeichnung für eine durch das Aneinandervorbeigleiten zweier
Gesteinskörper entstandene Rillenbildung
Gley
Bezeichnung für den in Niederungen und Senken gebildeten Boden,
bei dessen Entwicklung das Grundwasser wesentlichen Einfluß hat
Glimmer
Mineral-Gruppe; meist blättrig absondernde, in eine Richtung vollkommen spaltbare Schichtsilikate; man unterscheidet Hellglimmer (Beispiel: Muskovit) und Dunkelglimmer (Beispiel: Biotit)
Glimmerschiefer
Bezeichnung für ein glimmerreiches metamorphes Gestein mit schiefrigem
Gefüge
Globigerinenschlamm
hellbräunlich bis hellrötlich gefärbter Tiefsee-Kalkschlamm;
besteht vorwiegend aus kugelförmigen Kalkgehäusen von planktischen
Einzellern (Foraminiferen) der Gattung Globigerina; Globigerinenschlamm
tritt häufig in Meerestiefen zwischen 2000 und 5000 Metern auf
Glutwolke
Bezeichnung für eine wolkenartige Akkumulation vulkanischer Gase,
die große Mengen von heißen Schmelztröpfchen und Feststoffen
enthalten; Glutwolken sind relativ schwer und strömen daher mit Fließgeschwindigkeiten
von bis zu 200 km/h an den Hängen eines Vulkans hinab
Gneis
metamorphes Gestein mit Paralleltextur
Graben
Bezeichnung für ein Stück der Erdrinde, das an mehr oder
minder parallelen Verwerfungen gegenüber seiner Umgebung eingesunken
ist; siehe auch Horst
Gradierung
Bezeichnung für eine schwerkraftabhängige Ablagerungsart,
bei der von der Basis bis zur Oberkante einer Sedimentschicht die Größe
der abgelagerten Körner abnimmt
Granat
Mineral; häufig in metamorphen Gesteinen auftretendes Silikat
Granit
saures magmatisches Tiefengestein; Plutonit, der im wesentlichen aus
Feldspat, Quarz und Glimmer besteht; entspricht hinsichtlich der chemischen
Zusammensetzung dem Rhyolith
Graphit
Modifikation des reinen Kohlenstoffs
Grauwacke
Bezeichnung für meist grünlichgraue Sandsteine mit einem
hohen Anteil an nur wenig gerundeten Gesteinsbruchstücken
Grubenwetter
siehe Wetter
Grundgebirge
Bezeichnung für den unter dem Deckgebirge befindlichen Gesteinskomplex;
im Gegensatz zum Deckgebirge besitzt das Grundgebirge ein höheres
geologisches Alter, einen stärkeren Deformations bzw. Metamorphosegrad
Grundmoräne
Sammelbegriff für das unterhalb eines Gletscher abgelagerte Sediment
ohne genaue Beschreibung der Zusammensetzung
Grundwasser
ist das Wasser, das durch Versickerung von atmosphärischen Niederschlägen
und Versinkung oberirdischer Gewässer in die Gesteine eindringt und
dort Hohlräume (Poren, Klüfte etc.) zusammenhängend ausfüllt;
siehe auch artesisch, Aquifer, Aquitarde, Aquifuge
Guano
Bezeichnung für eine vorwiegend aus Vogelexkrementen, aber auch
Kadavern, Knochen und Federn bestehende Ablagerung; wichtiger Phosphor-Rohstoff
Gyttja
Bezeichnung für einen durch Mangel von Sauerstoff am Grund von
Gewässern entstehenden grünlichgrauen Halbfaulschlamm; siehe
auch Sapropel
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H
Habitus
bezeichnet das gesamte Erscheinungsbild eines Gesteins, also die gesteinsbildenden
Komponenten sowie deren räumliche Anordnung zueinander
Haff
Bezeichnung für eine vom freien Meer durch eine Nehrung abgetrennte
Bucht
Hakenschlagen
Bezeichnung für das durch Schwerkraft bedingte Umbiegen von Schichten
an Hängen
Halokinese
Sammelbegriff für alle Vorgänge, die ursächlich mit
der schwerkraftabhängigen Bewegung von Salzen im Untergrund zusammenhängen
Hamada
Fels- oder Steinwüste, in der sämtliche feinen Sedimentteilchen
durch den Wind ausgeblasen wurden; siehe auch Serir
Handstück
Bezeichnung für ein auf Handgröße formatiertes (zurechtgeschlagenes)
Gesteinsstück
Hangendes
bergmännischer Begriff für das über einer Bezugschicht
lagernde Gestein; siehe auch Liegendes
Harnisch
siehe Gleitstriemung
Harpolith
Bezeichnung für einen unterhalb eines Vulkans befindlichen magmatischen
Gesteinskörper mit konvex-konkavem Umriß
Hartbraunkohle
Bezeichnung für eine relativ feste Braunkohle; im Gegensatz zur
Weichbraunkohle besitzt die Hartbraunkohle ein geringeres Porenvolumen
und einen geringeren Wassergehalt
Härtling
Bezeichnung für einen aufgrund geringerer Verwitterungsanfälligkeit
über seine Umgebung herausragenden Einzelberg
Hauptgemengteil
mineralischer Anteil in Gesteinen mit mehr als 35 Prozent der Gesamtmenge
Haselgebirge
Bezeichnung für ein brecciöses Gemenge aus Steinsalz, Gips
und Ton; wird häufig als Reliktgestein am Grund eingestürzter,
durch Subrosion entstandener Hohlräume gedeutet
HCL-Test
dient der raschen Überprüfung von Karbonatgehalten in Gesteinen; ein Tropfen verdünnter Salzsäure wird auf eine frische Gesteinsbruchfläche gegeben; wird Kalzit gelöst, so schäumt die Flüssigkeit durch das bei der Reaktion
CaCO3 + 2 HCl > CaCl2 + H2O + CO2 freiwerdende Kohlendioxid auf
hemipelagisch
sind Sedimente, die in Meerestiefen zwischen 200 und 4000 Metern abgelagert
wurden; siehe auch eupelagisch
herzynische Streichrichtung
nach dem antiken Namen für den Harz; Bezeichnung für die
SE-NW-Streichrichtung
HILT'sche Regel
eine von C. Hilt aufgestellte Erfahrungsregel; sie besagt, daß
der Inkohlungsgrad einer Steinkohle zur Tiefe hin zunimmt; ohne Eintritt
von Störeffekten kann als Mittelwert eine Abnahme der flüchtigen
Bestandteile auf je 100 Meter Schichtmächtigkeit angenommen werden
Historische Geologie
Teilgebiet der Geologie, das sich mit der Erforschung und Darstellung
der Erdgeschichte unter Berücksichtigung der Gesteine und den in ihnen
enthaltenen Fossilien beschäftigt; Beschaffenheit, Lagerung und Verbreitung
der Gesteine ermöglichen dem Geologen sowohl die ehemaligen Ablagerungs-
und Abtragungsräume bzw. die Verschiebungen von Land und Meer, als
auch die Umweltbedingungen sowie die tektonischen und magmatischen Vorgänge
zu rekonstruieren
holokristallin
Bezeichnung für Gesteine, deren gesamte Gemengteile kristallin
sind; siehe auch hyalin
Homaten
sind meist auf einmaligen Ausbruch zurückgehende vulkanische Schlackenkegel
Hornblende
Mineral der Amphibol-Gruppe
Hornfels
feinkörniges, durch Kontaktmetamorphose entstandenes Gestein
Hornito
durch kleinräumig ausströmende vulkanische Gase entstandener,
schornsteinartiger Ausbruchskegel auf Lavaströmen
Horst
Bezeichnung für ein Stück der Erdrinde, das an mehr oder
minder parallelen Verwerfungen gegenüber seiner Umgebung emporgehoben
wurde
hot spots
Bezeichnung für über 10 Millionen Jahre oder länger
existierende örtliche Aufschmelzungszonen innerhalb des oberen Erdmantels;
hot spots sind ortsstabil, während die über ihnen befindlichen
Lithosphäreplatten driften; hierdurch kommt es über einem hot
spot immer wieder zur Bildung von vulkanischen Eruptionspunkten, wodurch
sich auf den driftenden Krustenplatten eine perlschnurartige Kette von
Vulkanzentren ergibt, deren geologisches Alter mit zunehmender Entfernung
vom hot spot sukzessiv ansteigt; ein Beispiel für hot spot Vulkanismus
stellen die Hawaii-Inseln dar
humid
bezeichnet ein Klima, bei dem die Verdunstung niedriger ist als der
Niederschlag
Humus
bezeichnet die Gesamtheit aller abgestorbenen organischen Stoffe innerhalb
des Bodens
Humuskohle
Bezeichnung für eine aus Pflanzenmaterial über die Bildung
von Torf entstandene Kohle; da bei der Inkohlung meist kein vollständiger
Sauerstoffabschluß vorhanden ist, bestehen diese Kohlen häufig
aus verschiedenen Streifenarten
Hungerquelle
nur zeitweise fließende, periodische Quelle; ihre Schüttung
hängt von den Schwankungen der Niederschläge bzw. des Grundwasserspiegels ab
Hut
vielfach bis zum Grundwasserspiegel reichende Oxidationszone oberhalb
von Erzlagerstätten
hyalin
bezeichnet die bei schneller Abkühlung von magmatischen Schmelzen
entstehende glasige, also nichtkristalline Ausbildung von Gesteinen
Hydrosphäre
bezeichnet die Wasserhülle der Erde, bestehend aus dem Wasserinhalt
der Meere, Seen, Flüsse, Schnee- und Eismassen sowie dem Grundwasser
hyperhalin
ist Meerwasser mit einem Salzgehalt von mehr als Gramm je Liter
Hypozentrum
Erdbebenherd; die Stelle innerhalb der Erde, von der ein Erdbeben ausgeht;
senkrecht darüber liegt an der Erdoberfläche das sogenannte Epizentrum
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I
Ichnologie
ist die Lehre von den Spuren und Fährten
idiomorph
sind Minerale, die bei der Erstarrung von Gesteinsschmelzen die ihnen
kristallographisch vorgegebene Eigengestalt entwickeln; siehe auch xenomorph
Ignimbrit
Bezeichnung für ein saures magmatisches Gestein, das aus Suspensionen
feiner, heißer Magmateilchen in hoch erhitzten vulkanischen Gasen
entstanden ist
Impaktit
Kraterglas; Gestein, das durch den Einschlag extraterrestrischer Körper
auf der Erdoberfläche entstanden ist
Imprägnation
bezeichnet die diffuse Verteilung von infiltrierten Stoffen im Gestein,
wodurch Gefügehohlräume verschiedenster Art und Größe
ausgefüllt werden
Incluse
Einschluß von pflanzlichen oder tierischen Organsimenresten in
Bernstein
Infiltration
ist das Eindringen oder Einsickern flüssiger oder gasförmiger
Substanzen in Gesteine
Ingenieurgeologie
Zweig der Angewandten Geologie, der sich mit der Untersuchung und Ausdeutung
geologischer Verhältnisse vor allem für die Zwecke des Bauingenieurwesens
befaßt
Ingression
Bezeichnung für das langsame Vordringen des Meeres in festländische
Räume; charakteristisch ist das Fehlen von groben Aufarbeitungssedimenten
an der Basis sowie der allmähliche Übergang von fluviatiler zu
mariner Sedimentation; siehe auch Transgression und Regression
Inklination
beschreibt die Neigung des erdmagnetischen Feldes gegenüber der
Horizontalen; die Inklination kann man messen, wenn man einen normalen
Kompaß um 90° gegen die Erdobefläche gekippt hält;
da sich die Kompaßnadel parallel zu den Feldlinien des Erdmagnetfeldes
ausrichtet, zeigt die Nadel z.B. am magnetischen Nordpol nach unten auf
die Erdoberfläche; am Äquator richtet sie sich dagegen parallel
zur Erdoberfläche aus
Inkohlung
bezeichnet den unter fast vollständigem Sauerstoffabschluß erfolgenden Umbildungsvorgang von pflanzlicher Substanz zu den verschiedenen Kohlenarten; durch längerfristige Einwirkung von Auflastdruck und erhöhter Temperatur nimmt der relative Anteil an Kohlenstoff zu und der Anteil an flüchtigen Stoffen ab (CH4, CO2).
Inkrustation
bezeichnet eine durch chemische Ausscheidung von Kalk, Brauneisen oder
Manganverbindungen erzeugte Krustenbildung um Fossilien oder Gerölle;
siehe auch Intuskrustation
Inselberg
bezeichnet einen durch besondere Verwitterungsvorgänge entstandenen,
inselartig isolierten Rumpfrestberg in den wechselfeuchten Tropen und Subtropen
Inselbogen
bezeichnet eine bogenförmige Reihe vulkanischer Inseln, die sich
im Bereich zweier konvergierender tektonischer Platten bildet
Insolation
Bezeichnung für die Sonneneinstrahlung
instantan
bezeichnet eine ruckartige Bodenbewegung, wie sie oftmals für
die Bildung von Kohlelagerstätten angenommen wird
Interglazial
Zwischeneiszeit oder Warmzeit; Zeitraum zwischen zwei Vereisungsperioden;
charakterisiert durch wärmeres Klima und dadurch bedingtem Abschmelzen
des Inlandeises
Internfaltung
Bezeichnung für eine Klein- oder Spezialfaltung, die nur auf eine
einzelne Gesteinsbank innerhalb einer ansonsten ungefalteten Schichtenfolge
beschränkt bleibt
Interstadial
Bezeichnung für einen kurzen Zeitabschnitt mit wärmerem Klima
zwischen zwei kälteren Zeitabschnitten (Stadial) innerhalb einer Eiszeit
Intrusion
bezeichnet den Vorgang des Eindringens von fließfähigen
magmatischen Schmelzen in andere Gesteinsverbände
Intuskrustation
Bezeichnung für die Ausfüllung und den Ersatz abgestorbener
pflanzlicher oder tierischer Körper durch mineralische Ausscheidungen;
z.B. verkieselte Hölzer; siehe auch Inkrustation
Isanomale
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten im Gelände, die
eine gleiche Abweichung vom erdmagnetischen Normalfeld besitzen
Isobase
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten im Gelände, die
eine gleiche Hebung erfahren haben
Isobathe
ist eine Verbindungslinie zwischen allen Punkten gleicher Wassertiefe
Isochione
Schneegrenze
Isochrone
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten im Gelände, an
denen eine Erscheinung gleichzeitig eintrifft, z.B. Erdbebenwellen
Isogramme
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten im Gelände, die
eine gleiche Abweichung vom irdischen Normalfeld der Schwerkraft zeigen
Isograde
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten im Gelände, an
denen gleiche Druck- und Temperaturbedingungen zur Zeit der Gesteinsumbildung
geherrscht haben
Isohaline
ist eine Verbindungslinie zwischen allen Punkten gleichen Salzgehaltes
im Wasser
Isohypse
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten im Gelände, die
eine gleiche Höhe über dem Meeresspiegel besitzen
Isokatabase
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten im Gelände, die
eine gleiche Senkung erfahren haben
Isopache
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten mit gleicher Schichtmächtigkeit
Isoseiste
ist eine Verbindungslinie zwischen jenen Punkten mit gleicher Erdbebenstärke
Isostasie
beschreibt das Einspielen eines Schweregleichgewichtszustandes einzelner
Schollen der Erdrinde
Isotherme
ist eine Verbindungslinie zwischen allen Punkten gleicher Temperatur
Isotopenmethode
Methode zur Altersbestimmung von Gesteinen durch Messung der relativen
Mengenverhältnisse von radioaktiven Elementen und den daraus entstandenen
stabilen Elementen
Itabirit
Bändereisenerz; feingeschichtetes, präkambrisches Eisenerz
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J
Jura
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
190 und 136 Millionen Jahre
juvenil
von lateinisch für jugendlich
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K
Kalium-Argon-Methode
Isotopenmethode unter Nutzung des Mengenverhältnisses von radioaktivem
Kalium und seines Zerfallsproduktes Argon
Kalkspat
Mineral; anderer Name für Kalzit; Kalziumkarbonat
Kaltzeit
allgemeiner Begriff für einen Zeitabschnitt, dessen Jahresdurchschnittstemperaturen
deutlich niedriger liegen als diejenigen des vorangegangenen und nachfolgenden
Zeitabschnittes; eine solche Phase braucht nicht unbedingt durch das Vorhandensein
großer Gletscher- oder Inlandeismassen charakterisiert zu sein; siehe
auch Warmzeit
Kalzit
Mineral; anderer Name für Kalkspat; Kalziumkarbonat
Kambrium
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
570 und 500 Millionen Jahre
Kannelierung
bezeichnet die Bildung von Furchen und Rinnen auf Gesteinsoberflächen
durch das Ablaufen von Niederschlagswasser
Kannelkohle
Bezeichnung für im wesentlichen aus Sporen aufgebaute Kohle
Känozoikum
Erdneuzeit; entspricht dem Zeitabschnitt zwischen etwa 64 Millionen
Jahren bis heute; siehe auch Mesozoikum und Paläozoikum
Kar
Bezeichnung für nischenartige Hohlformen in Gebirgen; Kare sind
durch Eiserosion modifizierete Talanfänge und stellen häufig
das Nährgebiet für Gletscher dar
Karbon
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
345 und 280 Millionen Jahre
Karling
Berg mit mehrseitig angelegten Karnischen
Karre
Schratten; durch chemische Auslaugung entstandene Rinnen oder napfartige
Löcher auf freiliegenden Kalkgesteinen
Karst
Sammelbegriff für die mit der chemischen Verwitterung von Kalkgesteinen
zusammenhängenden Erscheinungen
Kataklase
Bezeichnung für durch tektonische Beanspruchung hervorgerufene
Zerbrechungserscheinungen in und an Einzelmineralen eines Gesteins
Kataklysmentheorie
Katastrophentheorie; eine früher vertretene Anschauung, nach der
der Unterschied der Faunen und Floren zwischen den einzelnen geologischen
Zeiten nur durch das Eintreten weltweiter Katastrophen erklärbar wäre,
welche ohne Zwischenstufen plötzlich die Mehrzahl der Lebewesen eines
Gebietes vernichtet hätten
Katavothre
aus dem griechischen; Schluckloch oder Schwinde; siehe Ponor
Kaustobiolithe
Sammelbegriff für alle brennbaren biogenen Gesteine; siehe auch
Akaustobiolithe
Kernsprung
Bezeichnung für das oftmals mit lautem Knall erfolgende Zerspringen
von Steinen oder Felsblöcken; wird verursacht durch schnellen Temperaturwechsel
zwischen Tag und Nacht
Kies
klastisches Lockergestein mit Korngrößendurchmessern von
2 bis 63 Millimetern
Kieselgur
andere Bezeichnung für Diatomeenschlamm
Kissenlava
siehe Pillow-Lava
Klamm
durch rasche Tiefenerosion entstandenes, tief eingeschnittenes Tal
mit z.T. sogar überhängenden Wänden
klastisch
Bezeichnung für Sedimente, deren Material durch mechanische Zerstörung
anderer Gesteine stammt; in Abhängigkeit von der Korngröße
unterscheidet man Psephite, Psammite und Pelite
Kluft
bei der tektonischen Beanspruchung von Gesteinen entstehende, mehr
oder weniger breite Trennfuge, an der nur unwesentliche Bewegungen stattgefunden
haben
Kluftgrundwasser
ist das Grundwasser, das in Klüften von Festgesteinskörpern
zirkuliert; siehe auch Porengrundwasser
Klüftigkeit
Bezeichnung für die Stärke der Zerklüftung eines Gesteinskörpers
Kluftrose
Bezeichnung für die graphische Darstellung der Richtung aller
in einem Gesteinskörper vorhandenen Klüfte
Kohlen
durch den Vorgang der Inkohlung entstandene kohlenstoffreiche Feststoffe aus brennbaren Überresten von Pflanzen und anderen organischen Substanzen
Konglomerat
diagenetisch verfestigter Schotter aus gerundeten Gesteinskomponenten;
siehe auch Puddingstein
Konkordanz
bezeichnet die ungestörte Übereinanderlagerung verschiedener
Schichten; sie ist ein Hinweis auf mehr oder weniger ununterbrochene Sedimentation;
siehe auch Diskordanz
Konkretion
Bezeichnung für einen aus unregelmäßig geformten Mineralaggregaten
bestehenden Körper innerhalb von Gesteinen; Konkretionen bilden sich
zumeist aus zirkulierenden Lösungen, die an irgendeiner Stelle Stoffe
zur Ausscheidung bringen
Kontinent
Erdteil einschließlich des meerbedeckten Schelfes
Kontinentaldrift
von A. Wegener aufgestellte Theorie, nach der die aus leichteren Komponenten
(Sial) bestehenden Landmassen auf einer schwereren Unterschicht (Sima)
innerhalb der Erde schwimmen
Konvektionsstrom
Wärmeströmung im Erdmantel infolge zirkulierender Gesteinsschmelzen
Koprolith
versteinertes tierisches Exkrement; fossiler Kot
Korrasion
Sandschliff; Bezeichnung für die abschleifende Wirkung durch vom
Wind mitgeführte Sandkörner
Korrosion
allgemeiner Begriff für den chemischen Angriff des Wassers auf
Gesteine
Krater
Bezeichnung für den obersten, meist trichter- oder kesselförmigen
Teil des Förderkanals eines Vulkans
Kraton
konsolidierter meist sehr alter Krustenteil, der nicht mehr durch Faltung
verformt sondern nur noch durch Zerrungstektonik beeinflußt werden
kann
Kreide
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
136 und 64 Millionen Jahre
Krotowine
aus dem russischen für "Maulwurfshügel"; Bezeichnung für
häufig in Lößablagerungen auftretende schlauchartige Gebilde
mit rundem oder ovalen Querschnitt, deren Sedimentinhalt vom umliegenden
Löß abweicht; Kratowine werden als fossile Grabgänge kleiner
Steppennager gedeutet
Kryokonit
Bezeichnung für feine äolische Staubablagerungen auf dem
grönländischen Inlandeis
Kryoturbation
Sammelbegriff für unregelmäßige Verformungen und Verknetungen
oberflächennaher Bodenschichten; Kryoturbationen entstehen häufig
in Gebieten mit periglazialen Klimawirkungen
Kuckersit
nach einem Gutshof in Estland benanntes Gestein; rotbrauner brennbarer
Schiefer aus dem Ordovizium; wahrscheinlich aus einer marinen Gyttja entstanden
Küstenversatz
bezeichnet die Verlagerung von Lockersedimenten entlang der Küste
durch das schräge Auflaufen der Brandung, den rückflutenden Sog
und Küstenströmungen; siehe auch Haff und Nehrung
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L
Lagerstätte
eine natürliche Anhäufung nutzbarer Minerale und Gesteine,
die aufgrund ihrer Größe und Lage für eine wirtschaftliche
Gewinnung in Betracht kommen; siehe auch Vorkommen
Lagune
durch Riffe, Wälle oder Sandbarren vom offenen Meer abgetrenntes
Wasserbecken
Lahar
Bezeichnung für bei Vulkanausbrüchen entstehende Schlammströme;
bei Beginn eines Vulkanausbruchs werden die auf dem Vulkangipfel befindlichen
Schnee- und Eismassen geschmolzen; die dadurch stark wasserhaltigen Lockergesteine
strömen zusammen mit dem frisch ausgeworfenen vulkanischen Material
an den Flanken des Vulkan hangabwärts
Lakkolith
Begriff für ein Tiefengesteinsmassiv (Pluton) mit gerader Unter-
und konvex gewölbter Oberfläche
Lapilli
aus dem italienischen für "Steinchen"; festes vulkanisches Auswurfmaterial
von Nußgröße und kleiner
Laterit
vor allem im subtropischen und tropischenKlimabereich auftretender
extrem allitischer Boden
Lava
Bezeichnung für den bei vulkanischen Eruptionen austretenden Gesteinsschmelzefluß
Leitfossilien
sind tierische oder pflanzliche Versteinerungen kurzlebiger Gattungen
und Arten mit möglichst überregionaler Verbreitung und möglichst
weitgehender Faziesunabhängigkeit; solche Fossilien eignen sich zur
zeitlichen Einstufung und Parallelisierung von Gesteinsfolgen; siehe auch
Durchläufer und Faziesfossil
Leithorizont
Schichtglied, das aufgrund seiner charakteristischen Fossilführung
bzw. seiner petrographischen Ausbildung für mehr oder minder große
Gebiete als stratigraphischer Bezugshorizont verwendet werden kann
lentikulär
anderer Begriff für linsenförmig
Lesesteine
sind in oder auf dem Boden befindliche Gesteinstrümmer, die keine
unmittelbare Verbindung mehr mit dem Anstehenden besitzen, jedoch Hinweise
auf die Ausbildung der der im Untergrund vorhandenen Gesteine liefern
Letten
anderer Begriff für sandige, schwach kalkige Tone
leukokrat
Bezeichnung für aus vorwiegend hellen Mineralen (z.B. Quarz, Feldspäte, Muskovit) bestehende Magmatite; die Farbtönung von Magmatiten wird als makroskopisches Hilfsmittel zur Abschätzung des Kieselsäuregehaltes verwendet; je heller ein Magmatit ist, um so höher ist auch sein Kieselsäuregehalt; eine Ausnahme stellen die Feldspatvertreter(z.B. Leucit, Nephelin) führende Magmatite dar; siehe auch melanokrat
Liegendes
bergmännischer Begriff für das unter einer Bezugschicht lagernde
Gestein
Lignit
frühere Bezeichnung für Xylit
limnisch
Bezeichnung für Vorgänge, Produkte und Ablagerungen in Süßwasserseen
Limonit
Brauneisenstein; Eisenhydroxyd
Linear
feines linienförmiges Gefügeelement auf Schicht- und Schieferungs-
und Kluftflächen; siehe auch Harnisch
listrische Fläche
schaufelartig gebogene tektonische Bewegungsfläche unterschiedlicher
Dimension
Lithologie
Lehre von der petrographischen Zusammensetzung von Sedimentgesteinen
sowie deren Schichtungs- und Gefügemerkmale
Lithosphäre
im Sinne der Plattentektonik eine von der Erdoberfläche bis in
eine Tiefe von etwa 100 Kilometern reichende Schicht stofflich ähnlicher
Zusammensetztung; sie umfaßt die Edkruste und Teile des oberen Erdmantels
und wird von der Asthenosphäre unterlagert
litoral
Sammelbegriff für alle Vorgänge, Kräfte und Bildungen,
die an der Küste auftreten; siehe auch eulitoral, sublitoral, supralitoral
Lopolith
Begriff für ein Tiefengesteinsmassiv (Pluton) mit gerader Ober-
und konkaver Unterfläche
Löß
äolisches Staubsediment
Luftsattel
bezeichnet die in einem geologischen Profil durch gestrichelte Linien
über die heutige Erdoberfläche angedeutete Ergänzung eines
durch Erosuion abgetragenen geologischen Sattels
Lügensteine
zur Täuschung des Würzburger Professors Behringer wahrscheinlich
von einigen seiner Studenten angefertigte und in mehreren Aufschlüssen
verteilte Nachbildungen von Versteinerungen (z.T. zusammengesetzte Fossilien
oder künstlich eingeritzte Phantasiegbilde wie z.B. Sonne, Mond und
Sterne); Behringer hat einen Teil dieser Scheinfossilien in einer Veröffentlichung
abgebildet ohne die Fälschung zu erkennen
Lumachelle
aus dem französischen für Schnecke; ein im wesentlichen aus
Molluskenschalen bestehender Schill-Kalk, der meist zahlreiche und große
Porenräume besitzt und daher öfter als Speichergestein für
Erdgas und Erdöl auftritt
Lutit
Bezeichnung für klastische Karbonatgesteine, deren Einzelkörner
eine Größe zwischen 0,001 und 0,004 mm aufweisen; siehe auch
Arenit, Rudit
Lydit
Kieselschiefer; besteht überwiegend aus kieseligen Gehäusen
von Radiolarien; siehe auch Radiolarienschlamm und Radiolarit
Lysimeter
Gerät zur Messung der Durchsickerung von Böden
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M
Maar
Bezeichnung für einen durch Gas- und Wasserdampf-Eruptionen entstandenen
Schlot mit niedrigem Ringwall aus vulkanischen Auswurfprodukten; meist
mit Wasser gefüllt; zahlreiche Maare liegen in der Vulkan-Eifel
Mächtigkeit
Bezeichnung für die Dicke eines Gesteinspaketes
Magerkohle
Steinkohlen-Inkohlungsstufe; Bezeichnung für eine Steinkohle mit
einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen zwischen 10 und 14 Prozent
Magma
unterirdische Gesteinsschmelze im oberen Erdmantel und in der Erdkruste, die
in erstarrtem Zustand die magmatischen Gesteine (Magmatite) bildet
Magmatit
Bezeichnung für ein aus einer unterirdischen Schmelze entstandenes Gestein; eine grobe Unterteilung erfolgt über den Gehalt an Kieselsäure (< 52% = basisch, > 65% = sauer, dazwischen = intermediär); siehe auch Plutonit und Vulkanit
makroskopisch
Bezeichnung für Dinge, die mit bloßem Auge ohne besondere
optische Hilfsmittel zu erkennen bzw. zu identifizieren sind; siehe auch
mikroskopisch
makroseismisch
Bezeichnung für Erdbebenerscheinungen, die so groß sind,
daß sie vom Menschen ohne Benutzung von Instrumenten empfunden werden
können
Mandelstein
Bezeichnung für ein gasblasenreiches magmatisches Gestein, dessen
Hohlräume später durch mineralische Ausscheidungen gefüllt
wurden
marin
Sammelbegriff für alle unter Mitwirkung des Meeres und im Meer
ablaufenden Vorgänge und sich bildenden Formen
Markasit
Mineral; Schwefelkies; rhombische Modifikation des Eisensulfids
Marken
Bezeichnung für Spuren in Sedimentgesteinen, die nicht durch Organismen
hervorgerufen wurden; siehe auch Spuren
Marmor
metamorpher Kalkstein
Matrix
Bezeichnung für die Grundmasse in Eruptivgesteinen bzw. das Bindemittel
in Sedimentgesteinen
melanokrat
Bezeichnung für aus vorwiegend dunklen Mineralen (z.B. Hornblende, Augit, Biotit) bestehende Magmatite; die Farbtönung von Magmatiten wird als makroskopisches Hilfsmittel zur Abschätzung des Kieselsäuregehaltes verwendet; je dunkler ein Magmatit ist, um so niedriger ist auch sein Kieselsäuregehalt; siehe auch leukokrat
MERCALLI-Skala
von A. Mercalli eingeführte 12-gradige Skala zur Beschreibung
der Intensität von Erdbeben; deren 1. Grad ist nur mit Instrumenten
meßbar, während der 12. Grad große Katastrophen mit allgemeiner
Vernichtung angibt
Mergel
klastisches Sedimentgestein mit bestimmtem Mischungsverhältnis
aus Kalk und Ton
mesohalin
ist Brackwasser mit Salzgehalten von 1 bis 10 Gramm Salz je Liter;
siehe auch oligohalin und polyhalin
Mesozoikum
Erdmittelalter; entspricht dem Zeitabschnitt zwischen etwa 225 und
64 Millionen Jahren; siehe auch Känozoikum und Paläozoikum
Metamorphose
zusammenfassender Begriff für die unter veränderten Druck- und Temperaturbedingungen erfolgende Umbildung von Gesteinen unter Beibehaltung
des festen Zustandes
Metamorphite
entstehen durch Metamorphoese aus einem Ausgangsgestein, dem Edukt (Sedimentgestein, Magmatit oder Metamorphit); dabei kommt es im festen Zustand zur Umgestaltung des Mineralgehaltes und des Gefüges; je nach Typ des Eduktes unterscheidet man Parametamorphite (sedimentäres Edukt) und Orthometamorphite (magmatisches Edukt)
Metasomatose
bezeichnet den vollständigen oder teilweisen Austausch eines Gesteins
durch ein aus dem Ausgangsgestein und einer zugeführten mobilen Phase
entstehendes Reaktionsprodukt
Migration
bezeichnet die Wanderung von Erdöl oder Erdgas aus dem Muttergestein
in das Speichergestein
Mikrit
Bezeichnung für ein Kalkschlammsediment, dessen chemisch ausgefällte
oder klastische Gesteinskomponenten eine Korngröße von weniger
als 0,05 mm aufweisen
Minette
oolithisches Eizenerz
Mittelmeer-Mjösen-Zone
Bezeichnung für eine vom Rhone-Delta bis zum Mjösensee in
Norwegen reichende Zone intensiver Bruchtektonik
Mittelozeanischer Rücken
Bezeichnung für eine annähernd küstenparallel zu den
Kontinenten verlaufende submarine Schwellenzone, in deren eingesenkter
Scheitelzone kontinuierlich basaltisches Material aufsteigt und zur Ausweitung
des Ozeanbodens führt, wodurch die benachbarten Kontinente auseinanderdriften;
siehe auch Ocean-Floor-Spreading und Plattentektonik
Mofette
Bezeichnung für eine relativ kühle vulkanische Kohlendioxid-Exhalation
MOHOROVICIC-Diskontinuität
nach A. Mohorovicic benannte seismische Unstetigkeitsfläche in
einer Tiefe von 30 bis 40 Kilometern unter den Festländern und etwa
10 Kilometern unter dem Ozeanboden, an der eine sprunghafte Geschwindigkeitszunahme
von P-wellen eintritt; entspricht etwa der Grenze zwischen der Erdkruste
und dem Erdmantel; siehe auch CONRAD-Diskontinuität und WIECHERT-GUTENBERG-Diskontinuität
MOHS'sche Härteskala
nach dem Mineralogen F. Mohs benannte relative Härtesakala zur Bestimmung der Ritzhärte von Mineralen, bei der jeweils die Minerale mit höherer Ordnungszahl diejenigen der niedrigeren Ordnungszahl an Ritzhärte übertreffen
|
Ritzhärte |
Indexmineral |
Formel |
Bemerkungen |
|
| 1 | Talk | Mg2[(OH2)/Si4O10] | mit Fingernagel ritzbar | |
| 2 | Gips | CaSO4.2H2O | mit Fingernagel ritzbar | |
| 3 | Kalzit | CaCO3 | ||
| 4 | Fluorit | CaF2 | ||
| 5 | Apatit | Ca5[(F,Cl)/(PO4)3] | ||
| 6 | Feldspat | K(AlSi3O8) | mit dem Messer ritzbar | |
| 7 | Quarz | SiO2 | ritzt Fensterglas | |
| 8 | Topas | Al2[(F,OH2)/SiO4] | ||
| 9 | Korund | Al2O3 | ||
| 10 | Diamant | C |
Molasse
Sammelbegriff für Sedimente, die nach einer Gebirgsbildung von
über den Meeresspiegel herausgehobenen Schwellen in vorgelagerte Senken
und Becken verfrachtet wurden; siehe auch Flysch
Mollisol
Bezeichnung für eine aufgetaute Bodenzone über Frostboden
Moor
Bezeichnung für alle natürlichen Vorkommen mit Torfbildung
Moräne
Bezeichnung für den von Gletschern mitgeführten und abgelagerten
Gesteinsschutt
Mudde
bezeichnet ein aus organischem Material unter weitgehendem Sauerstoffabschluß
durch Fäulnis entstandenes Sediment
Mulde
durch Einengungstektonik hervorgerufene Falte mit nach oben divergierenden
Schenkeln; siehe auch Sattel
Mure
Bezeichnung für einen aufgrund starker Durchnässung entstandenen
Trümmer- und Schlammstrom, der vor allem in Hochgebirgen zu Tal geht
Muskovit
Mineral; Schichtsilikat; heller Glimmer
Muttergestein
Gesteinspaket in dem es durch Umwandlung organischer Stoffe zur Bildung
von Erdöl oder Erdgas kommt
Mylonit
tektonische Breccie; Bezeichnung für ein Gesteinszerreibsel, das
im Bereich zwischen zwei aneinander vorbeigleitenden Gesteinspaketen entsteht
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N
Naturkoks
Bezeichnung für ein durch Kontakt von magmatischen Schmelzen und
Kohlelagern entstandenes koksähnliches Gestein
Nebengemengteil
mineralischer Anteil in Gesteinen mit 5 bis 15 Prozent der Gesamtmenge
Nehrung
Bezeichnung für eine aus Lockersedimenten aufgebaute langgestreckte
Landzunge, die durch Küstenversatz von Sedimenten entsteht und dabei
vorhandene Buchten gegen das freie Meeresbecken abtrennt; siehe auch Haff
Nekton
Sammelbegriff für alle durch Eigenbewegung schwimmenden Lebewesen;
siehe auch Plankton
Neptunisten
Anhänger einer früher vertretenen Ansicht, nach der sämtliche
Gesteine der Erdrinde aus dem Wasser abgesetzt wurden; siehe auch Plutonisten
neritisch
Bezeichnung für den gut durchlichteten Flachmeerbereich zwischen
0 und 200 Meter Wassertiefe; entspricht im wesentlichen dem Begriff sublitoral
Nife
Bezeichnung für den vorwiegend aus Nickel und Eisen bestehenden
Erdkern; siehe auch Sial und Sima
nival
ist ein Klima, in dem die Niederschläge vorwiegedn als Schnee
fallen
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O
Obduktion
bezeichnet einen Überschiebungsprozeß, bei dem eine kontinentale
Platte über eine andere gleitet
Ocean-Floor-Spreading
bezeichnet den Vorgang der Aufspreizung des Ozeanbodens infolge permanenter
Zufuhr von magmatischen Schmelzen im Bereich von Mittelozeanischen Rücken
oligohalin
ist Brackwasser mit einem Salzgehalt zwischen 0,1 und 1 Gramm Salz
je Liter; siehe auch mesohalin und polyhalin
oligotroph
sind nährstoffarme Gewässer ohne Sauerstoffmangel
Olisthostrom
Bezeichnung für einen Sedimentkörper mit chaotischem Gefüge,
der aus einem der Schwerkraft folgenden submarinen Schlammfluß entstanden
ist
Onkoide
sind durch organische Anlagerung an einen anorganischen oder organischen
Kern entstandene rundliche Sedimentkörner
Ontogenie
Begriff für die Entwicklungsgeschichte eines einzelnen Organismus
Oolith
Gestein, das aus zahlreichen Ooiden besteht; Oooide sind kugelförmige
Körper aus Kalk, bei denen sich um einen Keim (z.B. Sandkörnchen
oder Schalenbruchstückchen) herum konzentrische Lagen abgeschieden
haben
Ophiolith
Sammelbegriff für submarine basische bis ultrabasische Magmatite
Ordovizium
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
500 und 430 Millionen Jahre
Orogen
Bezeichnung für eine durch Falten- oder Deckentektonik gekennzeichnete,
räumlich geschlossene und deutlich umgrenzbare Gebirgseinheit
Orthogestein
bezeichnet ein metamorphoses Gestein, das aus einem magmatischen Ausgangsgestein
hervorgegangen ist; siehe auch Paragestein
Os
Wallberg; langgestreckter schmaler Sedimentrücken, der durch Schmelzwässer
in Höhlen oder Spalten unter oder in einem Gletscher abgelagert wurden
Osteoknolle
Knochenknolle; Bezeichnung für eine mit Kalk umkrustete oder imprägnierte
abgestorbene Pflanzenwurzel
Ozokerit
Erdwachs; Bezeichnung für ein cremeartiges Gemenge aus hochmolekularen
Kohlenwasserstoffen der Methanreihe
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P
Paläogeographie
beschreibt die Erfassung des geographisch morphologischen Bildes einzelner
Zeitabschnitte der Erdgeschichte mit dem Ziel des Entwurfes einer paläogeographischen
Karte zur Rekonstruktion der ehemaligen Verteilung von Land und Meer
Paläontologie
ist die Wissenschaft von den vorzeitlichen Lebewesen
Paläozoikum
Erdaltertum; entspricht dem Zeitabschnitt zwischen etwa 570 und 225
Millionen Jahren; siehe auch Känozoikum und Mesozoikum
Palynologie
Pollenkunde
Paragestein
bezeichnet ein metamorphoses Gestein, das aus einem nichtmagmatischen
Ausgangsgestein hervorgegangen ist; siehe auch Orthogestein
paralisch
Bezeichnung für Kohlenlager, die im Bereich der Meeresküste
gebildet worden sind
Paratethys
Bezeichnung für ein jungtertiäres epikontinentales Restmeer
nördlich der Alpen
Pegmatit
groß- bis riesenkörniges magmatisches Ganggestein;
pelagisch
Bezeichnung für die küstenferne Hochseeregion
Pelit
feinklastisches Gestein; siehe auch Ton und Schluff
Peneplain
Rumpffläche; Bezeichnung für eine durch andauernde Erosion
in Zeiten tektonischer Ruhe gebildete, nur schwach gewellte Ebene
Penitentes
aus dem argentinischen für Büßer; besondere Ablationsform
auf Schneefeldern; siehe auch Büßerschnee
Perm
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
280 und 225 Millionen Jahre
Permeabilität
Bezeichnung für die Durchlässigkeit von Gesteinen für
Gase und Flüssigkeiten
Petrefakt
alter Begriff für Fossil
Petrographie
Gesteinskunde
Phanerozoikum
Bezeichnung für die durch fossile Lebewesen belegten Abschnitte
der Erdgeschichte
phreatische Eruption
vulkanischer Ausbruch, bei dem die aufsteigende Schmelze in Kontakt
mit Grund- und Oberflächenwasser kommt und zu Dampf- und Schlammeruptionen
führt
Phylogenie
Begriff für die stammesgeschichtliche Entwicklung von Organismen
Phytal
Meeresbereich mit pflanzlichem Bodenbewuchs
Pillow-Lava
wulst- bis kissenförmige Gebilde, die durch untermeerischen Ausfluß
von Lava entstehen
Pinge
bergmännischer Ausdruck für kleine, durch bergmännische
Schurfarbeit erzeugte Bodenvertiefungen
Pingo
Bezeichnung für eine große Eislinse im Boden heutiger Tundrengebiete;
das durch Volumenzunahme des Eises emporgehobene Bodenmaterial kann an
den Flanken der Eislinse herabrutschen und dort nach Abtauen des Eises
einen kleinen Ringwall bilden während sich die entstandene Bodensenke
mit dem Schmelzwasser füllt
Pipe
vulkanische Durchschlagsröhre
Pisolith
Erbsenstein; aus kleinen kugelförmigen Körpern bestehendes
Gestein
Plagioklas
Sammelbegriff für die Gruppe der Kalifeldspäte mit geringem
Natrium-Anteil
Plattentektonik
bezeichnet eine Theorie der weltweiten Tektonik, die davon ausgeht,
daß die Erdkruste in unterschiedlich große Platten zerlegt
ist; diese Platten können horizontale Bewegungen ausführen und
sich dabei von ihren Nachbarplatten entfernen (divergente Platten) oder
mit anderen Platten kollidieren (konvergente Platten); bei der Kollision
zweier Platten können sich diese übereinander schieben oder aneinander
vorbeigleiten, zudem kann sich an einer Plattengrenze eine Platte umbiegen
und unter die andere Platte absinken (Subduktion)
Pluton
magmatischer Tiefengesteinskörper
Plutonisten
Anhänger einer früher vertretenen Ansicht, nach der die wesentlichen
Gestaltungskräfte der Erde aus dem Erdinnern kämen
Plutonit
magmatisches Tiefengestein; in der tieferen Erdkruste langsam erstarrtes und daher meist grobkörniges Gestein, z.B. Gabbro, Granit, Diorit; siehe auch Vulkanit
Polje
aus dem serbokroatischen; Bezeichnung für ein großes, meist
steilwandiges Karstbecken; häufig entstanden durch das Zusamenwachsen
von Dolinen; siehe auch Erdfall, Karst
polyhalin
Bezeichnung für Brackwasser mit einem Salzgehalt von mehr als
10 Gramm Salz je Liter; siehe auch Brackwasser, mesohalin, oligohalin
Ponor
aus dem serbokroatischen für Abgrund; trichterförmige Löcher
im Karst, in die das Oberflächenwasser hineinströmt, um die unterirdischen
Wasserwege zu erreichen; siehe auch Katavothre
porphyrisch
Bezeichnung für einen Gefügetyp magmatischer Gesteine (Vulkanite), bei dem einzelne größere, meist idiomorphe Kristalle in einer feinkörnigen Grundmasse (mit bloßem Auge keine Minerale erkennbar) liegen; (Beispiele: Quarzporphyr, Keratophyr, Sanidin-Trachyt; Andesit, Dacit)
Präkambrium
Bezeichnung für den gesamten erdgeschichtlichen Zeitabschnitt
vor dem Kambrium
Prallhang
Steilufer in Flußkrümmungen; Bereich in dem stärker
abgetragen als sedimentiert wird; siehe auch Gleithang
Profil
senkrechter Schnitt durch Teile der Erdrinde
Prospektion
allgemeiner Begriff für die Erkundung neuer bergbaulicher Lagerstätten;
siehe auch Exploration
Psammit
mittelklastisches Gestein; siehe auch Sand
Psephit
grobklastisches Gestein; siehe auch Kies
Pseudofossilien
Scheinfossilien; anorganische Gebilde, die an tierische oder pflanzliche
Fossilien erinnern; siehe auch Dendriten
Pteropodenschlamm
Tiefseesediment, das im wesentlichen aus den winzigen Gehäusen
von planktischen Schnecken (Pteropoden) gebildet wird
Puddingstein
englisch "puddingstone"; Bezeichnung für ein grobes Konglomerat
mit sehr feiner Grundmasse
P-Welle
primäre Erdbebenwelle; Kompressionswelle; schneller als S-Welle;
breitet sich in Flüssigkeiten langsamer aus; siehe auch Unstetigkeitsfläche
Pyrit
Mineral; Schwefelkies; kubische Modifikation des Eisensulfids; siehe
auch Markasit
Pyroklastika
Sammelbezeichnung für unverfestigte und verfestigte Gesteine, die aus von Vulkanen
ausgeworfenem klastischen Material bestehen; dies kann zerkleinertes Nebengestein (allothigenes Material) oder erstarrte zerkleinerte Lava (authigenes Material) sein; (Beispiel: Tuff, Tuffbreccie, Bims)
Pyroxen
Gruppe gesteinsbildender Minerale; chemisch komplizierte Kettensilikate; allgemeine Formel
AB(Si2O6); A= Ca, Li B= Mg, Fe, Al
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Q
Quartär
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
2 Millionen Jahren bis heute
Quarz
sehr häufiges Mineral (Siliziumdioxid) in Magmatiten und Metamorphiten sowie - als klastischer Verwitterungsrest oder kryptokristallin - in Sedimenten; nicht spaltbar sondern mit muscheligen Bruch und einen glasigen Glanz.
querschlägig
Bezeichnung für Richtungen, die senkrecht zum Schichtenstreichen
verlaufen
Quickerde
Bezeichnung für Böden, deren Konsistenz zwischen dem plastischen
und flüssigen Bereich liegt; solche Böden sind "quasifest" und
werden bei mechanischer Beanspruchung vorübergehend flüssig;
siehe auch Thixotropie
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R
Radiolarienschlamm
kieselsäurereiches Tiefseesediment; besteht überwiegend aus
den Gehäusen mikroskopisch kleiner Einzeller (Radiolarien)
Radiolarit
ist das aus Radiolarienschlamm entstandene Gestein
Regression
Meeresrückzug; siehe auch Transgression und Ingression
Reliefumkehr
Bezeichnung für die durch unterschiedliche Widerstandskraft der
Gesteine gegenüber der Erosion hervorgerufene Erscheinung, bei der
ein geologischer Sattel zu einer morphologischen Senke bzw. eine geologische
Mulde zu einer morphologischen Erhebung wird
Resedimente
sind Ablagerungsgesteine, die durch Aufarbeitung vorhandener älterer
Sedimente und erneuter Ablagerung entstanden sind
Residuat
bezeichnet das unlösliche Restgestein bei chemischer Verwitterung
rezent
Bezeichnung für heute noch lebende Organismen; siehe auch Fossil
Rhyolith
saures magmatisches Ergußgestein; Vulkanit, der im wesentlichen
aus Feldspat, Quarz und Glimmer besteht; entspricht hinsichtlich der chemischen
Zusammensetzung dem Granit
Riedel
Bezeichnung für schmale, niedrige Landrücken zwischen zwei
Tälern bzw. Eintiefungen; Trennwände zwischen Dolinen
Riff
Bezeichnung für eine untermeerische Erhebung aus koloniebildenden
Oragnismen (Algen, Schwämme, Korallen); siehe auch Atoll
Rift
allgemeine Bezeichnung für eine durch parallele Störungen
begrenzte tektonische Senke; häufig beginnt im Bereich eines Rifts
die Teilung einer tektonischen Platte in zwei Teilplatten
Rippel
Wellenfurche; durch strömendes Wasser hervorgerufene Wellung auf
der Sedimentoberfläche; Größe und Form von Rippeln hängen
im wesentlichen von der Richtung der Strömung und der Bewegungsenergie
ab; siehe auch Rippelindex
Rippelindex
bezeichnet das Verhältnis aus der Länge einer Rippel zu deren
Höhe
Rudit
Bezeichnung für klastische Karbonatgesteine, deren Einzelkörner
größer als 2 mm sind; siehe auch Arenit und Lutit
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S
saiger
bergmännischer Begriff für senkrecht stehende Schichten;
siehe auch söhlig und tonnlägig
Salband
Grenzfläche zwischen einem Gang und dem benachbarten Nebengestein
Salinität
bezeichnet den prozentualen Salzgehalt von Wasser
Salzgletscher
Bezeichnung für an der Erdoberfläche ausstreichende Salzmassen
in Gebieten mit trockenem Klima, die der Schwerkraft folgend gletscherzungenartig
hangabwärts fließen; siehe auch Halokinese
Salzsee
Bezeichnung für ein abflußloses Binnengewässer, bei
dem der Zufluß geringer ist als die Verdunstung; hierdurch erhöht
sich allmählich der Salzgehalt des Seewassers so stark, daß
das Salz teilweise sogar ausgefällt wird
Salztektonik
allgemeine Bezeichnung für tektonische Strukturen, die durch Halokinese
hervorgerufen werden
Salzverwitterung
mechanische Verwitterung; bei der Auskristallisation von Salz in Gesteinshohlräumen
kommt es zu einer Volumenzunahme des Salzes, durch die der Gesteinsverband
aufgelockert wird; entspricht in ihrer mechanischen Wirkung der Frostsprengung
Sand
klastisches Lockergestein mit Korngrößendurchmessern von
0,063 bis 2 Millimetern
Sandr
Bezeichnung für breite Sand- und Schotterflächen, welche
durch Schmelzwässer vor der Endmoräne von Gletschern abgelagert
wurden
Sapropel
Vollfaulschlamm; entstanden durch biochemische Umwandlung organischer
Reste unter vollständigem Sauerstoffabschluß; siehe auch Gyttja
Sattel
durch Kompressionstektonik hervorgerufene Gesteinsfalte mit nach unten
divergierenden Schenkeln; siehe auch Mulde
Schelf
zur Festlandsscholle gerechneter, schmaler Flachseebereich
Schichtkopf
Bezeichnung für den an der Erdoberfläche ausstreichenden
Teil einer geneigten Schicht
Schichtstufe
Geländestufe, die in Gebieten mit horizontal gelagerten Schichtfolgen
durch die unterschiedliche Widerstandskraft der Gesteine gegen die Verwitterung
hervorgerufen wird
Schieferung
Bezeichnung für ein durch tektonische Beanspruchung hervorgerufenes
Flächengefüge in Gesteinskörpern
Schill
Sammelbegriff für Anhäufungen von vollständigen oder
zerbrochenen Organismenklappen, -schalen und -gehäusen; vor allem
in flachmarinen Bereichen anzutreffen
Schlechte
bergmännischer Begriff für alle natürlichen und nicht
schichtparallel verlaufenden Trennfugen in der Kohle
Schluff
klastisches Lockergestein mit Korngrößendurchmessern von
0,002 bis 0,063 Millimetern
SCHMIDT'sches Netz
graphisches Hilsmittel zur geometrischen und statistischen Darstellung
von Korn- und Gesteinsgefügen
Schmitze
bergmännischer Ausdruck; bezeichnet eine nur geringmächtige
und nach den Seiten rasch auskeilende Einlagerung von einer anderen Zusammensetzung
als das Nebengestein
Schungit
Bezeichnung für eine präkambrische, wahrscheinlich aus Sapropel
gebildete unreine anthrazitische Kohle in Ostfinnland
SCHÜRMANN'sche Regel
eine von H.M. Schürmann aufgestellte Regel; sie besagt, daß
bei Braunkohlen der Wassergehalt mit zunehmender Mächtigkeit des Deckgebirges
gesetzmäßig abnimmt, nämlich bei 100 Meter Schichtenmächtigkeit
um etwa 1 Prozent
Schutt
eine durch mechanische Verwitterung entstandene, unverfestigte Masse
von Gesteinsbrocken unterschiedlicher Größe
Schwermineral
Mineral mit einem spezifischen Gewicht von mehr als 2,9 Gramm je Kubikzentimeter
Schwinde
Schluckloch; siehe auch Katavothre und Ponor
Sedimentgestein
Ablagerungsgesteine; man unterscheidet klastische Sedimentgesteine aus Resten mechanisch zerstörter Gesteine (z.B. Tonstein, Sandstein, Breccie, Konglomerat), biogene (organogene) Sedimentgesteine aus Tier- oder Pflanzenresten (z.B. Trochitenkalk, Torf, Kreide) und chemische Sedimentgesteine, die (teilweise unter biogener Mitwirkung aus Lösungen ausgefällt oder durch Stoffzufuhr oder -austausch während der Diagenese entstanden sind (z.B. Gips, Fasergips, Aragonitsinter, Quellkalk
Seekreide
Bezeichnung für ein unter Mitwirkung von Pflanzen entstandenes,
sehr kalkreiches Süßwassersediment
Seife
bergmännischer Ausdruck für eine örtliche Anhäufung
von spezifisch schweren und widerstandsfähigen Mineralen; je nach
dem Transportmedium unterscheidet man äolische, fluviatile und marine
Seifen; bekannt sind vor allem die sogenannten Gold-Seifen, die häufig
am Prallhang eines Flusses abgelagert werden
Seismik
bezeichnet ein Verfahren der Geophysik, bei dem z.B.durch kleine Sprengungen
elastische Wellen (Erdbebenwellen) erzeugt werden, die in den verschiedenen
Gesteinsschichten im Untergrund unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeiten
besitzen; werden diese Wellen an der Erdoberfläche von Seismographen
oder Geophonen aufgezeichnet, kann man aus den Laufzeiten der P- und S-Wellen
Hinweise auf die im Untergrund vorhandenen Schichten gewinnen
Septarien
sind zumeist in kalkhaltigen Tonen auftretende Konkretionen, die häufg
radialstrahlig von Sprüngen durchzogen sind und in der Regel im Kern
einen organischen Einschluß enthalten
Serir
Geröllwüste; siehe auch Hamada
sessil
sind benthische Organismen, die mit dem Untergrund verwachsen sind;
siehe auch vagil
sf-Fläche
Schieferungsfläche
Sial
Bezeichnung für die Oberkruste der Erde, in der vor allem Silizium-
und Alluminium-Verbindungen vorherrschen; siehe auch Nife und Sima
siallitische Verwitterung
Gesteinsverwitterung in humidem Klima, aufgrund der durch vorhandene
Huminsäuren verhinderten Abfuhr von Siliziumdioxid kommt es zur Bildung
silikatischer Tonminerale; siehe auch allitisch
Silt
angelsächsische Bezeichnnung für klastische Sedimente; entspricht
dem Schluff
Silur
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
430 und 395 Millionen Jahre
Sima
Bezeichnung für die Unterkruste der Erde, in der vor allem Silizium-
und Magnesium-Verbindungen vorherrschen; siehe auch Nife und Sial
Sinter
sind mineralische Ausscheidungen an Quellen; z.B. Kalksinter
söhlig
bergmännischer Begriff für horizontal liegende Schichten;
siehe auch saiger und tonnlägig
Solfatare
Fumarole mit vorwiegend schwefelhaltigem Gasaustritt
Solifluktion
Bodenfließen; vor allem in periglazialen Gebieten auftretende
Hangabwärtsbewegung von durchnässtem Gesteinsschutt
Sölle
sind meist kreisrunde wassergefüllte Bodensenken; Sölle werden
als Relikte von Toteisblöcken gedeutet, die beim Rückzug von
Gletschern als isolierte Eisreste zurückgeblieben sind; siehe auch
Pingo
Sortierung
bezeichnet die Güte der Trennung eines Sedimentes nach der mineralogischen
Zusammensetzung und der Korngröße in den jeweiligen Schichten
während der Sedimentation
Sparit
Bezeichnung für die umkristallisierte spätige Grundmasse
eines karbonatischen Sedimentes
Speichergestein
Lagerstätte von Erdöl und Erdgas; Gesteinskörper in
den Erdöl oder Erdgas migriert; siehe auch Muttergestein und Migration
Speläologie
Höhlenkunde
Sprung
bergmännischer Begriff für Verwerfung; Störung
ss-Fläche
Schichtfläche
Spur
auf die Tätigkeit von Organismen zurückgehende Lebenspur
im Sediment; innerhalb der Ichnologie (Spurenkunde) unterscheidet man je
nach der Genese der Spuren z.B. Fraßspuren, Kriechspuen, Fährten
und Wohnbauten
Stadial
Bezeichnung für einen relativ kurzen Zeitabschnitt innerhalb einer
Eiszeit, in der die Gletscher und das Inlandeis ihre größte
Ausdehnung hatten; siehe auch Interstadial
Staffelbruch
Schollentreppe, bei der die einzelnen Schollen durch Abschiebungen
treppenartig zueinander abgestuft sind; siehe auch antithetisch und synthethisch
Stalagmit
Tropfstein, der in Höhlen durch Ausscheidung von Kalziumkarbonat
am Höhlenboden durch Abgabe von Kohlendioxid oder infolge von Wasserverdunstung
entsteht; er wächst von unten nach oben
Stalaktit
wie Stalagmit, jedoch von oben nach unten wachsend
Stauchmoräne
Endmoränenwall, der nach einer kurzen Stillstandsphase des Gletschers
später durch den erneut vordringendn Gletscher überfahren und
dadurch zusammengestaucht wird; siehe auch Endmoräne
Steinkohle
aus pflanzlichem Material durch den Vorgang der sogenannten Inkohlung
entstandenes Gestein; mit steigendem Inkohlungsgrad können verschiedene
Steinkohlen-Inkohlungstufen unterschieden werden
Steinsalz
Mineral; Natriumchlorid
Steinsohle
ein häufig in Wüsten entstehendes, meist aus Windkantern
bestehendes Steinplaster, das durch Ausblasung von feinkörnigen Gesteinskomponenten
entstanden ist
stenohalin
sind marine Lebewesen, die nur in einem engen Salinitätsbereich
des Meerwassers existieren können; siehe auch euryhalin
stenotherm
sind Lebewesen, die nur in einem engen Temperaturbereich lebensfähig
sind; siehe auch eurytherm
Stock
unregelmäßig geformte Gesteinsmasse, die als Fremdkörper
in ihrer Umgebung erscheint
Störung
durch tektonische Bewegungen hervorgerufene Trennfuge in Gesteinskörpern
Strandwall
an flachen Meeresküsten durch die Brandung aufgeschütteter
Sedimentkörper
Stratigraphie
Wissenschaftszweig, der die Gesteine unter Berücksichtigung aller
organischen und anorganischen Inhalte nach ihrer zeitlichen Bildungsfolge
ordnet und eine Zeitskala zur Datierung geologischer Vorgänge aufstellt
Stratinomie
Lehre von der Einregelung anorganischer Körper im Sediment
Stratovulkan
Schichtvulkan; entsteht durch den Wechsel zwischen ausgeflossenem Lavagestein
und ausgeworfenem Material
STRECKEISEN-Diagramm
Doppeltes Dreieck Diagramm zur quantitativen Darstellung von magmatischen
Gesteinen je nach ihrer mineralischen Zusammensetzung
Streichen, Streichrichtung
gibt die Richtung einer durch tektonische Vorgänge geneigten Fläche
bezogen auf die horizontale Erdoberfläche an; siehe auch Einfallen
Streifenart
die im Querbruch an Steinkohlen zu erkennenden, zumeist unterschiedlich
stark glänzenden Streifen, die durch verschieden zusammengesetztes
Ausgangsmaterial hervorgerufen werden; man unterscheidet z.B. Vitrit, Durit
und Fusit
Stromatolithen
sind meist blumenkohlartig aufgebaute Kalkgebilde mit schaligem Aufbau;
sie werden heute zumeist als Kalkausscheidungen mariner Algen gedeutet
Stubbenhorizont
aus noch senkrecht stehenden Baumstümpfen bestehende Horizonte
in Kohlelagern; sie entstehen bei Anstieg des Grundwasserspiegels in Mooren
durch Abfaulen der Baumstämme in Höhe des Wasserspiegels nach
Absterben der Bäume
Stylolith
an den Seiten meist längsgestreifte, zapfenartige Gebilde in Kalkgesteinen;
sie entstehen durch chemische Drucklösung in festen Gesteinen
subaquatisch
Begriff für alle unter dem Wasserspiegel gebildeten Ablagerungen
bzw. stattfindenden Vorgänge
Subduktion
plattentektonischer Vorgang; findet statt, wenn zwei aufeinander zudriftende
Platten kollidieren und dann eine Platte unter die andere geschoben wird
und in die Tiefe absinkt
sublitoral
Meeresbereich unterhalb der Niedrigwasserlinie; reicht bis in eine
Tiefe von etwa 200 Metern; siehe auch abyssal, bathyal und neritisch
submarin
Begriff für alle unter dem Meeresspiegel gebildeten Ablagerungen
bzw. stattfindenden Vorgänge
Subrosion
Begriff für die unter der Erdoberfläche stattfindenden Ablaugungsprozesse
an leichtlöslichen Gesteinen, wie z.B. Salzgesteinen
Subsidenz
regional oder örtlich begrenzte Absenkung der Erdoberfläche
Subsolution
Begriff für am Boden von Gewässern stattfindende chemische
Lösungsvorgänge; betrifft vor allem Karbonatgesteine
Supralitoral
Meeresbereich oberhalb der Hochwasserlinie
Suspension
Begriff für das Gemisch aus einer Flüssigkeit und den in
ihr schwebenden unlöslichen Feststoffen
S-Welle
sekundäre Erdbebenwelle; Scherwelle; langsamer als P-Welle; kann
sich nicht in Flüssigkeiten ausbreiten
Synklinale
geologische Mulde; durch Faltungsvorgänge hervorgerufene tektonische
Form mit nach oben divergierenden Faltenschenkeln; siehe auch Antiklinale
Synklinorium
Bezeichnung für ein Faltenbündel, bei dem der Faltenspiegel
von den beiden Rändern des Bündels zur Mitte hin abfällt;
siehe auch Antiklinorium
synsedimentär
Bezeichnung für während der Sedimentation ablaufende Vorgänge;
z.B. synsedimentäre Beckensenkung
synthetisch
beschreibt Schollentreppen, bei denen die Schichten gleichsinnig zu
den Verwerfungen einfallen
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
T
Tafonierung
aus dem korsischen; bezeichnet die Bildung von sogenannten Bröckelhöhlen;
dabei kommt es durch von unten nach oben gerichtete Aufweitung von Gesteinsklüften
zur Bildung von Hohlräumen
Talus
bezeichnet den in der Umgebung von Riffen am Meeresboden abgelagerten
Riffschutt
Taphrogenese
bezeichnet die Bildung von Großgräben oder Großgrabensystemen
taub
bergmännischer Begriff für ein Gestein, in dem wirtschaftlich
nutzbare Stoffe nicht oder nur sehr gering vorhanden sind
Tektit
Bezeichnung für meist rundliche Gebilde aus saurem Gesteinsglas;
Tektite werden als Relikte von auf der Erde niedergegangenen Meteoriten
gedeutet
Tektonik
Lehre vom Bau der Erdkruste und den Bewegungen und Kräften, die
diesen Aufbau erzeugt haben
Tephra
Bezeichnung für lockere vulkanische Auswurfmassen
terra fusca
Bezeichnung für in feuchtwarmem Klima gebildete, meist ockerfarbene
humusarme Lehmböden, die durch Verwitterung karbonatreicher Gesteine
entstanden sind
terra rossa
Bezeichnung für durch entwässerte Eisenoxidhydrate rot gefärbte,
weitgehend entkalkte schwere Tonböden auf Kalkunterlage; durch allitische
Verwitterung entstanden
terrigen
auf dem Land entstanden
Tertiär
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
64 und 2 Millionen Jahre
Tethys
Bezeichnung für ein mesozoisch-känozoisches Gürtelmeer
zwischen Europa und Afrika; das Mittelmeer ist ein Rest der Tethys
Textur
bezeichnet die räumliche Anordnung und Verteilung der Gemengteile
in Gesteinen
Thixotropie
bezeichnet einen Vorgang, bei dem umkehrbare Zähigkeitsänderungen
(z.B. fest-flüssig-fest) in Sedimenten bestimmter Korngrößenverteilung
allein durch mechanische Beeinflussung ohne besondere Zugabe von Wasser
ausgelöst werden
Thufa
Bezeichnung für einen relativ kleinen, maximal 1 Meter hohen Auffrierhügel;
siehe auch Pingo
Tillit
Bezeichnung für eine fossile, diagenetisch verfestigte präquartäre
Grundmoräne
Ton
klastisches Lockergestein mit Korngrößendurchmessern von
weniger als 0,002 Millimetern
tonnlägig
bergmännischer Begriff für schräg gestellte Schichten;
siehe auch saiger und söhlig
Torfdolomit
Bezeichnung für aus Magnesiumkarbonat bestehende Konkretionen
innerhalb von Steinkohleflözen; ihre Bildung erfolgt zu einem frühen
Stadium der Inkohlung bei späterer mariner Bedeckung des Flözes
Transform-Störung
Bezeichnung für annähernd senkrecht zu Mittelozeanischen
Rücken verlaufende Störungen, an denen keine horizontale Bewegung
stattfindet
Transgression
Meeresvorstoß; siehe auch Regression und Ingression
Trapp
Bezeichnung für oft treppenförmig aufgebaute, mächtige
basaltische Plateauergüsse von erheblicher Ausdehnung; z.B. Dekkantrapp
in Indien
Travertin
siehe Sinter
Trias
Zeitabschnitt der Erdgeschichte; entspricht dem Zeitraum zwischen etwa
225 und 190 Millionen Jahre
Tripelpunkt
im Sinne der Plattentektonik Bezeichnung für den Treffpunkt dreier
Lithosphärenplatten; z.B. Treffpunkt der afrikanischen, antarktischen
und indoaustralischen Platte im Indischen Ozean
Trockenriß
Bezeichnung für die bei Austrocknung wasserhaltiger Feinsedimente
entstehenden Schrumpfungsrisse
Trum
bergmännischer Begriff; Bezeichnung für einen geringmächtigen,
nicht weit aushaltenden Gang
Tsunami
aus dem japanischen; Bezeichnung für eine seismische Woge; durch
Erdbeben hervorgerufene sturmflutartige Meereswelle
Tuff
Bezeichnung für verfestigte vulkanische Auswurfprodukte
Tuffit
Tuff mit klastischen Sedimentbestandteilen nicht vulkanischen Ursprungs
Tundra
Bezeichnung dür ein vegetationsarmes Gebiet im Subpolarbereich
turbidity current
Bezeichnung für einen untermeerischen Trübe- oder Schlammstrom,
bei dem große Mengen klastischer Komponenten in Suspension gehalten
werden
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U
Überkippung
bergmännischer Ausdruck für inverse Schichtenlagerung; bezeichnet
die Aufrichtung von Gesteinsschichten über 90°, so daß die
älteren Gesteine dieser Serie über die jüngeren zu liegen
kommen
Überschiebung
tektonische Aufwärtsbewegung einer Gesteinsscholle gegenüber
einer anderen, bei der die Bewegungsfläche flacher als 45 ° steht;
siehe auch Aufschiebung
Ultrabasit
Bezeichnung für ein Erstarrungsgestein mit einem Siliziumdioxid-Gehalt
von weniger als 45 Prozent
Unstetigkeitsfläche
Tiefenbereich innerhalb der Erde, an dem sich die Geschwindigkeit von
P- und S-Wellen deutlich ändert
Urstromtal
Bezeichnung für ein Tal, das vor dem Inlandeis- oder Gletscherrand
verläuft und in dem sich die Schmelzwässer des Eises und auch
sonst zufließende Wässer vereinigen und zum Meer fließen
Uvala
Schüsseldoline; Bezeichnung für eine flache, große
Doline mit etwa ovalem Umriß; ein Uvala entsteht meist durch Auflösen
oder Einbrechen der trennenden Riedel zwischen benachbarten Dolinen
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V
vagil
sind benthische Organismen, die sich auf oder im Sediment frei bewegen;
siehe auch sessil
Vergenz
Bezeichnung für die Kipprichtung geneigter Falten
Verkieselung
sekundäre Ausfüllung von Porenräumen oder Verdrängung
von Gefügebestandteilen eines Gesteins durch Kieselsäure (Quarz)
Verkiesung
bezeichnet die Abscheidung von Sulfiden und die Verdrängung vorhandener
Substanzen (Kalk oder Schalensubstanz) durch Sulfide; meist handelt es
sich bei den Sulfiden um Pyrit und Markasit
Verkohlung
Bezeichnung für die Erzeugung von Holzkohle durch Verbrennung
unter gebrmster Sauerstoffzufuhr; siehe auch Inkohlung
Vertaubung
bergmännischer Begriff für das langsame Auskeilen eines Kohleflözes
bzw. das langsame Verarmen im Verlauf von Erzlagerstätten
Verwerfung
allgemeiner Begriff für eine relative Abwärtsbewegung einer
Gesteinsscholle an einer oder mehreren Gesteinsfugen
Verwesung
Bezeichnung für die durch chemische Prozesse und Tätigkeit
von Tieren und Pflanzen hervorgerufene Zersetzung organischer Substanzen
unter Sauerstoffeinfluß
Verwitterung
bezeichnet alle durch exogene Kräfte hervorgerufenen Zerteilungs-
und Zersetzungsvorgänge an Gesteinen; je nach Art der wirkenden Kräfte
unterscheidet man physikalisch-mechanische, chemische, biologische und
biochemische Verwitterung
Vitrit
siehe Streifenart
Vorkommen
kleine natürliche Anhäufung von nutzbaren Erzen, Mineralen
und Gesteinen, deren Abbau unwirtschaftlich ist; siehe auch Lagerstätte
Vulkane
sind durch das Ausfließen von Lava oder den Auswurf von Asche
auf dem Festland oder unter dem Meeresspiegel entstandene Gebilde
vulkanisches Glas
sehr schnell abgekühlte Schmelze, deren Stoffbestand nicht kristallin, sondern amorph vorliegt (Beispiel: Obsidian, Bims
Vulkanite
magmatische Gesteine, die an die Erdoberfläche gelangt und dort erstarrt sind (z.B. Basalt, Melaphyr, Quarzporphyr, Keratophyr, Sanidin-Trachyt, Dacit, Andesit); siehe auch Plutonite
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W
Wackelstein
Gesteinsblock, der durch starke parallel zur Horizontalküftung
verlaufende Erosion mit nur schmaler Berührungsfläche auf seiner
Unterlage liegt
Warmzeit
allgemeiner Begriff für einen Zeitabschnitt, dessen Jahresdurchschnittstemperaturen
deutlich höher liegen als diejenigen des vorangegangenen und nachfolgenden
Zeitabschnittes; siehe auch Kaltzeit
Warve
Jahresschicht in Bändertonen
Wasserhärte
Begriff für die in Lösung befindlichen Kalzium und Magnesiumverbindungen
in Wasser
Watt
amphibische Fläche im Küstenbereich eines Gezeitenmeeres,
die bei Hochwasser überflutet wird und bei Niedrigwasser fast vollständig
trockenfällt; sie wird von zahlreichen verzweigten Rinnen (Prielen)
der Gezeitenströme durchzogen; typische Sedimente in einem Watt sind
Schlick und Sand
Wechsellagerung
Begriff für den häufigen Wechsel übereinander lagernder,
verschiedenartiger Schichten in einem geologischen Profil
Weichbraunkohle
gering verfestigte Braunkohle mit hohem Porenvolumen und meist hohem
Wassergehalt
Wetter
bergmännischer Begriff für alle im Bereich im Bergbau unter
Tage auftretenden Gasgemische unabhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung
WIECHERT-GUTENBERG-Diskontinuität
benannt nach den Geophysikern E. Wiechert und B. Gutenberg; Unstetigkeitsfläche
in etwa 2900 Kilometer Tiefe, an der P-Wellen eine deutliche Geschwindigkeitsabnahme
erfahren; in diesem Tiefenbereich liegt die Grenze zwischen dem Ermantel
und dem äußeren Erdkern
Wiesenkalk
durch den Stoffwechsel von Pflanzen hervorgerufene Kalkausscheidungen
im Untergrund von Niedermooren
Wildflysch
marine, dunkle, mit Sandsteinen wechsellagernde Schiefer der Westalpen;
sie enthalten häufig eckige Blöcke von kristallinen oder sedimentären
Gesteinen
Windkanter
Gesteinskörper, der durch Windschliff eine oder mehrere Kanten
auf seiner Oberfläche erhalten hat; siehe auch Korrasion
Wollsackverwitterung
überwiegend bei Graniten auftretende Verwitterungsform; der Klüftung
des Gesteinskörpers folgend entstehen dabei kissenartige Gebilde,
die verschnürten Baumwollsäcken ähneln
Wurfschlacke
schlackenartiger Lavafetzen, der während des Auswurfes aus dem
Vulkankrater in der Luft erstarrt; siehe auch Bombe
Wurzelboden
Sedimentschicht unterhalb von Kohleflözen, die von Wurzeln der
ehemaligen Moorpflanzen durchzogen wird
Würgeboden
siehe Kryoturbation
Wüste
größere zusammenhängende Gebiete der Erdoberfläche,
die ständig vollkommen oder fast vollkommen vegetationslos sind und
nicht von Wasser oder Eis bedeckt sind
Wüstenlack
dünner, meist braunschwarzer Überzug von wasserarmen Eisenoxidhydraten
auf Felsen in der Wüste; er ensteht durch kapillares Aufsaugen von
Lösungen aus dem Gestein mit anschließendem Niederschlag des
Lösungsinhaltes auf der Gesteinsoberfläche
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X
Xenolith
Einschluß von Fremdgesteinen in magmatschen Schmelzen bzw, Gesteinen
xenomorph
sind Minerale, die bei der Erstarrung von Gesteinsschmelzen infolge
gegeseitiger Störung beim Wachstum nicht die ihnen kristallographisch
vorgegebene Eigengestalt entwickeln; siehe auch idiomorph
Xylit
Bezeichnung für die Holzbestandteile in Braunkohlen; trotz Inkohlung
ist in Xyliten noch die ehemalige faserige Struktur des Holzes zu erkennen
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Y
Yoldia-Meer
Bezeichnung für Schichtenfolgen aus dem frühen Holozän
(vor 10000-8800 Jahren) im Bereich des Ostsee-Beckens; benannt nach der
in diesen Ablagerungen sehr häufigen marinen Muschel Yoldia
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Z
Zeolithe
wasserhaltige Mineralgruppe der Gerüstsilikate
Zeugenberge
entstehen bei rückschreitender Erosion von Schichtstufen unmittelbar vor deren Rand, so das sich isolierte Einzelberge bilden
Zinkblende
Mineral, Zinksulfid
Zungenbecken
längliche nach vorne von der Endmoräne begrenzte Vertiefung,
die von der Gletscherzunge bedeckt wird; nach Rückzug des Gletschers
entstehen in diesen Becken häufig Seen oder Moore
Zyklotheme
zyklische Abfolge mit mehrfach sich wiederholender Sedimentation
Zuletzt aktualisiert am
8. Juni 1999
Michael
Berndt
