
AIDS
Seit dem Beginn der AIDS-Epidemie Anfang der achziger Jahre suchen die Gelehrten beflissen nach Medikamenten, die Ursache und Symptome der Immunschwäche beeinflussen. Trotz vieler anderslautender Meldungen ist noch kein "Wundermittel" in Sicht, welches das HI-Virus zuverlässig bekämpft.
Patienten mit AIDS leiden aufgrund ihrer chemotherapeutischen Behandlung unter Übelkeit und Appetitlosigkeit, der Körper baut rapide an Gewicht ab und verliert weitere Abwehrkräfte. In den USA galt Cannabis schnell als Geheimtip, um den Gang zum Kühlschrank wieder zum Erlebnis werden zu lassen; innerhalb kurzer Zeit gründeten sich sogenannte "Cannabis Buyers Clubs", in denen das grüne Kraut zwar illegal, aber preiswert bezogen werden konnte. Heute existieren etwa dreißig solcher Institutionen in den Bundesstaaten, der größte unter ihnen, der Club in San Francisco, versorgte bis zu seiner Schließung eigenen Angaben nach über 12 Tausend Mitglieder mit dem Mittel ihrer Wahl. Durch eine Volksabstimmung ist es Ärzten seit Anfang diesen Jahres (98`) in Kalifornien und Arizona erlaubt, THC per Rezept zu verschreiben; ein Gesetz, gegen welches die Clinton-Administration momentan massiv vorgeht.
Während progressive Mediziner den gewachsenen Rauschhanf präferieren, setzen vor allem regierungsnahe Institute und Ärzte mit längerer Berufserfahrung auf das synthetisch hergestellte THC. Seit 1991 darf Dronabinol in Amerika Aidskranken verschrieben werden, täglich ein bis zwei Kapseln mit je 2.5 Milligramm THC regt den Appetit der Patienten erheblich an.
Robert W. Gorter, 50, Leiter des Instituts für onkologische und immunologische Forschung im Berliner Krankenhaus Moabit, verschreibt jetzt erstmalig in Deutschland künstlich hergestelltes THC an Aidskranke. Der Arzt behauptet:" Das einst als Einstiegsdroge verteufelte Cannabis bringt Hilfe und Linderung für unheilbar Kranke."
Quelle: Hanfblatt, 4.Jahrgang,Sonderband Nr.1