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Familie Bomke

Über die Herkunft der Familie Bomke liegen mir bislang nur wenige Informationen vor. Das früheste Familienmitglied ist nachgewiesen im Ahnenpaß von Karl August Friedrich Bomke, verheiratet mit Margarete, geb. Wollenschläger sowie durch Frau Ortud Vauk im Ancestral file der LDS. Demnach handelt es sich um Michael Bomke, verheiratet mit Caroline Kollert (Wollert). Michael wurde um 1791 geboren. Er starb ca. 1848 in Tusch, Kreis Graudenz. Seine Ehefrau Caroline heiratete er um 1819. Sie war ca. 1793 geboren und verstarb um 1854 in Bischofswerder, Kreis Rosenberg. Michaels Sohn, Carl Friedrich (*1821 †1890), muß ebenfalls im Umfeld der Kreise Graudenz und Marienwerder gelebt haben, zumal seine Frau Wilhelmine Janzen in Graudenz geboren ist. Es gibt keine Hinweise auf eine andere berufliche Tätigkeit als die der Landwirtschaft. Der gemeinsame Sohn der beiden war Franz Bomke. Er war bereits Gutsbesitzer. Franz hatte mindestens vier Geschwister, die bekannt sind.

Durch seine Heirat mit Selma Agnes Stoyke entstand, soweit bekannt, erstmalig eine Verbindung zwischen den beiden Familien.

Käthe Lina Julie Stoyke, geb. Bomke war das erste von drei Kindern aus dieser Ehe.

Allem Anschein nach sind alle drei Kinder in dem Weiler Alt-Mösland, Kreis Marienwerder in der Weichselniederung zur Welt gekommen. Die junge Familie erlebte im Laufe der nächsten Jahre schwere Schicksalsschläge: Das Familienoberhaupt, Franz Bomke, war schwer herz- und zuckerkrank. Er starb in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts.

So lastete denn die ganze Hoffnung der Familie auf dem einzigen Sohn Hans. Diesem aber wurde der 1. Weltkrieg zum Verhängnis. Die letzte uns überlieferte Nachricht von ihm stammt vom 2. September 1917. Er schickt darin per Feldpost aus Hammerstein, Kreis Schlochau ein Bild von sich an seinen Onkel, den Lehrer Eschenbach in Plowenz. Er fiel am 21. März 1918 in Frankreich bei Neuville-St. Vaast, wo sich seine Grabstelle befindet.

Entweder bereits 1915 oder erst nach dem Tode Hans Bomkes brannte das Wohnhaus der Familie aus. Da keine männliche Hilfe zu Seite stand, versuchten die Frauen auf sich gestellt, soviel Hab und Gut vor den Flammen zu retten wie möglich. Es war eine große Tragödie.

Das schwere Klavier vermochten sie noch bis zur Haustür zu schieben, aber die Türschwelle stellte ein unüberwindbares Hindernis dar. Sie mußten zusehen, wie auch das kostbare Musikinstrument verbrannte. Nach dem Feuer siedelte sich Selma Bomke mit ihren beiden Töchtern in Mareese, Kreis Marienwerder an. Gruppenfoto Selma Agnes Bomke mit Tochter und Schwiegersohn

Foto: 1950 - Wildberg, Kreis Altentreptow
von links: Käthe Julie Lina Stoyke (geb. Bomke), Selma Agnes Stoyke (geb. Bomke), Ewald Kurt Stoyke

Käthe heiratete den Sohn ihres Cousins, Kurt Stoyke. Die Eltern der beiden haben wohl beschlossen, das Paar zu verheiraten, denn sie sollen ihren Kindern geraten haben: die Käthe sei doch ein tüchtiges Mädchen bzw. der Kurt gebe doch einen tüchtigen Mann ab. Die beiden fügten sich ihrem Schicksal und wurden im Mai 1916 vermählt. Käthe zog daraufhin nach Mnich auf den Hof der Schwiegereltern. Der Schwiegervater Karl Stoyke soll ein herzensguter Mensch gewesen sein. Die junge Käthe hatte es dagegen unter der Herrschaft ihrer Schwiegermutter Bertha (geb. Schmidt aus Neubrück, Kreis Graudenz) auf Mnich nicht leicht gehabt.

Im 1. Weltkrieg wurde Kurt Stoyke in Frankreich eingesetzt. Er geriet in französische Gefangenschaft, wo er für kurze Zeit bei einem Bauern arbeitete.

Wieder zurückgekehrt übernahm den Hof, denn der ältere Sohn Maximilian, ein humorvoller Mensch, arbeitete bereits auf seiner eigenen kleinen Wirtschaft von nur 50 bis 60 Morgen Größe. Mehr habe er nicht für notwendig erachtet. Zunächst habe er in Ostpreußen gelebt, sei aber später nach dem Kriege nach Karben, Kreis Strasburg umgesiedelt. In Ostpreußen muß Maximilian eine Zeit lang eine Gastwirtschaft geführt haben. Er heiratete die hübsche Tochter eines Schäfers, Bertha geb. Pantel.

Die einzige Tochter Johanna ("Tante Hannchen") hatte den elterlichen Hof bereits verlassen und, wie eingangs berichtet, den Gutsverwalter Paul Joeschke geheiratet. Dieser bewirtschaftete verschiedene Güter, aber Spannungen zwischen seiner Frau und den Gutsbesitzern führten zu mehrmaligem Wechsel des Arbeitgebers. Der Sohn Kurt soll als Kind ziemlich verzogen gewesen sein und einigen Unsinn angestellt haben, eine Eigenschaft, die man ihm im Alter keineswegs mehr nachsagen konnte.




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