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Familie Schiemann

Die Herkunft der Familie Schiemann ist bislang weitgehend ungeklärt. Ältestes bekanntes Familienmitglied ist Johann Schiemann, verheiratet mit Eleonore Grundmann. Die Namen gehen aus der Abschrift des Geburtszeugnisses ihres Sohnes, Friedrich August Schiemann (*1858 †1928) hervor. Friedrich wurde in Goniwilk, Blonsk im Gouvernement Warschau, zu Russisch-Polen gehörend, geboren.

Spätestens 1879, zum Zeitpunkt der Geburt Ihrer ersten Tochter Juliana, siedelte Friedrich mit seiner ersten Frau Luise ins benachbarte Wolhynien, das Wolgadelta in Rußland um, welches seit der Zeit Katharinas der Großen mit deutschen Bauern aus Süddeutschland besiedelt war. Mit Sicherheit sind die ersten drei der insgesamt acht Kinder unseres Vorfahren (mit zwei Ehefrauen) bei Nowograd-Wolinsk, Wolhynien geboren: Juliane, verheiratete Rohr wurde in Allesadufke geboren. Sie wanderte nach 1901 nach Polen oder Westpreußen aus. Wilhelm, verheiratet mit Auguste Gras, erblickte in Josefhof (Jozefow) bei Nowograd das Licht der Welt. Das dritte Kind, Friederike, verheiratete Jadischke wurde ebenfalls in Josefhof geboren. Sie ist spätestens seit 1905 in Rittershausen, Westpreußen ansässig. Ihre Tochter Herta ehelichte im Mai 1933 Kurt Joeschke, den Sohn von Johanna, geb. Stoyke, womit eine erste nachweisliche Verbindung zwischen den beiden Familien besteht.

Die Geburt des folgenden Kindes von Friedrich August Schiemann, Olga, verheiratete Zielke, 1886 ist zwar bereits mit Rittershausen, Kreis Graudenz in Westpreußen mündlich überliefert, doch bedarf diese Angabe noch einer Überprüfung. Dagegen spricht, dass der Sohn Johann, der noch 1888 aus erster Ehe mit Luise hervorgegangen sein soll, mit großer Wahrscheinlichkeit in Josefhof zur Welt kam. Für meine Großmutter Berta als siebentes Kind (*1893) ist der Ort der Geburt mit Sclohan/Bochnia überliefert. Wahrscheinlich handelt es sich um die Kreissstadt Schlochau in Westpreußen. Handschriftlichen Aufzeichnungen von Karl Jadischke (1938) zu Folge seien allerdings auch die Kinder jüngsten Kinder Friedrich August Schiemanns, Gustav (1895) und Heinrich (1897) in Josefhof geboren. Er gibt als Geburtsort von Berta "Rußland" an. Den Geburtsdaten der Nachkommen zufolge ist die gesamte Großfamilie Schiemann bis 1900 geschlossen in Richtung Westpreußen umgesiedelt. 1900 heiratete Friedrich August in "Zentralpolen" bei Lublin in zweiter Ehe Alwine Pauline Milbradt. Dieser These widerspricht aber die Tatsache, daß die 1. Ehefrau Luise nach mündlicher Überlieferung auf einer Fotografie von 1921 abgebildet sein soll (siehe nachstehend).

Friedrich August Schiemann hatte somit folgende Kinder:

Spätestens 1905 tauchen die Schiemanns und ihre Nachfahren in Rittershausen und Roggenhausen, Kreis Graudenz auf. In Roggenhausen führte die Familie Jadischke einen Kaufmannsladen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat Wilhelm Schiemann bis zum Kriegsende eine Wassermühle betrieben.

Gruppenfoto Friedrich August Schiemann und FamilieFoto: 1921 - verm. Roggenhausen oder Rittershausen, Kreis Graudenz
von links: Friedrich August Schiemann, N.N. (Pflegekind), Hilde Krahn (geb. Dittelmeier, verwitwete Schiemann), Heinrich Schiemann mit Waltraut Bondar (geb. Schiemann), N.N. (Pflegekind), verm. Luise Schiemann (1. Ehefrau von Friedrich)

In Bogensdorf (Bogdanken), Kreis Graudenz ehelichte 1913 die Tochter Berta meinen Großvater Julius. Nähere Umstände der Hochzeit sind nicht bekannt. Die beiden zogen nach Adlig Jellen. Der Kontakt zwischen den Geschwistern der Schiemanns war von jeher sehr eng. Man besuchte sich häufig und schrieb einander. So machten denn auch zwei Schicksalsschläge die Runde: Das jüngste Kind Friedrich-Augusts, Gustav, fiel 1916 im 1. Weltkrieg, vermutlich bei einem Seegefecht. Er starb im Alter von 21 Jahren.

Etwa 15 Jahre später, im Februar 1927 verunglückte in Winkelsdorf, Kreis Rosenberg (bei Deutsch Eylau) Heinrich Schiemann beim Unfall beim Langholzfahren: Während des Holztransportes rutschte ein Stamm vom Wagen und traf ihn tödlich am Kopf. Er hinterließ seine Ehefrau Hulda, geb. Dittelmeier mit zwei Kindern im Alter von sechs (Waltraut) und drei (Heinz) Jahren. Es war ein Schock für die gesamte Großfamilie gewesen, denn das Ereignis ist heute noch in der Erinnerung einiger Familienangehöriger lebendig.

Hulda Dittelmeier heiratete erneut (Paul Krahn). Ihr Kontakt zu den Schiemanns brach fast gänzlich ab.



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