Tunguska

 

Sibirien/Tal des Tunguska, 30. Juni 1908 - 07:17 Uhr
Ein Landarbeiter sitzt 60 Kilometer vom Tunguskatal entfernt auf seiner Veranda vorm Haus, als er plötzlich einen gewaltigen Feuerball am Himmel sieht, der eine solch große Hitze ausstrahlt, daß der Mann es kaum noch ertragen kann. Wenige Sekunden später gibt es eine Explosion, die ihn mehrere Meter von der Veranda schleudert. Es wird dunkel und der ganze Boden fängt an zu beben.
Dies ist eine von mehren Aussagen, die Augenzeugen damals von sich gaben. Was war geschehen ? Als man sich dem Explosionsgebiet näherte wurde eine verwüstete Fläche von 46x30km vorgefunden. Bäume wurden wie Streichhölzer abgeknickt, Tiere und Sträucher verbrannten. Selbst Metallgegenstände wurden von der Gluthitze geschmolzen.

     

Alle Untersuchungen die man in den nachfolgenden Wochen machte, brachten keine brauchbaren Ergebnisse, die zur Lösung des Vorfalls beigetragen hätten, so das die Forschungsarbeiten schnell eingestellt wurden. Erst 1927 startete der sowjetische Mineraloge Leonid Kulik eine Expedition. Zunächst nahm er an, daß die Verwüstungen durch einen Meteoriten entstanden waren, doch zu seiner Verwunderung fand er keine Gesteinsbrocken, sondern lediglich etwas Meteoritenstaub. Auch ein Krater von einigen hundert Metern Durchmesser, der hätte entstehen müssen, wenn man den Aussagen der Augenzeugen über die größe des Feuerballs welcher damals auf die Erde stürzte glauben schenken darf, war nicht vorhanden. Es wurde zwar ein Krater gefunden, aber dieser war zu klein, um von einem Meteoriten dieser größe verursacht worden zu sein. Zu all diesen Ungereimtheiten kam noch hinzu, daß die Verwüstungen im Zentrum der Explosion nicht so groß waren, wie im Umkreis.

Da die Ursache der Explosion anscheinend kein Meteorit war, blieben nur noch zwei Thesen über. Die Erste: Es könnte ein Komet gewesen sein. Da dieser aus einer Mischung gefrorenem Gas, meteoritischem Material und Staub besteht, würde es erklären, weshalb keine größeren Gesteinsbrocken gefunden wurden. Allerdings taucht ein Komet normalerweise nicht aus dem Nichts auf, sondern hätte von Astronomen schon vor Eintritt in die Erdatmosphäre entdeckt werden müssen, selbst wenn man berücksichtigt, daß Kometen ihre Richtung und die Fluggeschwindigkeit ändern können. Warum hat ihn kein Wissenschaftler beobachten können? Das einzige was von den Meteorlogischen Observatorien auf der gesamten Erde aufgezeichnet wurde, war eine Luftdruckwelle.


Bild vom Tunguska Meteorit während dem Flug. Dieses Bild wurde von der Augenzeugin T.N.Naumenko aus der Stadt Kejma am 30. Juni 1908 angefertigt.
[Aus dem Buch von Dr. A.Yu.Ol'khovatov]

 

Die Zweite These: Es war eine Nuklearexplosion eines Raumschiffes in ca. 5-10km Höhe. Dies würde die strahlenförmige Ausbreitung der Brände und die unzerstörten Bäume im Mittelpunkt erklären. Auch die nach der Explosion aufsteigende Feuersäule und Staubwolke wäre vergleichbar mit einer heutigen Atomexplosion. Die geringfügige Zunahme der Strahlungsintensität in diesem Gebiet läßt zudem eine Nuklearexplosion nicht völlig ausschließen. Sicher ist nur, daß kein Atomtest durchgeführt wurde! Wenn es aber ein Raumschiff war, hätte man dann nicht Überreste finden müssen? Es wurde nichts gefunden!

     
Links: Karte vom Tal des Tunguska, dem Zentrum der Explosion
Rechts: Bild von Bäumen, die durch die Explosion wie Streichhölzer umgerissen wurden.

 

[Dokument: "Tunguska"]