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Erinnerungen zur Familie Stoyke aus Bohnsack, Kreis Danziger Niederung in Westpreußen bzw. in den USA

von Laurie Morgan (geb. Stoyke), Brookfield, Illinois, USA

(frei aus dem Englischen übersetzt von Olaf Schmidt. Der Originalwortlaut kann der genealogischen Homepage von Laurie Morgan entnommen werden: http://www.lauriemorgan.accessgenealogy.com)

Meine Erinnerung an Großvater und Großmutter

(Ferdinand Albert Stoyke oo Eugenie Weigand)

Mein Großvater verstarb, als ich noch ziemlich jung war. Ich erinnere mich seiner als einen großen, dünnen Mann (verglichen mit meiner Großmutter) mit schwieligen Händen und Schmutz unter den Fingernägeln. Er hatte einen erstaunlichen Schnurrbart, der kratzte wenn er Dir ein Küsschen gab (Aber wir kleinen Mädchen liebten es, von dem ungepflegten Gesicht Küsschen zu bekommen). Er rauchte Pfeife und duftete immer angenehm nach einem Pfeifentabak, der etwas süß war. Er trug Latzhosen und war stets damit beschäftigt, rund um die Farm herumzuwerkeln. Ich erinnere mich, wie meine Schwester Chris und ich fortwährend um die Ringe der Papierzigarren wetteiferten, die er verteilte, wenn er rauchte. Wer den Ring einfing, war der Sieger. So kämpften wir häufig darum.

Ich erinnere mich, dass er häufig lächelte, wenn wir Kinder bei ihm waren. Er ließ uns gelegentlich Arbeiten auf dem Bauernhof verrichten. Wir halfen im Obstgarten Früchte zu sammeln, Hühner zu füttern und vielleicht standen wir in Wirklichkeit mehr im Weg, als dass wir eine Hilfe waren. Für uns Kinder war die Zeit mit ihm etwas ganz besonderes.

Ich weiß von einer Zeit als er in einer Molkerei in Süd Chicago arbeitete. Wenn er arbeiten musste war er mit Großmutter zusammen aufgestanden und gegangen, bevor irgendjemand sonst aufstand. In Chesterton, Indiana bestieg er einen Zug und hatte dort sehr früh zu sein, um die Dampfkessel hoch zu fahren. Später am Tag war er wieder da. Oft saß er auf der Veranda, besonders an Sonntagen, seine Zeitung lesend. Ich erinnere mich an ihn als einen freundlichen sanften Mann.

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Eugenie Stoyke, geb. Weigand - meine Großmutter

(*27.12.1885 in Gnadendorf, vermutlich Kreis Krasnoturino, Region Krasnojarsk, Russland)

Meine Großmutter war eine große imposante Frau. Wenigstens war sie es für mich als Kind. Sie hatte eine laute Stimme mit einem wundervollen russischen Akzent. Wenn sie einen um die Erledigung einer Hausarbeit bat, erledigte man es so schnell wie möglich.

Gewöhnlich hatte sie eine dieser Schürzen an, die über den Nacken reichen und sie schien immer mit dem Kochen von Gebäck, Einwecken von Gemüse oder der Herstellung eines großartigen Essens (z.B. Paprika-Hühnchen) beschäftigt zu sein.

Ich erinnere mich, wie ich um 6 Uhr morgens die Treppe herunter kam nachdem das Krähen des Hahns mich geweckt hatten. Ich dachte "Ich werde die erste sein, die auf ist!", aber sie räumte bereits auf, nachdem sie Großvaters Frühstück gekocht hatte. Sie fragte, was ich zum Frühstück möchte und kochte es auf diesem großartigen Ofen, während Mitzy, die Katze, Milch von einer Schale leckte. Sie hatte einen von den Vorratsräumen, der köstlich nach Gewürzen duftete. Die Küche war ihr Zuhause. Und wir wussten es zu schätzen, was immer sie auch kochte!!

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Großmutters Kochkünste ... (Mmmh!)

Unsere Großmutter Eugenie Stoyke, geb. Weigand war eine ausgezeichnete Köchin! Es gab feste Traditionen, die in der Familie gepfelgt wurden. Zur Weihnachtszeit musste sie Klaben backen (Weihnachtsbrot, das auch manchmal Stollen genannt wird). Klaben beinhaltet gelbe und schwarze Rosinen, Zitrone, Mandeln, Vanille und Limonenaroma, um nur einige der Zutaten zu nennen. Mmh! Zum Neujahrstag machte sie Portzel, ein in Fett gekochtes Gebäck, das ebenfalls Rosinen beinhaltet. Zum Schluss wird es in Zimtzucker gerollt. Sie bereitete auch Hasenohren zu (ebenfalls in Fett gesiedet, aber ein viel leichterer Leckerbissen).

Als Kinder baten wir, meine Schwester und ich, sie Klaben oder Portzel zu backen, jedes mal wenn wir ihre Farm in Indiana besuchten. Meine Mutter hat jedes Rezept, das Großmutter zu erklären bereit war, pflichtbewusst aufgeschrieben, wenngleich die Maßangaben sehr vage waren (eine Prise hiervon, eine Handvoll davon). Nachdem Großmutter gestorben war, entschieden wir Enkelinnen ihr Klabenrezept auszuprobieren. Chris erinnert sich an das Datum des ersten Versuches am 22. Oktober 1973. Wir warteten bis Vater zu einem Angelausflug aufgebrochen war, so dass er es nicht erfahren hätte, wäre das Backen zu einem Desaster ungeahnten Ausmaßes geworden. Er wäre sonst wütend geworden, dass wir Geld für all die Zutaten verschwendet hätten! Wir sprachen ein Gebet zu Großmutter, baten sie um Unterstützung und wühlten weiter. Es war ein Ganztagesprojekt, aber das Ergebnis war eine angemessene Kopie von Großmutters Meisterwerk. Die Ähnlichkeit war ausreichend, denn als Vater es probiert hatte, befand er es gut genug um es wiederholt zu essen. Es wurde zu einer Tradition für meine Schwester Chris, welche die einzige ist, die die Geduld aufbringt am Herd zu schuften und das Brot 15 Minuten knetet während der 6 Stunden oder wie lang es braucht. Wir sind Chris ewig dankbar für ihre Bemühungen beim Backen großen Brotes aber auch dafür, dass sie Großmutters Andenken am Leben erhält. Ich selbst backe gelegentlich Portzel. Aber seit unser Vater vor ein paar Jahren verstarb, ist es mir schwerlich gelungen sie noch einmal so zu machen, wie er sie liebte. Immer wenn ich einen Stapel machte, musste ich ihm die Hälfte geben. Ich sollte wieder backen, zumal mein Ehemann es auch mag.

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Ferdinand Heinrich Eugen Stoyke - Eugen's Geschichte

(*06.04.1912 in Bremerhaven-Lehe, Deutschland)

Leben in Deutschland

Als ich jung war, wollte ich von meinem Vater, Eugen Stoyke, Geschichten über das Leben in Deutschland während seiner Kinderzeit in einer Stadt nahe Bremerhaven hören. Er berichtete von dem Leben in ihrem Vieretagen-Wohnblock ohne Aufzug in einem Gebäude namens "Die Rudelsburg". Die Familie bewohnte den vierten Stock in einer Wohnung, die über ein Wohnzimmer, einen Wohnraum (in dem ein Essraum abgeteilt war), zwei Schlafzimmer, eine Küche und eine Toilette (ohne Bad) verfügte. Gebadet wurde jeden Samstag in einer großen Metallwaschwanne in der Küche. Vater erzählte Geschichten von Weihnachten, einem von kleinen Kerzen erleuchteten Weihnachtsbaum, einem Besuch des Weihnachtsmannes, den Schlitten, den sein Vater für ihn angefertigt hatte (Es war ziemlich hart: Großvater musste den Schlitten für ihn die Treppen rauf und runter tragen), wie sie auf Großvaters Knien auf den Weihnachtsmann gewartet haben, während Großvater Weihnachts- und Seemannslieder sang, bis Großmutter hereinkam und sagte: "Jungs, habt Ihr den Weihnachtsmann nicht gehört? Ich glaube, er geht gerade wieder." Die Jungen haben ihn immer gerade verpasst, aber sahen den Weihnachtsbaum und fanden Geschenke für sich vor.

Mein Vater berichtete auch von der schrecklichen Weltwirtschaftskrise im Deutschland nach dem ersten Weltkrieg. Großvater arbeitete glücklicherweise auf einem Schiff für die Vereinigten Staaten ("President Fillmore"), so dass er in amerikanischen Dollar bezahlt wurde, die er dann nach Deutschland schickte. Mein Vater musste die Dollar für einen Stapel Reichsmark eintauschen, der praktisch wertlos war.

Vater sprach außerdem darüber wie er zu den Docks hinunter ging, um die großen amerikanischen Schiffe einlaufen zu sehen. Mit seinem Bruder winkte er den Leuten an Bord zu, die ihnen dann oft Lebensmittel wie Weißbrot und Orangen zuwarfen (wirklich unglaubliche Leckerbissen!). Zuerst dachte er, das Weißbrot wäre Kuchen, denn er hatte nie zuvor Weißbrot gesehen.

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Erinnerungen an den Schrebergarten ("Victory Garden")

Wie bei vielen deutschen Familien nach dem 1. Weltkrieg üblich, hatte Großvater Ferdinand A. Stoyke einen Schrebergarten außerhalb der Stadt. Er pflanzte Gemüse und hielt dort kleine Tiere (Hühner, Enten usw.). Großvater liebte es, diesen Garten zu umsorgen und in den schwierigen Jahren nach dem ersten Weltkrieg war er eine wichtige Stütze für die Ernährung der Familie. Einmal kam eine Frau aus der Stadt vorbei und bat Großvater um eine Kartoffel für ihr kleines Kind. Sie bot an, mit Deutscher Reichsmark zu bezahlen, aber Großvater lehnte es ab, von ihr Geld zu nehmen zumal das Geld nicht viel wert war und gab ihr die Kartoffel ohne Bezahlung mit.

Mein Vater erzählte, wie sie in einem Jahr ein Schwein vom Ferkel bis zur Sau heranzogen. Als sie schließlich das Schwein schlachteten, gab es genug Fleisch um alle Leute in ihrem Haus zu versorgen. Dieses war ein wahrer Leckerbissen, da Fleisch zu jener Zeit rationiert war. Den Schinken nahm der Schlachter, um Westfälischen Schinken daraus zu machen und es dauerte eine Weile, bis er getrocknet und geräuchert war. Mein Vater erinnerte sich mit Wonne an diesen Schinken.

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Auf nach Amerika

Dieser Text stammt aus einem Brief, den mein Vater, Eugene Stoyke, an einen Highschool-Studenten schrieb, der sich mit Immigration beschäftigte und meinen Vater um ein Interview bat. Ich denke, es dürfte sinnvoller sein, den Text wörtlich wiederzugeben. Wenn Eugen Stoyke hier von seinem "Vater" schreibt, handelt es sich um meinen Großvater, Ferdinand A. Stoyke:

"Die Stadt Wesermünde grenzt an Bremerhaven, dem Hafen von Bremen an der Weser. Mein Vater war von einem Alter von 19 Jahren an bis zum 1. Weltkrieg bei der Dampfschifffahrtlinie des "Norddeutschen Lloyd" beschäftigt. Während des Krieges diente er in der deutschen Marine und danach in den Werften, in denen besonders deutsche Schiffe repariert wurden, die nun im Besitz der Alliierten waren. In den Zwanziger Jahren brach die Weltwirtschaftskrise über Deutschland herein. Lohnzettel vom Samstag waren am Montag nur noch die Hälfte wert. Die Mannschaft sprang von Bord um ihren Lohn (amerikanische Dollar) an Land auszugeben ohne anschließend auf ihre Posten zurückzukehren. Mein Vater war in den späten Dreißigern, als er sich entschied amerikanische Dollar zu verdienen, indem er in Arbeitsschichten vor den Feuern der Heizkessel arbeitete wie er es in seiner Jugend getan hatte. Innerhalb von drei Tagen brach er mit Krämpfen und Hitzekollaps zusammen. Weil er deutscher Staatsbürger war, brachte ihn das Schiff zurück nach Deutschland. Auf der Rückreise wurde bekannt, dass er vor dem Krieg auf dem selben Schiff als Maschinenoffizier tätig war und sich daher mit den Maschinen auskannte und was noch wichtiger war, mit den Armaturen, die alle nach dem metrischen System kalibriert waren. Schließlich wurde er ordentlicher Mitarbeiter der amerikanischen Schifflinien.

Ferdinand A. Stoyke und Eugenie geb. Weigand mit den Söhnen Ludwig und EugenFoto: um 1914 - Wesermünde:
von links: Eugenie geb. Weigand, Ludwig, Ferdinand A. und Eugen Stoyke

Nach 20 Jahren hatte mein Vater Gelegenheit seinen älteren Bruder Richard und seine Familie wieder zu sehen. Als sich die inflationäre Entwicklung in Deutschland weiter verschlimmerte, entschied die Familie schließlich nach Chicago zu kommen. Ferdinand siedelte im Frühjahr 1923 um und holte noch im Oktober des selben Jahres den Rest der Familie nach.

Ich erinnere mich an die Reise über den Atlantik in der dritten Klasse der "S.S. America". Es waren so viele Menschen an Bord, dass die Mahlzeiten in vier Durchgängen serviert wurden. Die Mehrzahl der Passagiere kam aus Zentraleuropa, wo besonders in den Zwanziger Jahren Hunger und Hungertod verbreitet war. Zum Abendessen fielen sie mit Heißhunger über die Speisen her und konnten nicht genug bekommen.

Mutter wurde in Russland geboren, aber in einer deutschen Linie und hatte zwei Staatsangehörigkeiten. Als sie meinen Vater heiratete, wurde sie deutsche Staatsbürgerin das heißt Untertan des deutschen Kaisers aus Sicht der deutschen Behörden. Nichtsdestotrotz war sie nach amerikanischem Recht eine Russin, obwohl mein Bruder und ich in Deutschland als Deutsche geboren wurden. Als wir Ellis Island erreichten, kamen wir in zwei unterschiedlichen Kontingenten in die Vereinigten Staaten. Glücklicherweise erleichterte es die Einreise meiner Mutter, dass mein Vater bereits in Chicago wohnhaft war. Nach den Untersuchungen wurden wir in einen Zug nach Chicago gesetzt. Das war in etwa die längste Reise, die ich jemals in meinem Leben unternommen habe. Sogar der langsamste Güterzug hatte Vorfahrt vor uns. Ich glaube, es brauchte 2 Tage auf dem Schienenwege, um nach Chicago zu gelangen. Vater wartete den ganzen Tag auf die Ankunft des Zuges. Die Wohnung war vorbereitet und wir wurden hingesetzt, um sofort wieder geweckt zu werden, gegen 2 Uhr morgens durch die Begrüßung von Onkel Richard. Um sechs wurden wir Jungen plötzlich durch die Glocken der St. Michael's Kirche aufgeweckt, die nur zwei Blocks weiter die Gemeinde zur ersten Messe rief. Wir dachten, in der Stadt wäre ein großes Feuer ausgebrochen.

Es dauerte nicht lange, bis wir in der La Salle-Grundschule eingeschrieben wurden. Trotzdem bekam ich zwei Jahre Englischunterricht in der "Oberrealschule" bei einem Professor, der einen Titel Ph.D. in Englisch aufwies. Es brauchte einige Zeit, das Gehör an die amerikanische Sprache zu gewöhnen.

Mutter und Vater ließen sich nieder, um Amerikaner zu werden. In der Nacht besuchten sie die Schule, um Englisch und das notwendige über die Vereinigten Staaten zu lernen. Beide bereiteten die Beantragung der Staatsangehörigkeit vor, bis sie sich schließlich bewarben. 1929 wurden mein Bruder und ich anerkannte Staatsbürger, indem Vater seine zweiten Ausweispapiere als ein US-Bürger entgegen nahm. Im gleichen Zuge jedenfalls, zu meinem Bedauern, erging die Anweisung, dass kein Deutsch mehr zuhause gesprochen werden dürfte, um das Erlernen des Englischen zu erleichtern. Erst viel später bemerkte meine Mutter, dass mein Deutsch sich auf den Wortschatz eines kleinen Jungen beschränkte. Sie drängte mich deutsch zu sprechen, was aber nur zögerlich funktionierte. Wenn mein Vater, mein Bruder und ich uns stritten, sprach Vater deutsch, mein Bruder und ich dagegen englisch, um unseren Argumenten Ausdruck zu verleihen. Jedenfalls habe ich inzwischen gelernt, dass das Deutsch sehr viel fließender wird, wenn man die Sprache notgedrungen eine Weile sprechen muss."

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Meine Erinnerungen an den Bauernhof

Als Großvater und Großmutter nach Amerika kamen, planten sie sich einen kleinen Bauernhof für die Zeit als Rentner zuzulegen. Dies ging zurück auf den Schrebergarten, den sie in Deutschland hatten. Die Farm, auf der sie lebten, war in Chesterton, Indiana. Sie hatte einen Obstgarten mit Birnen- und Apfelbäumen sowie Feldern, die sie an andere Bauern verpachteten und ein Gehölz, in dem man großartig Robin Hood spielen konnte. Außerdem gab es eine alte Scheune und ein paar Reihen Weinreben.

Die Farm von Ferdinand A. Stoyke und Eugenie geb. Weigand in Chesterton, Indiana

Foto: um 1965 - Chesterton, Indiana, USA
Die Farm des Ehepaares Ferdinand A. Stoyke und Eugenie geb. Weigand.
Hier die Rückseite des Hauses mit den Concord-Weinreben.

Zur Zeit des Alkoholverbotes kannte mein Großvater einen Italiener, der Wein für religiöse Zwecke produzierte. Es war das große Ziel meines Großvaters, einen halbwegs annehmbaren Tafelwein herzustellen, der allerdings nur für den privaten Verzehr bestimmt war. Dieser Mann gab meinem Großvater Anweisungen, wie man einen guten Rotwein herstellt. Als Großvater mit seinem kleinen Weinfeld begann, kaufte er Rebpflanzen. Wie auch immer, es waren Concord-Reben, eine besonders süße Rebsorte, die vorwiegend für die Herstellung von Marmelade verwendet wird und man kann es noch so versuchen, man kann keinen Muskat aus Concord-Reben erzeugen. Ich erinnere mich Großvaters Wein gekostet zu haben (und ich probierte den Wein, den mein Vater zum Abendessen wählen würde. So hatte ich eine Idee, wie normaler Wein schmeckt) und ich dachte: "Das ist der mieseste Stoff, den ich jemals getrunken habe".

Es gab immer Tiere auf dem Bauernhof. Ich schreibe die Wahl meines Berufes (Zoowärterin) diesen Erfahrungen sowie meiner Liebe zu unserem Bauernhof zu. Großmutter hatte diese Gänse, die ich liebevoll "Killergänse" nannte, weil sie nach jeder Kniescheibe pickten, die sich ihnen näherte. Sie hatten keine Angst! Sie griffen laut schnatternd und in Masse an. Großmutter hielt außerdem Hühner, Enten und eine Kuh zur gleichen Zeit (obgleich ich erinnere mich nicht mehr an die Kuh). Es gab immer eine Katze mit Namen Mitzy (und ihre verschiedenen Abkömmlinge) und einen Hund namens Prince.

Der Bauernhof war ein Platz voller Faszination und Spaß. Meine ersten Erfahrungen mit Federbetten hatte ich auf der Farm. Ich erinnere mich, wie ich in das Federbett sprang und versank, fast auf Luft schwimmend. In den Gehölzen spielten wir mit den Kindern der benachbarten Farm, indem wir nach Rehspuren Ausschau hielten, als wären wir große Jäger.

Einen Winter stand ich auf, nachdem es Neuschnee gegeben hatte, eilte durch das Gehölz zu einem Feld, wo wir in großen Buchstaben schrieben: "Die Stoykes sagen Hi!", so dass jedes vorbeikommende Flugzeug erkennen konnte, dass wir dort waren.

Es gab die seitliche Veranda, wo wir das Sonntagsfrühstück an einem enormen Tisch einnahmen. Dort gab es einen dieser Schaukelstühle, um den wir stritten. Und natürlich das große Papiernest der Wespen, das von der Decke hing. Ich war sicher, dass eines Tages eine Wespe aus dem Nest kommen würde, nur um mich zu stechen, obwohl Großvater mir versicherte, dass so etwas nicht passieren würde. Diese mit Fliegengitter eingefasste Veranda überblickte den Garten und das Feld, wo eine Hängematte zwischen zwei langen Eichen hing. Junge, lachte Dich diese Hängematte an, wenn es darum ging, faul im Schatten eines heißen Sommertages zu dösen. Die Küche führte auf die hintere Veranda hinaus, die "Obstzimmer" genannt wurde. Am Ende des Obstzimmers gab es eine selbst schließende Fliegengittertür, die zum "Weinfeld" führte. Sobald alle Früchte aus dem Obstgarten zum Einmachen gepflückt waren, häuften wir das Obst auf einem großen hölzernen Tisch im Obstraum auf. Das eigentliche Einwecken nahm Großmutter in der Küche und im Esszimmer vor, aber wenn man eine Birne aus dem Obstzimmer haben wollte, war das kein Problem. Über den Winter wurden auch Äpfel in großen runden Körben ausgelagert. Es war immer ein süßer, fruchtiger Geruch in diesem Zimmer.

Großvater hatte einen kleinen Raum im ersten Stockwerk, weg vom Wohnzimmer, der sein privates Arbeitszimmer war. Wir bezeichneten es immer als sein Raucherzimmer, weil er sein Pfeifenregal und alle seine Zigarren in diesem Raum verwahrte. Das Zimmer war klein, dunkel und hatte einen schalen, rauchigen Geruch, der sich einstellt, wenn ein Raum stundenlang mit einer rauchenden Person darin verschlossen ist. Es gab genügend Platz für einen schmalen Schreibtisch, eine Lampe und eine Sitzcouch. Etwas ganz besonderes umgab dieses Zimmer, weil es das private Arbeitszimmer war. Und als er starb, wurde uns Kindern verboten, den Raum zu betreten. Großmutter bewahrte das Zimmer als sein Arbeitszimmer bis die Farm verkauft war.

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Anmerkungen zur Stammfolge Stoyke aus Bohnsack, Kreis Danziger Niederung
von Olaf Schmidt:

Ältester bekannter Vorfahr der Familie ist bislang Heinrich STOYKE. Er wurde in Bohnsack, Danziger Niederung in Westpreußen geboren und starb vor 1912 im Raum Danzig. Heinrich ist als "Eigentümer in Bohnsack, Danziger Niederung" verzeichnet.

Er heiratete Wilhelmine KRAUSE, Tochter von Friedrich WEIGAND und Marie Elisabeth MECKER. Wilhelmine wurde in Danzig geboren. Sie starb vor 1912 in Danzig.

Von den Kindern des Ehepaares Heinrich und Wilhelmine sind folgende Personen namentlich bekannt:


Quelle: Laurie Morgan

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Copyright © 2004 ff. Olaf Schmidt

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