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Familie Stoyke, Groß Plowenz

Vorgeschichte (bis ca. 1900)

Die Stammlinie der Familie Stoyke ist bereits seit den Familientreffen der Jahre 1969 und 1983 weitgehend bekannt. Elisabeth SOMMERFELD (Schifferstadt) schreibt über die Herkunft der Familie: "Eine Verbindung nach Salzburg finden wir beim besten Willen nicht. Vielleicht sind sie gleich nach der Reformation 1520 in Preußen eingewandert. Die meisten Salzburger kamen 1732. Zu dieser Zeit müssen die Stoykes schon in Kamin gewesen sein. Schade, daß Pfarrer Wodege schon tot ist. Von ihm stammte doch die Sage." Die Erkenntnisse des Genealogen Hans-Jürgen WOLF aus Bremen bestätigen, ergänzen und korrigieren das Wissen über die Familie in zuverlässiger Weise:
So sei anzunehmen, daß durch die Schwedenkriege (zuletzt bis 1660) neben anderen Ortschaften auch Kamin entvölkert worden sei. Die "Kreisgeschichte" von Plehn gibt verschiedene Hinweise auf das Datum einer Neubesiedelung durch Protestanten, wovon jene Angabe (Visitationsbericht von 1743), die auf eine Besiedelung um 1730/33 schließen läßt, die plausibelste sei. "Die Familie Stoyke (Stoike, Steig) gehörte evtl. zu den ersten Protestanten in Kamin. In diesem Falle müßte noch der Vater des George Stoyke (* um 1720; † 1784) in Kamin ansässig geworden sein.
Als zweite Alternative bleibt die Annahme, daß der besagte Georg Stoyke der erste Namensträger in Kamin war und dort dann um 1745 ansässig wurde. (...)
Eine Abstammung von den "Salzburgern" ist mit Sicherheit auszuschließen, eine Zuwanderung aus dem Einzugsbereich des Kirchspiels Tromnau (etwa aus Thiergart) aber sehr gut möglich, wenn auch momentan noch nicht mit der gebotenen Sicherheit erwiesen. Die ursprüngliche Heimat der Stoyke ist ganz sicher Hinterpommern (Landkreise Deutsch Krone und/oder Neustettin), denn dort sind die bisher ältesten Namensträger nachgewiesen."

Wolf bezieht seine Daten im wesentlichen aus Kirchenbüchern und Urkunden, sogenannten Primärquellen. Eine Verbindung zu dem bislang als "ältesten Vorfahren" Stoyke bezeichneten Georg Stoyke, *1655, verheiratet mit Anna ist demnach bisher nicht nachweisbar. In den Kirchenbüchern von Groß Tromnau, Kreis Marienwerder (Westpreußen) wird dieser als Bauer zu Thiergart, Kreis Rosenberg genannt. Georg hatte zwei Töchter und einen Sohn namens George (*1685 in Thiergart). Dessen Sohn George wurde möglicherweise 1720 ebenfalls in Thiergart geboren. Gemäß Wolf ist die Herkunft George Stoykes aus Thiergart "nicht in der gebotenen Weise belegt". Dieser hatte 1746 seine Frau Elisabeth geehelicht. Der Stammhof der Familie Stoyke in Kamin, Kreis Strasburg

Foto: Stammhof der Familie Stoyke in Kamin, Kreis Strasburg
[Quelle: Barbara Stoyke, Brakel (Datum der Aufnahme unbekannt)]

Nach den Kirchenbüchern verstarb George im Alter von 64 Jahren in Kamin, Kreis Strasburg, ebenso wie seine Frau. Es ist also nicht auszuschließen (s.o.), daß er 1733 als Pächter der Pfarrhufen nach Kamin gezogen sein könnte. Somit wäre er der Begründer des Stammhofes der Familie Stoyke (auch: Stoike, Steig). George und seine Frau starben gemäß der kirchlichen Aufzeichnungen an "hitziger Brustkrankheit".

Georg und Elisabeth bekamen mindestens 8 Kinder, wovon der älteste Sohn auf den Namen Andreas getauft wurde (* um 1745 in Kamin). "Er wird in den Kirchenbüchern schon als Bauer genannt. Es ist daher anzunehmen, daß die Stoykes (...) schon damals unter den ersten 13 protestantischen Bauernfamilien waren, die 1743 - 73 durch den dort ´herrschenden´ Jesuitenorden - aufgrund ihrer Tüchtigkeit - in Kamin angesiedelt wurden" (Er starb später an "Gicht".). Dieser heiratete Elisabeth Schnitzke, ebenfalls eine Ortsansässige. Elisabeth gebar zwischen 1772 und 1792 sieben Kinder (Sie starb an "Wassersucht"). Der älteste Sohn trug den Namen seines Großvaters, George (*1772 in Kamin).

Er wurde 21-jährig mit Gottliebe Farchim aus Sadlinken, Kreis Strasburg (Westpreußen) verheiratet. Sie war 17 Jahre alt. George wird als Bauer, ab 1810 als Schulz, ab 1836 als Altsitzer genannt. Beide hatten 10 Kinder.

Ausschnitt Topographische Karte 1 : 25.000: Mnich am See, Groß Plowenz, Kreis Strasburg

Abb.: 1926 - Mnich am See, Groß Plowenz, Kreis Strasburg
[Kartengrundlage: TK25, Bl. 2581, Groß Plowenz, 1909/1926,
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004]

Als neuntes Kind wurde 1810 Christian Stoyke geboren. 1835 heiratete er Catharina Priebe aus Neumark, Kreis Löbau (Westpreußen). In den Jahren 1836 bis 1838 haben sich die Beiden offensichtlich in Mnich am See bei Groß Plowenz, Kreis Strasburg angesiedelt. Christian Stoyke übernahm den Hof von einem Juden. Über 100 Jahre wurde der Hof von Christian Stoykes Nachfolgern bewohnt. In sehr frühen Jahren "hatten sich dort drei Mönche niedergelassen. Einer soll ein hohes Alter erreicht haben. Sie trugen nur Ledersachen. Bestimmt werden sie auch den Keller im Garten gebaut haben. Diese Weisheit stammt noch von Hugo Bomke." [E. Sommerfeld v. Nov. 1997]

Zuletzt, bis 1945, bewirtschaftete ihn sein Enkel Ewald Kurt Stoyke. Zwischen 1836 und 1855 wurden dem Paar 10 Kinder geboren, das erste im benachbarten Klein Rehwalde, Kreis Löbau, die anderen bereits in Mnich.

Als zweites Kind kam Michael Stoyke 1839 zur Welt. Er ehelichte Karoline Schmidt aus Neubrück, Kreis Graudenz. Eines der in Klein Rehwalde geborenen 9 Kinder war Selma Agnes Stoyke (*1871). Gemeinsam mit ihrem Mann Franz Bomke (geb. in Wardengowo, Kreis Löbau) erwarb sie ein Gut im fernen Alt-Mösland an der Weichselniederung (weiteres s. unter Familie Bomke).

Das siebte Kind der Familie Christian Stoyke oo Catharina Priebe wurde auf den Namen Karl Stoyke getauft.

Karl wurde 1849 geboren, zehn Jahre später als sein Bruder Michael. Er heiratete die 12 Jahre jüngere Schwester der Frau seines Bruders, Bertha Schmidt aus Neubrück, Kreis Graudenz. In den Kirchenbüchern wird er ab 1877 als "Besitzer" aufgeführt. Er ist mein Urgroßvater, denn sein Sohn Ewald Kurt (*1886) heiratete später die Tochter seiner Cousine Selma: Käthe Julie Lina Bomke.

Neben Kurt erblickten zunächst Maximilian (*1878) und dann Johanna Selma (*1880, verh. Joeschke) in Mnich das Licht der Welt.


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